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Mit Rap und Metal zum Eurovision Song Contest? – From Fall To Spring im Interview

Geschrieben von am 22. März 2023

Einmal am Eurovision Song Contest teilnehmen? Das wollten die Jungs der Nu Metal-Band From Fall To Spring! Im TikTok-Vorentscheid für den letzten Platz im diesjährigen nationalen Wettbewerb Unser Song für Liverpool sind sie mit 28% allerdings nur auf dem zweiten Platz gelandet. Radio Q-Musikredakteurinnen Alessa Voelskow und Sontje Mölders trafen die Band vor ihrem Konzert in Münster am 18. Februar zum Interview und haben unter anderem auch nach zukünftigen Plänen hinsichtlich des ESCs gefragt. Außerdem hat Radio Q mit Drummer Benedikt, Keyboarder Simon und Gitarrist Sebastian über die Bandgeschichte, musikalische Einflüsse und nicht zuletzt über ihr neues Album Rise gesprochen, welches am 14. April erscheint.

Publikum bei From Fall To Spring im Sputnik Café am 18. Februar 2023

Q: Ihr wart letztes Jahr schonmal genau hier und habt gesagt das war eine eurer besten Shows. Was hat die Show so besonders gemacht? Und was macht Münster für euch aus?

Benedikt: Also ich fand was in Münster besonders cool war, war gerade hier in der Location, dass du direkt so nah bei den Leuten bist. Wir hatten viele Möglichkeiten auch draußen mit den Leuten zu reden und ein bisschen Kontakt zu haben. Wir hatten echt das Gefühl, dass wir hier sehr gut aufgenommen wurden. Es war ein klasse Abend!

Q: Generell habt ihr letztes Jahr jetzt auch echt schon ziemlich krasse Sachen gespielt. Ihr habt auf dem Full Force gespielt – für unsere Hörer*innen die vielleicht nicht wissen was das ist, das ist das größte Metal-Festival in Ostdeutschland – also schon echt eine Nummer. Wie war das für euch?

Simon: Das war für uns ja auch noch relativ neu, so große Festivals haben wir bisher noch nicht gehabt und es war sehr beeindruckend. Das Ganze ist während Corona relativ groß geworden. Das mussten wir erstmal so ein bisschen verarbeiten, dass wir jetzt auf einmal von heute auf morgen auf so großen Bühnen stehen.

Das mussten wir erstmal so ein bisschen verarbeiten, dass wir jetzt auf einmal von heute auf morgen auf so großen Bühnen stehen.

Simon

Q: Auch auf TikTok seid ihr ziemlich geboomt. Leider hat es mit dem ESC ja nicht ganz geklappt. Aber 28% der Stimmen ist schon echt eine Nummer! Seid ihr zufrieden oder doch eher enttäuscht?

Benedikt: Wir hätten nicht damit gerechnet, dass das so krass ankommt bei den Leuten. Wir haben viele neue Leute kennengelernt und auch viel Publikum dazu gewonnen und neue Leute erreicht, die das alles richtig krass finden. Wir konnten es selbst eigentlich kaum fassen, tatsächlich doch noch so viel Prozent zu kriegen.

Q: Versucht ihr es denn noch weiter und verfolgt ihr den ESC dann trotzdem? Habt ihr eine Band, wo ihr sagt „okay, wir hätten eigentlich schon gerne den Song“ oder seid ihr dann für Ikke, weil er euch quasi ausgestochen hat?

Benedikt: Also da wir trotzdem weiterhin auf dieser Rockschiene sind, unterstützen wir natürlich gerne die Leute von Lonely Spring und wir feiern natürlich auch Lord of the Lost. Da sind immer so ein paar dabei und die Auswahl ist dieses Jahr echt interessant. Wir fiebern natürlich noch mit und werden vielleicht auch in Zukunft selbst nochmal dort reinkommen.

Q: Blind Channel sind ja auch gut angekommen und ich würde sagen eine musikalische Ähnlichkeit ist schon zu erkennen. Sind die dann vielleicht auch eine Inspiration?

Sebastian: Blind Channel sind definitiv eine Inspiration für uns. Das war auch so ein Moment, als wir die beim ESC gesehen haben, wo wir gemerkt haben „ok, das kann durchaus funktionieren“. Dass eine Band in der Richtung das eben präsentieren kann und wir dachten gerade jetzt auch in diesem Jahr, wo Deutschland versucht hat, sich so ein bisschen dafür zu öffnen auch andere Genres zuzulassen, dass das vielleicht der Zeitpunkt wäre mit etwas Ähnlichem an den Start zu gehen. Und wir haben ja wie gesagt gemerkt, dass das eigentlich ganz gut funktionieren könnte. Ikke Hüftgold hat natürlich eine wesentlich größere Reichweite, aber es war trotzdem umso bestätigender für uns, dass wir so viele Leute mobilisieren konnten, um dann trotzdem Ikke Hüftgold noch richtig etwas entgegenzusetzen.

