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C/o Pop 2026 – Vorbericht

Written by , on 13. April 2026

Das c/o pop Festival geht in die mittlerweile 22. Runde und Köln-Ehrenfeld wird damit vom 15.-19. April 2026 wieder zur Anlaufstelle für alles rund um Popkultur und Musik. Neben zahlreichen musikalische Acts wie Levin Liam, fuffifufzich, lovehead, Carlo5, Philine Sonny, Anda Morts uvm. bietet das Festivalprogramm auch dieses Jahr wieder eine ganze Bandbreite an Talks, Workshops und Experience-Formaten.

© Lenny Rothenberg

Vielleicht habt ihr in den letzten Monaten schon das ein oder andere Event in euren Feed gespült bekommen, das den Namen der c/o pop trug: da gab es die Geheimkonzert Collab mit rausgegangen im November, das c/o pop Adventskonzert mit Bruno Kawelke und Apollo Online oder zuletzt das c/o pop @Philharmonie Event in Essen mit Levin Liam, Magda und yola. Im April findet nun eigentliche Herzstück des cologne on pop Franchises statt: das c/o pop festival in Köln-Ehrenfeld.

© Christian Hedel

Das c/o pop Festival ist definitiv keine Standard Festivalexperience und eigentlich auch nichts für Leute, die sich im grauen Trott des Alltags pudelwohl fühlen. Stattdessen bietet das fünftägige Showcase-Festival im Kölner Westen die Möglichkeit, einen Deepdive zu machen, in alles, worüber musikalisch und popkulturell gerade geredet wird.
Während wir nach unserem Besuch letztes Jahr noch einige Wochen gebraucht haben, um unsere Festival-Erinnerung a la raven in einer Sparkassen-Filiale, rekordverdächtige Einhornrodeo-Performances, oder unerwartet tanzintensive Konzertexperiences angemessen zu verarbeiten, hat das Team hinter der c o pop schon fleißig am diesjährigen Programm-Line Up gebastelt. Unsere Highlights stellen wir euch hier jetzt in aller Kürze vor (wobei es auch dieses Jahr wieder eine Menge an gesammelten Schritten, um möglichst viele Artists zu sehen, vorprogrammiert ist).

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© Jessica Sidenros

Den Auftakt macht dieses Jahr “DIE deutschenglische Lovespeech-Akrobatik-Künstlerin und Rap-Italo-Disco-90ies-Synth-Queen par excellence” fuffifufzich im Schauspiel Köln. Ihre Show wird dabei moderiert von niemand geringerem als Frau Gretel. Bereits dieser Programmpunkt ist das perfekte Beispiel für den Anspruch der c o pop, aktuelle Popkultur zu integrieren, Diversität zu fördern und mit einem guten Gespür für neue Musik die großen Artist von morgen zu prognostizieren. fuffifufzich war vor drei Jahren noch Teil des regulären Festival-Programms und wird dieses Jahr auf die Theaterbühne des Schauspiel Köln geholt, um am Mittwochabend den Startschuss für das Festival zu liefern.

⭐️ Unsere Highlights ⭐️

✨ Eine der Sachen, die wir letztes Jahr bei der c/o pop bitterböse bereuen mussten, war es, uns nicht früher für den Auftritt des Forever Fresh Over 70 DJ-Kollektivs angestellt zu haben. Während wir nämlich durch die Straßen Ehrenfelds hetzten und dabei im Kopf schonmal gedanklich unsere Dancemoves durchgingen, hieß es im Bürgerzentrum “Einlassstop”. Offensichtlich waren nicht nur wir uns darüber bewusst, dass man sich einen DJ-Gig von Frauen, die alle bereits über 70 Jahre Lebens- und damit auch Musikerfahrung haben, nicht entgehen lassen kann (die älteste DJ ist mit 90 Jahren übrigens Ms. Crazy Irma). Das DJ-Projekt entstand im Rahmen der c/o pop im vergangenen Jahr als Workshopangebot für Frauen über 70, die sich als DJ ausprobieren wollten, um einer im Nachtleben marginalisierten Gruppe Zugang zur modernen Clubkultur zu bieten. Auch dieses Jahr werden die Frauen der Crowd im Bürgerzentrum wieder ordentlich einheizen und wir sagen nur so viel: wir werden uns als aller Erste anstellen!

