20 Jahre Appletree – Vorbericht zum Jubiläum

Written by on 3. August 2022

Äpfel sind gesund Leute. Wer kennt schließlich nicht die angelsächsische Volksweisheit “one apple a day, keeps the doctor away”? Seit etwa 20 Jahren huldigen Menschen der Mutter dieser Vitaminbombe – dem Apfelbaum. Im Bürgerpark in Diepholz, einer beschaulichen Gemeinde in Niedersachsen, findet nun das 20. Jubiläum dieses Spektakels statt: Das Appletree Garden Festival.

Künstler*innen aus elektronischer Musik, Pop und Rock jeglicher Coleur teilen sich vom 4. bis 6. August die Bühne. Weil so ein runder Geburtstag gefeiert werden muss, gibt es zum ersten Mal Workshops aber eben auch eine zusätzliche Bühne zu den bereits etablierten drei Bühnen. Dieses Jahr kommt das “Tiefe Holz” als eine Bühne dazu, die bis tief in die Nacht bespielt werden kann – steckt schließlich im Namen. Weil vier Bühnen mit 60 Acts aber wortwörtlich ganz viel Holz ist, sind für euch Radio Q-Reporter:innen Carlotta Rölleke, Mel Kinkel und Yunus Gündüz am Start und nehmen euch mit in den Apfelhain.

Das farbenfrohe Appletree bei Nacht, Foto: Anna Wyszomierska

Das Appletree Garden ist tatsächlich schon vor zwei Jahren 20 geworden, musste aber pandemiebedingt, wie so einiges andere, ausfallen. Diese Fete wird endlich nachgeholt und ist auch prompt ausverkauft. Das lauschige Festival vor grüner Kulisse kann dieses Jahr mit 6000 Gästen rechnen. Aber das Appletree steht auch für Kultur und Zirkuskunst: Vor Ort sind Autor*innen, Artist*innen, Magier*innen und sogar Yoga- und Literatur-Workshops werden angeboten – magisch! Kern der Sache bleibt natürlich die Musik und die schauen wir uns jetzt genauer an. 

Direkt am Donnerstag stehen Los Bitchos als eine der ersten auf der Großen Bühne. Die fünf Multi-Instrumentalistinnen liefern eine Mischung aus Garage Punk, Psych Rock und Cumbia, der perfekte Start in ein durchtanztes Festivalwochenende. Im März hatten wir Josefine und Serra aus der Band übrigens im Interview. 

Psychedelisch geht’s auch mit Curtis Harding weiter, aber auch Soul, Blues, und Gospel gehören zu dem Repertoire des US-Amerikaners. Als ehemaliger Back-Up-Sänger von CeeLo Green kann Harding schon lange auf eine eigene ansehnliche Karriere blicken. Also “Face your Fear” und entdecke deine “Soul Power” mit Curtis Harding. Danach geht’s direkt weiter ins tiefe Holz wo Isabeau Fort euch mit ihre Sounds in lauen Lüftchen, aber auch gern in großen Stürmen ihrem Namen angemessen umwirbelt.

Am mittleren Tag der Reise in den Apfelhain dürfen wir uns auf weitere Musikacts freuen, die auch gerne mal von der Norm abweichen: Der Freitag scheint grundsätzlich der Tag der Ausschweifungen zu werden, hier treffen wir uns am Morgen erstmal zu einer “entspannten(??)” Runde Rave Yoga, bevor wir am Nachmittag die Italo-kult-Legenden Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys und Team Scheiße sehen dürfen. Wir erkennen kein Muster, außer den Wahnsinn, wenn wir von Schlager Pop an der großen Bühne zu Punk an die 40 Schritte Wald Bühne gehen.


Am zweiten Tag geht so ein Festival ja erst richtig los – wenn der Morgen im kochend heißen Zelt beginnt und das Frühstück nicht mehr ist als eine leere Versprechung und Bier. Und Hoffnung auf gute Musik.
Klar, du kannst dich auf der einen Seite in’s Tiefe Holz machen und dort dem, so gut wie alles was irgendwann mal existierte und einen treibenden Beat hatte, coverndem Mambo Schinki zuhören. Der verwandelt alte und neue Banger von Gigi D’Agostino, Rammstein, Das Bo oder Rage Against The Machine und unendlich vielen Charthits mehr, in Polkaversionen. Und das an der größten jemals gebauten Heimorgel der Welt. Wie gesagt: Der Wahnsinn zieht auf das Festivalgelände ein. Oder du lässt dir von Team Scheiße in genau die Kerbe schlagen, welche die Verzweiflung des Morgens in deiner Seele hinterlassen hat.

Am Samstagnachmittag müssen wir uns dann in Acht nehmen, sonst werden wir noch mitten im tiefen Holz plötzlich in einen Apfelbaum verwandelt – die Magier Siegfried & Roy geben dort ihr können zum Besten, inklusive Glamour und Glitter. Aber auch auf dem Campingplatz nicht vor ihnen sicher, so streifen die beiden Zauberer zwischen den Zelten umher und ehe du dich versiehst wirst du von deinem Dixieklo in ein anderes gezaubert. Am Abend wird die Waldbühne von einer Band bespielt, auf die sich alle drei Redakteurs-Nasen einigen können. Altin Gün aus den Niederlanden überzeugen mit fulminanten Anadolu-Rock und psychadelischen Sounds aus der Türkei. Die Band ist international aufgestellt, singt allerdings auf türkisch. Du verstehst den Text nicht? Kein Problem! Altin Gün rocken Festivals und Konzerthallen auch ganz ohne Sprachkompetenz – der Vibe ist schließlich universell gut. 

Wir freuen uns auf jeden Fall auf ein fulminantes Fest unterm Apfelhain, das diesem Festival eine vielfältig-bunte Geburtstagssause bereitet!


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