Geschichte von Radio Q

Radio Q ist in Münster seit Oktober 1999 auf Sendung. Bei seiner Gründung hieß Radio Q noch nach seiner Sendefrequenz „Q 90,9“. Seit der Sendeerweiterung nach Steinfurt und der Distribution über Kabel ist dies aber nur noch eine von drei Frequenzen, über die Radio Q empfangbar ist. Angefangen hat allerdings alles mit dem Radio-Projekt UNfunk des Instituts für Publizistik (heute Institut für Kommunikationswissenschaft).

UNfunk

Der Vorläufer von Radio Q hieß UNfunk und war eine regelmäßige Sendung im Bürgerfunk. Produziert wurde die Sendung damals im Institut für Publizistik (inzwischen Institut für Kommunikationswissenschaft), das auch von der Landesanstalt für Medien anerkannte Radiowerkstatt war. Gegründet wurde UNfunk 1991 und sendete alle 14 Tage eine 1 bzw. 1,5 Stunden lange, aufgezeichnete Sendung auf Antenne Münster. Die Koordination der Sendung lag in Gründungszeiten in den Händen von Angela Rieger, die eine halbe Assistentenstelle am Lehrstuhl von Prof. Lerg darauf verwenden konnte. Produziert wurde nach dem klassischen Bürgerfunkprinzip: Jeder konnte alles produzieren, was er wollte – dabei galt das Prinzip ‚wer zuerst kommt, mahlt zuerst‘. Entsprechend originell (oder vielleicht auch unprofessionell) hörten sich die Sendungen manchmal an. Weil der Lokalsender dem Bürgerfunk sehr ablehnend gegenüberstand, gab es einen fiesen Jingle („Radio AM stellt den Sendeplatz, die Hobbyradiomacher BASTELN das Programm“), der die Sendungen rahmte, und die Sendungen mussten 14 Tage vorher im Sender abgegeben werden, damit der presserechtlich Verantwortliche dort nochmal abhören konnte. Manchmal musste dann auch noch nachträglich geschnitten werden…

UNfunk galt dabei bei Antenne Münster immer noch als „angenehmer“ Bürgerfunk, weil man sich halbwegs an journalistische Formate hielt. Aber es gab auch Ausreißer (aus Sicht von von Antenne Münster, nicht vom Bürgerfunk), etwa die eine oder andere achtminütige Buchbesprechung. Produziert wurde alles auf Tonband – es lebe die gute alte Revox-Maschine! Inhaltlich kam ungefähr alles vor, was den Damen und Herren in den Redaktionskonferenzen so einfiel. Kamen neue Mitarbeiter dazu, fand sich immer jemand, der mit ihnen den Beitrag produzierte. Die Musik wählte zunächst die Moderation selbst aus, Nachrichten gab es nur, wenn sich jemand gefunden hatte, diese aus den Zeitungen zusammenzuschreiben. Später kam auch eine Praktikumsstelle dazu, die vom Institut im Rahmen des Publizistik-Studiums anerkannt wurde, und die einiges organisierte und für die Produktion der Sendung zuständig war. Erste Praktikantin war die spätere erste Vorsitzende Catrin Grabkowsky.

Hochschulradioinitiative

Als dann 1995 das Landesrundfunkgesetz novelliert wurde (primär auf das Drängen von Radio c.t. in Bochum, die einfach mal einen Lizenzantrag abgegeben hatten) bildete sich auch in Münster eine entsprechende Initiative. Wenn man es ganz genau nimmt, gab es anfänglich sogar zwei Initiativen, aber die fanden sich irgendwann zusammen. Grundproblem bei der Realisierung des Senders war, dass die LfM mit dem damals halbgaren Gesetz auf einmal einen Haufen potentieller Antragsteller in allen möglichen Hochschulstädten auf der Matte hatte. Also verkündete man flugs, dass es pro Standort nur eine Frequenz geben werde. Entsprechend galt es, die Hochschulen und Studierendenvertretungen an einen Tisch zu holen und für die Sache zu begeistern. Dazu wurde die Hochschulradio-Initiative Münster ins Leben gerufen, eine so genannte eingetragene Hochschulgruppe. Sie bildete den Vorläufer des Vereins, der nach drei Jahren Verhandlungen mit allen Beteiligten endlich im Jahre 1998 im Rahmen eines Festaktes gegründet wurde: Der Hochschulrundfunk Münster e.V..

Erste Vorsitzende des Vereins war Catrin Grabkowsky, zweiter Vorsitzender Peter Stawowy, als Vertreter der Universität engagierte sich Siegfried Weischenberg, Vertreterin der ASten war die Öffentlichkeitsarbeiterin des Uni-AStA und als Kassenwart trat Achim Wiese vom Studierendenwerk (damals Studentenwerk) Münster auf. Der Verein beantragte dann schnell die Lizenz, auf deren Basis noch heute gesendet wird.

Radio Q geht auf Sendung

Am 18. Oktober des Jahres 1999 um 10 Uhr schwirren die ersten Töne über die Frequenz 90,9 in Münster. Erster Moderator war Oliver Steuck. Das Programm bestand vor allem aus einer Vorstellung des neuen Senders und der Rubriken sowie aus Beiträgen, die in ihrer Art das künftige Programm repräsentieren sollten. Das Programm wurde live ins Foyer der Mensa am Aasee übertragen.

Im ersten Semester gab es wöchentlich zunächst 15 Stunden Programm mit dem Coffeeshop (montags bis freitags von 7 bis 10 Uhr, in den Ferien von 9 bis 12 Uhr). Zum Sommersemester 2000 gab es die erste Sende-Erweiterung auf wöchentlich 35 Stunden Programm.

Zum Sommersemester 2003 wurde der Sender von „Q 90,9“ in „Radio Q“ umbenannt. Die Umbennenung des Vereins von „Hochschulrundfunk Münster e.V.“ in „Radio Q e. V.“ folgte Anfang 2007 nach der Sendeerweiterung nach Steinfurt.

Sendeerweiterung nach Steinfurt

Die Sendeerweiterung nach Steinfurt war eine seit Jahren geplante Erweiterung des Sendegebiets von Radio Q auf den Campus der Fachhochschule Münster, Abteilung Steinfurt. Sie resultierte aus dem Anspruch des Senders, das Campusradio für alle Studierenden Münsters – und somit auch der FH-Studenten in Steinfurt – zu sein und wurde am 27. September 2006 vollzogen. Der Minister für Forschung und Innovation des Landes NRW, Prof. Andreas Pinkwart und FH-Rektor Prof. Klaus Niederdrenk sowie der damalige Vorsitzende des Hochschulrundfunk Münster e. V., Jan Thies, eröffneten den neuen Sendeweg offiziell im Rahmen der „Hochschul-Informations-Tage“ der FH. Mit der Sendeerweiterung wurde der Name ‚Radio Q – Campusradio für Münster‘ um die Wörter ‚und Steinfurt‘ erweitert.

(Foto: Dominik Osterholt)

 



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