✨ Wir bleiben beim Thema weiblicher Emanzipation, diesmal allerdings ein paar Jahrzehnte jünger, mit ordentlichen Beats und einer Portion female Rage im Gepäck: ildikó. Die ersten Lines, die Linda von ildikó gehört hat, waren “Ich steh auf der Straße, Männer nerven mich / Guck mich nicht zu lange an / Guck mich am besten gar nicht an” und das mit einer Delivery, die keinen Interpretationsspielraum für gekränkte Männer-Egos in Kommentaren offen lässt. Die Rapperin ist sich – berechtigterweise – nicht zu schade, mit ihrem “ildiflow” Raum einzunehmen. Dass sie dabei auch mal mit Genregrenzen experimentiert, ohne ihre Originalität zu verlieren, lässt uns eine spannende Live-Performance erwarten.

✨ Ein weiteres musikalisches Highlight ist für uns definitiv Vandalisbin. Die Musikerin aus München hat mit ihrem Artist-Name eine Fusion aus den Wörtern “Vandalism” und “Lesbian” kreiert, die für sie einen Ausdruck von queerem Self-Empowerment darstellt. Vandalisbin’s musikalische Karriere begann als Straßenmusikerin in München, führte über ein Stipendium für die Jazz-School Parsing, an der sie Schlagzeug studiert hat, über ihren Gig als Drummerin für Ennio bis hin zum Start ihres Soloprojekts im November 2023 mit ihrer Single “SOPHIEA”. Soundlich verbindet sie ihre musikalischen Inspirationen zu einer Mischung aus Neo-Soul und Indie-Rock. Ein Charakteristikum ihrer Musik, das definitiv im Ohr hängen bleibt, ist aber vor allem ihre Stimme, die – um es in den Worten des c o pop Infotextes auszudrücken – “unweigerlich an Rio Reiser erinnert, an Chappell Roan und Faber”. Anschaulicher könnten wir es ehrlicherweise nicht formulieren.

✨ Die 23-jährige Chloe Slater aus Süd-England, die in ihren oft politischen Texten kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie geht mit ihrem Indie-Rock à la Wolf Alice Themen an, die unsere Generation bewegen. So kritisiert sie unter anderem das Propagieren von Schönheitsidealen online, soziale Ungleichheit und Choice Feminismus aus der Perspektive einer Studentin, die selbst irgendwie versucht, ihr Sozialleben, die Miete und Uni-Abgaben unter einen Hut zu bekommen.

Neben den zahlreichen musikalischen Acts gibt es natürlich auch wieder vielseitige Programmpunkte im Experience-Teil des Festivals. Hier werden die kühnsten Träume des*der modernen Popkultur-Kenner*in wahr. Unter anderem bringt timurs.time seine Solo-Comedyshow “Unfaggottable” auf die Bühne, Ex-Bachelorette und Reality TV-Star Stella Stegmann könnte euch bei einem Date On Stage mit eurer*m Traumpartner*in verkuppeln, Carolin Worbs und Miguel Robitzky (too many tabs) sprechen in ihrem Live-Podcast über die digitalen rabbit holes, in die wir uns manchmal begeben. Ab Samstag wird die Venloer Straße dann für den üblichen Straßenverkehr gesperrt und zur bunten Marktstraße mit Open-Air Stage, zahlreichen Ständen, Workshopangeboten umfunktioniert – und das auch für Leute, die kein Festivalticket haben. Am Sonntag sind dann alle Programmpunkte kostenlos. Erst vom Festivalamt für offizielle Angelegenheiten am Samstag zur Ritterin/zum Ritter schlagen lassen, dann die Nacht durch raven und am Sonntag den Workshop für höfische Tänze besuchen? Die c/o pop macht’s möglich!

Falls ihr euch jetzt nochmal vom musikalischen Line-Up überzeugen wollt, findet ihr hier die offizielle c o pop Festival-Playlist:

Die 3-Tages-Tickets sind zwar leider schon ausverkauft, aber hier findet ihr noch die restlichen Tagestickets. Wir sehen uns in Köln!

Beitragsbild: © Christian Hedel

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