Wo kommen eigentlich die Kaninchen her?

Geschrieben von am 25. Mai 2020

Die Kaninchen in Münster gehören zu der Stadt wie der Aasee und die Leevzen. Aber was hat es eigentlich mit den flauschigen Tieren auf sich? Radio Q-Reporterin Johanne Burkhardt hat mit Hans-Ulrich Menke vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit gesprochen und es herausgefunden.

Radio Q: Herr Menke, waren die Kaninchen schon immer in Münster?

Hans-Ulrich Menke: Die Kaninchen kommen ursprünglich aus Nordafrika und dem Südwesten von Europa. Die sind dann im Lauf der Jahrtausende in ganz Europa eingewandert und sind dann auch nach Münster gekommen.

Radio Q: Warum ausgerechnet Münster?

Hans-Ulrich Menke: Münster ist für die Kaninchen ideal weil wir hier den Kiessandrücken haben in dem die Kaninchen gut buddeln können um ihre Bauten zu bauen. Dort leben die Kaninchen und bekommen auch ihre Jungen.

Radio Q: Gibt es die Kaninchen so auch in anderen deutschen Städten?

Hans-Ulrich Menke: Ja, die gibt es insbesondere dort wo viel Land ist – beispielsweise in Berlin. Also überall wo die Kaninchen trockene Stellen haben wo sie graben können.

Radio Q: Bekannt sind ja vor allem die Kaninchen auf dem Ludgerikreisel. Ist das für die Tiere nicht gefährlich?

Hans-Ulrich Menke: Die Kaninchen leben tatsächlich auf dem Kreisel. Um von dort weg zu kommen müssen sie auch über die Straße laufen. Das machen sie dann aber nachts. Aber Kaninchen können ja Bauten bauen, die bis zu 50 Meter lang sind – Kaninchenburgen sagt man da auch. Der Ludgerikreisel ist da von vielen Bauten besiedelt.

Radio Q: Sind die Kaninchen in Münster gern gesehen, oder sind sie eher eine Plage?

Hans-Ulrich Menke: Auf den Grünflächen sind sie eher eine Plage. Natürlich sind sie für die Bevölkerung, besonders für die Kinder, ein schöner Anblick. Aber da sie gerne Löcher buddeln und sich von Kulturpflanzen, Gras, Wurzeln und auch Baumrinden ernähen, können sie auch schädlich sein.

Radio Q: Können die Kaninchen auch Krankheiten übertragen?

Hans-Ulrich Menke: Da muss man unterscheiden. Bei den Kaninchen gibt es die Myxomatose und die sogenannte Chinaseuche (Rabbit Haemorrhagic Disease). Das sind aber Krankheiten, die nicht auf Menschen übertragbar sind. Wohl aber auf Hauskaninchen. Was für den Menschen problematischer ist, ist dass die Kaninchen auch in den eigenen Garten Zecken oder Flöhe einschleppen können. Von denen können dann auch Menschen auch betroffen sein.

Radio Q: Kaninchen vermehren sich ja auch sehr schnell. Müssen die Kaninchenbestände dann kontrolliert werden?

Hans-Ulrich Menke: Man sagt ja nicht umsonst „Vermehren wie die Kaninchen“. Kaninchen bekommen bis zu sieben Mal pro Jahr zwischen fünf bis acht Junge. Die werden im selben Jahr teilweise schon wieder geschlechtsreif und können sich dann auch wieder vermehren. Das ist also eine extreme Vermehrungsrate. Das führt dann schnell dazu, dass die Kaninchen bestimmte Bereiche überbesiedeln. Die Stadt setzt da Kaninchenfänger ein. Dabei werden Frettchen (Nordafrikanische Albinoiltisse), also den natürlichen Feinden der Kaninchen, in den Bau der Kaninchen gelassen. Durch den Geruch und die Geräusche der Frettchen werden die Kaninchen aus dem Bau heraus getrieben und gefangen. Da man Kaninchen nicht wieder aussetzen darf, müssen sie leider getötet werden. Aber der Zoo nimmt auch manchmal Kaninchen an, die dort dann als Tierfutter verwendet werden. Menschen können Kaninchen auch verzehren, da es sehr mildes und leckeres Fleisch ist.

Radio Q: Dürfte man also einfach ein Kaninchen fangen um es zu essen?

Hans-Ulrich Menke: Das ist nicht erlaubt. Privatpersonen dürfen nicht auf öffentlichen Grünflächen Kaninchen fangen.

Radio Q: Vielen Dank für das Inerview!


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