Nachbericht Juicy Beats!

Written by on 8. August 2022

Der Westfalenpark – ein Fleckchen Natur mitten in der Dortmunder Innenstadt. Im Sommer verwandelt sich der Park immer wieder in eine Oase des Trubels, der Ruhe oder in einen Lernort für Studierende. Und einmal im Jahr wird es fruchtig juicy – nämlich dann, wenn das Juicy Beats-Festival ruft. Am Wochenende des 29. & 30. Juli hat sich der Park in einen bunten Magneten für Musik- und Feierliebhaber*innen verwandelt. Erstmals seit 2019 konnte dort wieder eine bunte Mischung aus Musik aller Genres, Bühnengewusel und Kreativität stattfinden – und über 40.000 Menschen waren mit dabei. Mittendrin in diesem Jahr: Radio Q!

Freitag, 29.Juli

Die Tore für das 25. Juicy Beats-Festival öffneten sich gegen 14 Uhr. Für uns startete der Tag direkt mit einem kurzen Interview mit Mavi Phoenix, der gegen 16 Uhr die Himbeer-Stage eröffnete und zum tanzen einlud. Nach dem Abchecken des Geländes, welches unerwartet groß und eine Vielzahl an unterschiedlichen Bühnen mit noch mehr Genres bot, zog uns die Mainstage aka Apfel-Stage an. Selbstverständlich haben wir uns in den Italo-Schlagerstrudel bei Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys gemischt und mitgetanzt.

Da auf dem Juicy Beats aber ein spannender Act den anderen jagt und die Zeiten zwischen den Auftritten mehr als knapp bemessen sind, ging es weiter zur Second Mainstage, der Himbeere. Da spielte der noch gar nicht so lang bekannte Musiker Schmyt. Kaum merklich hatte sich das Gelände dort schon ordentlich gefüllt, und anhand der Menschenmasse vor der Bühne konnte man vom Newcomer-Wesen Schmyts nichts erkennen. Das mag vor allem daran liegen, dass seine lyrischen Texte und die schönen Melodien bereits dazu führten, dass er schon gemeinsam mit Feature-Künstlern wie OG Keemo, RIN oder Majan zu hören war.

Ganz beseelt laufen wir kurz danach an der Mainstage vorbei, die auch Apfel-Stage genannt wird: man sieht riesige aufblasbare Flamingos, 12 Menschen, einige Blasinstrumente auf der Bühne und eine springende Menge. Querbeat haben ordentlich Stimmung gemacht. Doch uns zog es zu einer kleineren, unscheinbaren Bühne Nähe des Eingangs – die Orangen-Stage. Zu den sommerlichen Klängen der Berliner Band Il Civetto haben wir uns entspannt ins Grüne gesetzt und klar: einen viel zu überteuerten Burger gegessen. 

Anschließend ging es über die Kreativ.Meile, über die man entspannt drüber flanieren konnte, die jedoch kürzer war, als wir erwartet hatten. Selbstgemachte Schmuckstücke, Second-Hand-Kleidung oder Spray-Tattoos – wer handmade liebt und unterstützen möchte, der kam dort voll auf seine Kosten. Der Headliner Kontra K spielte als letzter auf der Mainstage, mit einem imposanten Bühnenbild und vielen Feuereffekten – an denen er sich kurzerhand fast selbst verbrannte.

Der erste Tag war sommerlich leicht, aber auch voller Action. 12.000 Besucher sollen da gewesen sein, doch der Westfalenpark wirkte angenehm besucht: nicht zu voll, keine langen Anstehzeiten, gute Laune und selbstverständlich gute Musik. 

Was wir aber wussten war, dass es morgen voll wird…

Samstag, 30. Juli

… und so kam es. Viel mehr Menschen stürmten das Gelände ab 12:00 Uhr, genauer gesagt waren es 29.000. Eine beachtliche Menge, die sich vor allem auf Mainstage und Second Mainstage verteilte.

Das für uns coole am Juicy Beats und am Westfalenpark: Wenn man sich weiter von der Apfelstage, also dem Kern des Festivalgeschehens entfernt, so entdeckt man immer mal wieder neue Bühnen. Davor tanzen Menschen entspannt zu House-Musik oder gehen mit Nebelmaschine zu Techno oder Rap ab.

Der erste Live-Act, dem wir beiwohnen: der Rapper Fatoni. Auf der Himbeer-Stage hat er bei knallender Sonne ordentlich Stimmung gemacht und den ersten weiblichen Moshpit Deutschlands angesagt, Frieda und Neele mittendrin. Danach durften wir im Backstage ein Interview im Tourbus mit ihm führen. Fatoni beschrieb das Publikum nahezu perfekt: atzig, aber sympathisch.

Neben Freibier und strahlender Sonne entdecken wir im Backstagebereich die Jungs von Jeremias, Lugatti & 9ine und den 102 Boyz ein Zelt nebenan. Aber Zeit zum schnacken ist wenig, wir flitzen nämlich schnell rüber zur Mainstage: zu RIN.

Headliner des Abends am Samstag waren K.I.Z – und das spürte man am Publikum, an der Stimmung und am Auflauf, der sich ab 20:30 Uhr vor der Apfel-Stage tummelte.

Etwas ungünstig zeitlich gelegen, aber trotzdem einen Besuch wert waren Jeremias, die ab 21:00 Uhr das Publikum vor der Himbeer-Stage zu Indie-Klängen à la golden hour und Disco-Synths-Sounds abholte.

Irgendwann muss aber die Heimfahrt angetreten werden. Die U-Bahn ist gerappelt voll, vor den Dortmunder Dönerläden bilden sich lange Warteschlangen und an den Gleisen des Hauptbahnhofs beobachtet man glückliche und müde Festivalgesichter. 

Das Juicy Beats ist kein Standard-Festival mit Camping und einer einzigen Musikfarbe. Die bekannteren Bands und Künstler*innen waren überwiegend im HipHop und Indie  anzusiedeln, wer aber Lust auf House und Techno im Grünen hatte, der wurde an diesem Wochenende auf den insgesamt 10 Bühnen auch fündig. Gut, dass es so viele Obstsorten gibt.


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