Quadrophonie – das Plattenquartett im April 2020

Written by on 26. April 2020

 

Sorry – “925” (mitgebracht von Moritz Meyer) 

Jugendlich depressive Attitüde trifft auf enorme Stilvielfalt. So lässt sich die Band Sorry und ihr Album “925” wohl am Besten beschreiben. Die beiden Hauptmusiker Asha Lorenz und Louis O’Brien lernen sich bereits in der Schule kennen und fangen an gemeinsam Musik zu machen. Nachdem ihr erstes Projekt “Fish” aufgrund von Namensrechtsverletzungen von einer Klage bedroht war, blieb ihnen nichts anderes übrig als “Sorry” zu sagen – der neue Bandname war geboren. 

So gründete sich die Band Sorry, zu der dann noch ein Bassist und ein Schlagzeuger hinzukommen. Nun hat das Quartett mit “925” ihr Debütalbum veröffentlicht. “925” steht dabei für die Karatangabe von Sterling Silber, welches eben kein reines Silber ist, sondern eben nur zu 92,5 %. Damit ist es also unrein und unperfekt. Genau das ist auch das Motto für das Album “925” und die Musik von Sorry im Allgemeinen. Basis ihrer Musik ist der depressiv angehauchte Rock der sich dann mit dem eher gesprochenen Gesang von Louis O’Brien und der “Alles-ist-mir-irgendwie-egal”-Stimme von Asha Lorenz paart. Dieser trifft in der Musik von Sorry dann auf unglaublich viele verschiedene Genres, wie Jazz, Blues, aber auch elektronische Elemente sind in den Songs zu finden.

Dabei wird nicht immer die eingängigste Harmonie gewählt, sondern es darf einem durchaus schon mal ein Schauer über den Rücken laufen. Wobei viele der Songs dann doch irgendwann auch mal Stellen aufweisen, die auch schon beim ersten Hören leichter bekömmlich sind. Thematisch nimmt einen dieses Album genau in die Gedankenwelt mit in der sich Bandmitglieder am Anfang ihrer 20er Jahre befinden zwischen Liebe, Trennung, Sex und dem Berühmtwerden. Dieses suchen und finden von sich selber, kommt dabei in der Musik und in den Texten von Sorry einmalig zur Geltung. 

Ein richtig gelungenes Debütalbum, was viele Stile geschickt kombiniert und  gelungen Themen behandelt, die in den Köpfen von Menschen am Anfang ihrer 20er Jahre in den Köpfen rumschwirren.

Songs:

  1. Right Round The Clock 

Weirde Hommage an den Tears for Fear Klassiker Mad World. Dabei treffen Saxophon und Klavier auf pulsierende Synthies, in einem Song der hinterfragt, was wir überhaupt von der Liebe verstehen.

→ JD: Dieser rotzige Gesang der irgendwann im Chorus-Duett verschwimmt und das schreddernde Saxophon strahlen eine angenehme Fuck-You-Ästhetik aus. Endlich fühle ich mich wie ein Teil dieser coolen, rauchenden Jugendclique für die ich immer zu nerdig war.

 → Carlotta: Das Saxophon ist richtig geil, bin ja eh ein Bläser Fan. Vielfältige Rhythmik und Gesangsstimmen dazu, auf jeden Fall interessanter Opener, zum Ende hätte mir ein bisschen krassere Klimax gewünscht.

→ Yunus: Moritz behält recht: weirder Einstieg, aber weird ist meistens auch interessant. Die seltsamen Betonungen im ersten Vers machen mich kirre aber vor Allem zum Ende geht der Song in seiner verzerrten und depressiven Atmosphäre herrlich auf.

  1. Rock’n’Roll Star 

Größte Überraschung des Albums: Man rechnet mit vielen aber nicht unbedingt mit Swing und  klassischem Rock’n’Roll. Dieser trifft dann wieder auf die auf die depressive Grundstimmung und löst sich im Refrain wunderbar eingängig auf.  

Carlotta: Die Zusammenführung von Jazz und Rock’n Roll ist meiner Meinung nach hier nur so semi gelungen. Wäre besser gewesen, den Song nicht so mit verschiedenen Instrumenten voll zu ballern sondern sich darauf zu konzentrieren. 

→ JD: Die Kids in UK entdecken ja gerade wieder den Jazz für sich. Sorry versuchen ihn mit Rock n Roll zu fusionieren, wissen aber nicht ganz wo sie damit hinwollen.

→ Yunus: Dem Saxophonisten würde ich gerne mal paar Antidepressiva zuschieben. Ansonsten hoffe ich, dass der Jazz/Rock Mix in Rock´n´Roll Star komisch und fehl am Platz klingen soll, denn das tut es und würde zumindest zur Gesamtstimmung im Album passen. Ich hatte bisher den Eindruck, dass Sorry dieses desorientierte Gefühl erzeugen wollen.

  1. More 

Eingängigstes Lied im klassischen Indie-Rock Stil, was perfekt den Drang verkörpert immer mehr zu wollen und einem Rausch zu unterliegen.

→ Carlotta: Ne solide, rotzige Punk-Nummer, aber leider nicht wirklich abwechslungsreich und in der Struktur recht vorhersehbar. Nicht schlecht, aber auch nichts besonderes.

→ JD: Klassischer verschrobener Rock Song mit Garagen Attitüde und Drogen Thematik. Schon viel Ähnliches gehört, aber zwischendurch mal ganz lässig.

→ Yunus: Verglichen mit den restlichen Songs eher unspektakulär. Aber die treibenden Drums und Gitarren machen definitiv Laune. Man braucht eine lange Dusche nach der Nummer aber Spaß hat´s gemacht.


Fazit JD: Sorry heben sich durch ihre Anti-Haltung vom plätschernden Radiosound ab! Zum Großteil ein echt spannendes Album mit Klangvielfalt. Manchen Songs fehlt allerdings der Biss. 7 von 10 Sternen

Fazit Yunus: Das Songwriting erzeugt im Zusammenspiel mit dem Sound eine stimmige und spannende Atmosphäre. Sorry sind deprimiert, anti und streckenweise hedonistisch aber genau das fühlt sich in 925 richtig an. 8 von 10 Sternen

Fazit Carlotta: Diese grunge-Attitüden in der Stimme von Lorenz haben es mir sehr angetan und auch die generelle fuck-you- Stimmung des Albums. Dazu kommen dann noch immer wieder diese Stilbrüche, die das Album “925” spannend macht und von Werken von ähnlichen Bands abhebt. Aber noch ein bisschen mehr Mut hat mir gefehlt in einigen Songs. 7 von 10 Sternen 

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