Melt! 2019 – Vorbericht

Geschrieben von am 16. Juni 2019

Kaum ein Festival kombiniert Ort und Musikfarbe so gut wie das Melt! Festival im ehemaligen Tagebau Ferropolis, der Stadt aus Eisen bei Gräfenhainichen. Zwischen monströsen Kohlebaggern schwingen die frischesten Kläne aus Elektro, Hip-Hop, Pop und Indie über die Köpfe des Publikums hinweg. Hier trifft eine Location aus dem Damals auf die innovativsten Klänge aus dem Heute und Morgen.

Jährlich kommen um die 20000 Freigeister, Partytiere und Musiknerds aus der ganzen Welt zum Melt! Und vom 19 – 21.07. geht es endlich wieder los. Wobei naja eigentlich beginnt die Warm Up Party bereits am 18.07 (für diese wird ein extra Ticket benötigt). Doch während andere Festivals bei der Warm Up Party die großen Namen noch zurückhalten, gibt es auf dem Melt! bereits das erste Highlight. Dort legt nämlich niemand anderes als der vielfältige Elektro Künstler und Feuilletonliebling Bonobo auf. Bonobo sprengt mit seinen Sets Grenzen zwischen Downtempo, Ambient, Soul und R&B. Wie pulsierend ein Set von dem Ausnahmekünstler sein kann, beweist sein im Februar veröffentlichter fabric-mix

Wenn das Publikum sich am Donnerstag eingegroovet hat, beginnt am Freitag auch schon der erste offizielle Festival Tag. Und der gibt ordentlich was her. Nilüfer Yanya zum Beispiel. Die Britin macht innovativen Pop, der sich nicht anpassen will. Aus einer R&B Nummer wird bei ihr gerne ein treibender Rock Song. Ein wahres Multitalent, dass in unserer Redaktion schon seit Monaten gehyped wird.

Neben Elektro Größen wie Modeselektor, die sicherlich auch einige Songs ihres neuen Albums “Who Else” im Gepäck haben werden, treten auch HVOB aus der Schweiz auf. HVOB sind einzigartig. Auf ihrem neuen Album “Rocco” finden sich neben melancholischen, minimalistischen Elektroballaden wie “Bloom” auch Songs welche die Menge ordentlich zum Schwitzen werden bringen. “Butter” baut sich ganz langsam auf, bis nach ziemlich genau 2 Minuten der Track mit einer alles zerstampfenden Bassline pure Eskalation hervorruft. Großer Geheimtipp!!

Samstag lohnt es sich lange wach zu bleiben. Denn während Abends die Hip-Hop Acts der Stunde wie Grime Rapper Slowthai, Trap Enthusiast Young Lean oder Tua von den Orsons die Bühnen stürmen, legt tief in der Nacht Four Tet auf. Der ist nicht nur in den Augen der Musikpresse, wie Pitchfork einer der Einflussreichsten Musikproduzenten des neuen Jahrtausends – er ist auch ein begnadeter Remixer. Von Radiohead, über Hot Chip bis hin zu the Notwist, hat er Songs seinen minimalistischen elektronischen Touch mitgegeben. Jetzt dürfen wir uns endlich live in sein Reich der tausend Klänge entführen lassen.

Trotz alledem sollten wir am Sonntag wieder Fit sein. Denn es stehen noch Shows vom House Produzenten der Stunde, FKJ, sowie den Internet Hypes Gus Dapperton und Boy Pablo an. Am Ende krönt das ganze Festival dann Justin Vernon alias Bon Iver. Der zunächst als Schwermutskönig des Folk gefeierte US-Amerikaner, schuf mit 22, A Million im Jahre 2016 einen Radikalen Gegenentwurf zum Radio-Pop. Statanische Verse treffen auf verschrobene Elektroklänge treffen auf Vernons emotionsgeladene Stimme. Ein faszinierendes Album voller neuer Klangwelten, das einen direkt in den Bann zieht. Umso spannender wird es die Songs von Bon Iver live aufgeführt zu sehen. Gänsehaut garantiert!!

Kommt rum und lasst euch mit uns in ferne elektronische Sphären treiben und die Musik von Morgen entdecken. Das alles unter den gigantischen Baggern beim Melt! in Ferropolis.

Bild: Stephan Flad


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