Q: Wir haben bei Radio Q das Format „Platte für die Insel“. Dabei geht es um die Frage: Wenn man auf einer einsamen Insel gestrandet wäre, welche Platte dürfte nicht fehlen. Welche wäre das für euch?

Sebastian: Da fange ich direkt an mit My Chemical Romance – Welcome To The Black Parade. Das ist mein favourite Album. 2006 rausgekommen, ein Meilensteil für mich, hat meinen ganzen musikalischen Werdegang angebrochen und deswegen sitze ich heute hier und mache Musik.

Benedikt: Bei mir wäre das auch etwas aus dieser Nu Metal-Ära – und es gibt einige Platten von Korn.

Simon: Ich bin relativ großer Linkin Park Fan und für mich ist Meteora eins meiner absoluten favourite Alben. Das dürfte bei mir auf keinen Fall fehlen, wenn ich auf einer Insel strande.

Q: Das ist ja auch gerade im Bereich Nu Metal definitiv ein Klassiker. Würdet ihr sagen, dass euch die Bands beeinflusst haben? Bei Linkin Park hört man bei euch auch viel raus, dass sie einen Einfluss hatten. Von daher: Korn auch, oder eher nicht so?

Benedikt: Natürlich hat jeder so seine persönlichen Richtungen, aber gerade Linkin Park und solche Acts sind und waren für uns alle auch eine große Inspiration und haben unsere Jugend auch schon sehr geprägt. Das versuchen wir jetzt eben ein bisschen in einen neuen Sound auch zu transponieren.

Q: Wie ist das denn bei euch generell mit dem Songwriting-Prozess? Habt ihr da alle Teil dran?

Sebastian: Ja, das ist eine ganz interessante Frage. Ich bin erst seit neustem Teil der Band, wirklich erst seit diesem Jahr fester Bestandteil. Vorher haben die Jungs ihre Songs auf eigene Faust geschrieben und ich habe das dann produziert und ein bisschen weiterverarbeitet. Aber jetzt, seit der Single Draw the Line, bin ich auch fester Bestandteil als Gitarrist und das war dann auch der erste Song, den wir wirklich gemeinsam geschrieben haben. Da haben wir halt nochmal gemerkt, dass das den ganzen Prozess nochmal so ein bisschen vorwärts bringt. Auch die Resonanz auf den Song ist momentan sehr cool und deswegen sind wir auch stoked was jetzt die nächsten Songs angeht, wenn wir dann in derselben Konstellation neues Material schreiben. Also da ist auf jeden Fall Sky is the Limit, da geht noch viel mehr.

Also da ist auf jeden Fall Sky is the Limit, da geht noch viel mehr.

Sebastian

Q: Im April kommt euer neues Album Rise raus. Was ist euer Lieblingssong vom neuen Album? Ist es eine Single, die schon erschienen ist oder ist es etwas Neues?

Sebastian: Also bei mir ist es definitiv Draw the Line, also die neuste Single. Das war mein Einstiegssong mit der Band und war eine mega Erfahrung – auch eine sehr gute Bestätigung zu sehen, dass wir so gut funkionieren, wie wir das auch während des ganzen Prozesses erwartet haben, dass es so sein wird.

Benedikt: Für mich wäre das Br4infuck vom Album. Das ist einer der älteren Songs. Der hat uns sehr geholfen am Anfang wieder den Start zu finden, nach der Pandemie und war auch so ein bisschen der Beginn dieser neuen Phase.

Simon: Mein Lieblingssong ist Destiny. Ich bin der Überzeugung, dass der live echt gut ankommt. Ich finde, der Song bringt unsere Energie, die wir live geben wollen, gut zu den Zuschauern rüber und es macht immer wieder Spaß den live zu performen.

Q: Man entwickelt sich als Band ja auch weiter. Habt ihr da irgendwelche Ziele für die Zukunft, wo ihr sagt „da wollen wir hinkommen“?

Benedikt: Aktuell haben wir auf jeden Fall erst noch die Tour vor uns diesen Sommer. Da sind wir eigentlich überall in Deutschland und es gibt einige Dates, wo noch ein paar Tickets frei sind. Einige sind schon sold-out. Da könnt ihr einfach reinklicken bei uns auf der Seite und nachschauen. Danach werden wir noch versuchen auch gerne auf Festivals zu spielen. Und nach der Phase direkt wieder ins Songwriting und neue Sachen produzieren.

Q: Habt ihr musikalisch auch eine bestimmte Richtung, wollt ihr genauso weitermachen wie bisher oder noch etwas rumexperimentieren?

