Filmrezension: „The Dead Don’t Die“

Geschrieben von am 19. Juni 2019

In Centerville, einer kleinen Stadt im mittleren Westen der USA, ist einiges aus dem Gleichgewicht. Das hat bei „The Dead don’t Die“ aber wenig mit den Zombies zu tun, um welche die eigentliche Geschichte kreist. Centervilles Gesellschaft ist irgendwie selbst schon kaputt und die Figuren allesamt Karikaturen der amerikanischen Gesellschaft. Durch Fracking an den Polen hat sich die Erdachse verschoben. Jetzt bleibt es ungewöhnlich lange hell und bei Nacht kommen Zombies aus ihren Gräbern. Dass davon eine Gefahr ausgehe, wird von offizieller Seite natürlich dementiert. Zunächst kommen die Zombies langsam, gespielt von Iggy Pop, und dann schnell mit ganzen Zombiehorden. Sie haben sich aber alle  ein Stück Menschlichkeit – ihre ureigenen Verlangen – bewahrt haben.

Der Film ist dabei alles andere als ein Actionfilm. In manchmal geradezu zu quälend langen Einstellungen wandeln die Protagonisten durch die Apokalypse. Keine der Figuren ist wirklich in der Lage etwas zu ändern. Und sie scheinen sich mit dem Chaos abgefunden zu haben, bevor dieses wirklich über ihnen hereinbricht. Überhaupt verharren die Charaktere in einer auffälligen Passivität und wirken fast schon wie Beobachter ihrer eigenen Geschichte. Man kann diesen neuen Film von Jim Jarmusch großartig finden. Seine Kritik an der Gesellschaft und seinen Humor. Gerade Bill Murray und Adam Driver in den Hauptfiguren schaffen es einen auf eine sehr absurd lethargische Art zu begeistern. Außerdem weiß der von Adam Driver gespielte Ronald Peterson auch irgendwie mehr: Immer wieder sagt, dass dies alles kein gutes Ende nehmen werde. Auch den Song „The Dead Don’t Die“ von Sturgill Simpson erkennt er treffsicher als Titelmusik des Films in dem er ist.  Und dann gibt es noch Tilda Swinton als Bestatterin: Sie ist schwer zu beschreiben aber großratig.

Man kann den Film allerdings auch langweilig und belanglos finden. Er hat lange Einstellungen in denen nahezu nichts passiert und die Handlung kommt nur äußerst schleppend in Gang. Man muss sich schon darauf einlassen wollen. Auf den doppelten Boden und Anspielung auf aktuelle Ereignisse – allen voran dem Klimawandel. Aber wenn man es macht, ist „The Dead Don’t Die“ ein sehr guter Film. Mit einer ziemlich fatalistischen Botschaft: Die Welt ist gefickt!

Bild: Universal


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