Bloß nicht krank werden

Geschrieben von am 5. Februar 2022

Jura-Studierende fordern Nachschreibetermine

Wegen Quarantäne ein Jahr länger studieren? Das könnte den Studierenden der Uni Münster blühen, die dieses Semester ihre Schwerpunktklausur im Fachbereich Jura schreiben. Die Jura-Fachschaft fordert deshalb in einer Petition Nachschreibetermine. Die Schwerpunktklausuren sind die wichtigsten Klausuren für angehende Jurist*innen. Die letzten Corona-Semester wurden sie online angeboten. Dieses Semester haben das Dekanat und das Justizministerium jedoch entschieden: Die Klausuren finden wie vor der Pandemie rein in Präsenz statt. Nachschreibetermine werden nicht angeboten – auch nicht für Studierende in Quarantäne. Und das, obwohl die Inzidenzen so hoch wie nie sind.

Betroffene Studierende sind gezwungen, ihr Studium um ein ganzes Jahr zu verlängern bis sie die Schwerpunktklausuren wiederholen können. Ganz schön unfair, wie die Jura-Fachschaft findet. Denn das kann sowohl berufliche und finanzielle Folgen nach sich ziehen. Deswegen fordern sie in einer Petition eine zweite Klausurenphase mit Nachschreibeterminen am Ende der Semesterferien. Ganz vorne dabei Niklas Nottebom, Vorsitzender der Fachschaft Jura an der Uni Münster:

Studierende haben schon gesagt, dass sie sich nicht mehr testen lassen. Sie haben Angst, dass sie, wenn sie sich testen lassen und infiziert sind, in Quarantäne müssen und sich ihr Studium um ein Jahr verlängert.

Niklas Nottebom, Vorsitzender der Fachschaft Jura

Der zuständige Dekan Prof. Casper betont, dass die Entscheidungsgewalt bezüglich der Nachschreibeklausuren beim Justizministerium läge.

[Über Nachschreibetermine] haben wir oft und lange diskutiert. Davon haben wir aber Abstand genommen. Jetzt hätten die Studierenden gerne Nachschschreibtermine, weil sie meinen, dass so viele in Quarantäne sind, bisher habe ich aber nur eine Abmeldung.

Prof. Matthias Casper, Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät

Wie das sein kann, erklärt Elif. Sie studiert Politik und Recht und ist selbst an Corona erkrankt. Jetzt verpasst sie gleich mehrere Schwerpunktklausuren wegen ihrer Corona-Erkrankung. Sie findet, die Lage werde unterschätzt: Nur wenige Betroffene meldeten sich überhaupt offiziell ab, die meisten würden einfach nicht zur Klausur erscheinen.

Da fühlt man sich schon ein bisschen zurückgelassen, dass da gar nicht so drüber nachgedacht wurde. Vor allem, weil wir ja gerade wirklich die Hochphase haben. Das Risiko, an Corona zu erkranken, ist so hoch wie nie.

Elif, Studentin im 5. Semester Politik und Recht

Fast 900 Personen haben die Petition der Jura-Fachschaft bisher unterzeichnet und unterstützen die Forderung nach Nachschreibeterminen damit. Die Klausurenphase im Fachbereich Jura geht noch bis Freitag, den 11. Februar. Über ein mögliches Angebot einer zweiten Klausurenphase mit Nachschreibeklausuren wird noch diskutiert.

Update: Die Quarantäne-Studis können aber aufatmen: Die Fachschaft hat durchgesetzt, dass es auch Ersatzprüfung oder alternative Prüfungsformate geben soll und schreibt: “Schlussendlich hat sich das Dekanat zu einer Härtefallprüfung durchringen lassen, wonach all denjenigen, deren Abschluss sich sonst verzögern würde, Ersatzprüfungen oder alternative Prüfungsformate angeboten wurden.”

Weitere Infos und Links

Die Stellungnahme der Jura-Fachschaft findet ihr hier

Keine Freiversuche für Studierende der FH Münster


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