Sebastian: Wir wollen definitiv die ganzen Grenzen von unserer Musik noch ein bisschen ausweiten, also, dass wir da wirklich so ein paar Mauern durchbrechen. Das wäre schon unser Anspruch. Das ist natürlich ziemlich schwierig, aber wir tasten uns jetzt von Song zu Song immer mehr an unser Soundideal ran und es kann in jede Richtung gehen. Es muss uns einfach gefallen. Es muss irgendwas sein, was uns vor eine Herausforderung stellt und wo man sich auch vorstellen kann, dass wenn man diesen Song live performt, das irgendwas mit den Leuten macht. Das ist besonders wichtig.

Wir wollen definitiv die ganzen Grenzen von unserer Musik noch ein bisschen ausweiten, also, dass wir da wirklich so ein paar Mauern durchbrechen.

Sebastian

Q: Eine gewisse Begeisterung für die eigene Musik ist natürlich nicht verkehrt.

Sebastian: Es muss Spaß machen. Also es ist sehr viel Arbeit, es ist sehr anstrengend und wenn man während des Prozesses dann nicht auch auf sich selber gucken würde – dass man Musik macht, die irgendwie einen selber auch triggert und bewegt – dann wäre das alles ziemlich schwierig.

Q: Aber allgemein macht das Tourleben aktuell noch Bock und ist auch mit dem Alltag noch gut vereinbar? Ihr macht ja glaube ich nebenher noch andere Sachen aktuell, oder?

Sebastian: Immer, immer! Also viele von uns sind berufstätig. Ich bin jetzt halt der einzige, der auch den Vorteil hat, dass ich im Musikbereich tätig bin. Deswegen lässt sich das ganz gut vereinen. Aber bei den Anderen, ihr könnt ja mal vielleicht drüber erzählen wie das für euch so ist.

Simon: Also momentan sind wir halt viel am Wochenende unterwegs, in der Regel immer freitags und samstags. Es ist immer schwierig, wir müssen uns freitags Urlaub holen. Das ist klar. Normalerweise braucht man das Wochenende zur Erholung, aber wenn man dann montags auf die Arbeit kommt nach so einem langen Tourwochenende. Man kommt sonntags dann irgendwann spät heim… Mit der Zeit nagt das an einem, aber es macht uns trotzdem Spaß. Wir würden es nicht machen, wenn wir nichts davon hätten und das ist es uns auf jeden Fall immer wert!

Q: Ist es dann ein Ziel irgendwann die anderen Jobs an den Nagel zu hängen und full-time Musiker zu werden?

Benedikt: Wir schauen immer was geht. Es ist natürlich immer schwierig jetzt das Risiko komplett reinzuhängen. Wir sind alle auf jeden Fall mit ganzem Herzen immer bei der Band, ziehen die Sache durch und sind offen, was die Zukunft bringt.

Wir sind alle auf jeden Fall mit ganzem Herzen immer bei der Band, ziehen die Sache durch und sind offen, was die Zukunft bringt.

Benedikt

Q: Wenn ihr jetzt, insbesondere für dieses Jahr – also 2023, das Jahr ist ja noch relativ jung – einen Wunsch für die Band äußern könntet, welcher wäre es?

Benedikt: Mein Wunsch wäre, dass das Album einschlägt und chartet und einfach möglichst viele Leute unsere Musik hören.

Simon: Wenn vielleicht möglichst viele Hörerinnen und Hörer hier unser Album vorbestellen, dann haben wir vielleicht die Chance damit eine gute Charts-Platzierung zu erreichen. Für uns ist vielleicht ein Ziel die Top 10 der Charts. Das ist schon ein hohes Ziel, aber das ist schon was wo man sagen könnte: das wäre mega nice!

Sebastian: 2024 finde ich tatsächlich interessanter, weil das Album uns jetzt ja erst einiges ermöglichen wird. Wir haben jetzt auch durch das Album und den ganzen Prozess vorher, mit dem ESC und so weiter, einige Kooperationspartner dazu gewonnen. Wir haben auch einen sehr großen Glauben daran, dass die uns dabei helfen können, dass wir gemeinsam als Team nächstes Jahr auf ein deutlich höheres Level nochmal wachsen können, noch mehr Leute erreichen. Wir wollen halt wirklich etwas machen, was auch mit den Leuten etwas macht oder auslöst. Ich kann wahrscheinlich auch für die anderen sprechen: Das ist unser größtes Ziel.

Gitarrist Sebastian Monzel, Drummer Benedikt Veith und Keyboarder Simon Triem

Um selbst nach dem Album oder Tourdaten zu schauen, oder um in die Musik von From Fall To Spring reinzuhören, könnt ihr den untenstehenden Links folgen:

Website: https://fromfalltospring.de/

Instagram: https://www.instagram.com/from.fall.to.spring/?hl=de

Spotify: https://open.spotify.com/artist/373XSzgRHjl6imFLdGNlQm

Den Radio Q-Beitrag vom 12.04. zum Interview könnt ihr hier nachhören: