80s-VIbes & teenage angst – Filmmusik in „The Breakfast Club”
Written by Gesa Postrach on 16. Juli 2026
Habt ihr bei euren Lieblingsfilmen eigentlich schon mal genauer auf die Musik geachtet? Oft ist ja die Filmmusik super wichtig für den Spannungsbogen. Radio Q-Redakteurin Gesa Postrach hat sich über die Musik ihres Lieblingsfilms mal Gedanken gemacht und reist jetzt deshalb mit uns in die 80er.
Es gibt ein paar Filme, die könnte ich einfach immer wieder schauen. Einer davon ist „The Breakfast Club” von 1985. Und das nicht nur wegen der Story und den Themen, die Regisseur John Hughes hier anspricht, sondern auch wegen der Musik. Zusammengestellt und komponiert wurde der Soundtrack vom Produzenten Keith Forsey. Die Storyline ist simpel: fünf Teenager treffen beim Nachsitzen an einem Samstag aufeinander. Sie alle kommen aus verschiedenen Gruppen der Schule, sind nicht miteinander befreundet und sind jetzt gezwungen, den ganzen Tag zusammen zu verbringen. Durch Konfrontationen, Streit und Geständnisse lernen sie sich besser kennen.
Der Film kommt eigentlich ohne viel Musik aus. Wenn sie aber eingesetzt wird, dann präzise, um die Stimmung einzelner Szenen zu verstärken. In angespannten Szenen spielt fast immer das gleiche spannungsvolle, nervöse Instrumental:
Wie ein roter Faden zieht es sich durch den Film und lässt die Zuschauenden mitfiebern.
In einer anderen Szene laufen alle fünf unerlaubt durch die Gänge der Schule, um nicht von ihrem Lehrer erwischt zu werden. Auch eine heikle Situation könnte man meinen. Doch währenddessen hört man „Fire In The Twilight”.
Der energetische Track zeigt den Spaß, den die Teenager bei der gemeinsamen Flucht vor der Autorität haben und wie das Erlebnis sie zusammenschweißt. Die Musik endet erst, als sie in eine Sackgasse geraten.
Gegen Ende erreicht der Film dann seinen Höhepunkt. Nicht nur musikalisch. Auch die zwischenmenschliche Verbindung zwischen den Charakteren ist stark und sie haben Gemeinschaft ineinander gefunden. Also machen sie den Plattenspieler an und tanzen gemeinsam.
„We Are Not Alone” von Karla Devito dient als eine Art Hymne für das Wachstum der Charaktere und markiert das euphorische Finale des Films. Denn irgendwie haben die fünf es geschafft, über ihre Unterschiede hinweg zu sehen, wenn auch nur temporär.
Und dann ist da noch der wohl bekannteste Song des Films: „Don’t You (Forget About Me)”. Der wurde extra von Keith Forsey für den Soundtrack geschrieben und zuerst von der schottischen Band Simple Minds abgelehnt. Schließlich stimmten sie aber zu und landeten mit dem Track auf Platz 1 der Hot 100. In seinen Lyrics greift der Song das Dilemma zwischen Unterschieden und Zusammenhalt deutlich auf.
Der New Wave Track ist ganz am Anfang und auch im Abspann des Films zu hören und rahmt somit die Geschichte ein. „Erzähl mir von deinen Problemen und Sorgen […] wirst du über mir stehen, mich ansehen, mich aber niemals lieben? […] Vergiss mich nicht!” singen Simple Minds.
„The Breakfast Club” zeigt, wie junge Menschen, die an verschiedenen Stellen innerhalb der sozialen Hierarchie stehen und nicht unterschiedlicher sein könnten, Gemeinsamkeiten finden. Die fünf Charaktere haben viele intime und bedrückende Dinge miteinander geteilt und haben nun mehr Verständnis füreinander. Aber die Stereotypen und sozialen Positionen, in denen sie gefangen sind, scheinen unüberwindbar. Der Film entlässt uns und die Charaktere nur mit der Erkenntnis, dass jede Person mehr ist als ein Stereotyp. Ob sie am Montag in der Schule noch immer befreundet sein werden, erfahren wir als Zuschauende nicht. Ob sie einander vergessen werden, bleibt offen. Aber die Lyrics von „Don’t You (Forget About Me)”, die in den letzten Momenten des Films zu hören sind, klingen eher pessimistisch.
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