Reggae Jam 2022 – Nachbericht

Geschrieben von am 2022-08-15

Radio Q Reporterin Luna Baumann Dominguez war dieses Jahr nicht nur zum Feiern auf dem Reggae Jam, sondern hat sich auch journalistisch “ins Zeug gelegt”, um über das Festival im wunderschönen Klosterpark Bersenbrück berichten zu können.

Ich habe lange überlegt, in welchem Stil ich diesen Bericht schreiben werde. Um euch nur ansatzweise rüberbringen zu können, wie besonders und magisch das Reggae Jam auch in diesem Jahr wieder war, war mir klar: Nur eine Reportage kann das!

Es ging für mich los am Freitagmittag von Münster nach Bersenbrück. Da bietet es sich an, mit dem Zug zu fahren. Das dauert etwa eineinhalb Stunden. Nachdem die Besucher*innen die Bändchen für das Gelände erhalten haben, konnte es für alle direkt losgehen. Am späten Nachmittag schallten schon die ersten Reggae Beats vom Festivalgelände.

Nachdem ich meinen Rucksack auf dem Campingplatz abgelegt habe, ging es direkt zum Dubcamp, um dort das Interview mit “roots plague” abzuklären. Die Jungs waren super entspannt und spontan, sodass wir das Interview direkt und ein paar Meter vom Dub Camp geführt haben. Im Anschluss daran machte ich mich gemeinsam mit Radio Q-Reporterin Lorena auf den Weg, um der Instagram Community von radioq einen kurzen Einblick ins Festival zu bieten.

Am frühen Abend war es endlich soweit und “Queen Omega” hatte ihren Auftritt. Meine Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen. Sie hat eine so unfassbar starke Stimme, die die Menge zum Springen und Tanzen gebracht hat. Das Interview im Anschluss war aus zeitlichen Gründen leider deutlich kürzer als gedacht, aber hat trotzdem einen tollen Einblick in “Queen Omegas” Persönlichkeit und Leben geboten. Hier könnt ihr euch den Beitrag zum Interview anhören.

Nach diesem tollen Erlebnis, besuchte ich noch das Konzert von Groundation, welches eine musikalische Meisterleistung war. Die krassen Solos haben wahrscheinlich jede*n an der Mainstage umgehauen. Ich hatte teilweise ein bisschen Tränen in den Augen, weil die Musik von Groundation einfach so ergreifend ist.

Groundation @ Reggae Jam 2022

Aber einer der auf gar keinen Fehlen durfte, war “Alborosie”. Leider gab es eine extrem starke Verspätung, sodass ich ab circa 3:30 Uhr Nachts viel zu müde war und das Konzert frühzeitig verlassen musste. Der Einstieg in das Konzert hatte für mich leider nicht den faszinierenden Effekt, wie bei den anderen Künstler*innen. Ich hatte darauf gezählt, dass er zunächst einen seiner Klassiker spielen würde, wie “Herbalist” oder “Kingston Town” und war wahrscheinlich deshalb etwas enttäuscht. Trotzdem war das Konzert gut und die Menge jubelte, sobald “Albo” die Bühne betrat.

Alborosie & The Shengen Clan @ Reggae Jam 2022

Apropros “Alborosie”: Der Song “Blessings” kommt von “Alborosie” und “Etana”.  Etanas Auftritt war aber leider erst am Samstag, sodass sie diesen Song nicht gemeinsam performen konnten. Etana hat “Blessings” mithilfe eines anderen Künstlers aber trotzdem gesungen. Und das war wirklich toll. Wieder ein Moment, in dem mir die Tränen in den Augen standen, weil der Song einfach so emotional ist. Live berührt so ein Song natürlich nochmal auf einer ganz anderen Ebene. Einen Einblick in ihren Auftritt findet ihr hier:

REGGAE JAM 2022 // ETANA // PERFORMANCE // LIVE ON STAGE @ FESTIVAL – GERMANY

Am Mittag vor dem Konzert gab es übrigens super coole Trommelsessions zwischen den Essensständen. Das sind Momente, die mir so gut in Erinnerung geblieben sind, weil solche gerade ein Reggae-Festival besonders machen. Natürlich sind auch die Künstler*innen auf der Bühne dafür ausschlaggebend, wie das Festival im Endeffekt ist, aber den Vibe des Festivals bestimmen auch die Besucher*innen mit. Und ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Menschen auf dem Reggae Jam so wirken, als hätten die Veranstalter*innen sie Hand verlesen. Das passte einfach perfekt. Auch durch die Besucher*innen wird ein Festival erst zu dem, was es ist.

Danach ging es weiter zum Dubcamp. Und ganz ehrlich? Was gibt es geileres als Dub Musik, die live mit Instrumenten untermalt wird? Das ist ein Ereignis, dass Besucher*innen auf dem Dub Camp zu jeder Tageszeit zu sehen und hören bekommen. Ganz egal ob Trompete, Saxophon oder Geige. David Garrett schön und gut. Aber habt ihr schonmal Ras Divarius live erlebt? Stellt euch vor ihr steht in der Menge und tanzt vor einem Soundsystem und plötzlich taucht wie aus dem nichts, “Ras Divarius” neben euch auf und spielt spontan ein bisschen Geige, zu den tiefen Bassklängen, die aus dem Soundsystem dröhnen. Da sind die Glücksgefühle garantiert. Die hohen Töne der Geige fusionieren mit den tiefen Bässen der Dub Musik.

Aber auch am Abend am Campingplatz hörte es nicht auf mit außergewöhnlichen musikalischen Eindrücken. Gerade am Camp angekommen, saß der erste mit der Gitarre da und ein anderer singt… REGGAE natürlich! Aber was für eine wahnsinns Stimme. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen. Mein Tipp an alle, die jetzt interessiert sind: Geht einfach zum Reggae Jam, lasst euch treiben und der Vibe wird euch packen und ihr werdet mit großer Wahrscheinlichkeit eine gute Zeit mit tollen Menschen haben.

Am Sonntag wurde ich von plätschernden Regentropfen auf dem Zeltdach geweckt. Irgendwie gemütlich denkt man sich erstmal…. Aber Regen ist nur gemütlich, wenn er nicht den ganzen Tag da ist und man sich selbst im Trockenen aufhalten kann. Dachte ich – aber Sommerregen auf einem Festival kann sehr viel Spaß machen. Zum Beispiel, wenn man barfuß mit Regenponcho vor einem Soundsystem steht und sich von Musik und Regen berieseln lässt.

Am Abend gab es noch eine Band, die ich unbedingt sehen musste. Obwohl am Dub Camp gerade “Weeding Dub” spielte, konnte ich “The Skatalites” auf keinen Fall verpassen. Und die haben es genau richtig gemacht. Sie haben ihre Show mit dem Klassiker “Freedom Sound” eröffnet und von Sekunde eins an, als sie auf der Bühne standen, alle Besucher*innen in ihren Ska-Bann gezogen.

The Skatalites with Larry McDonald @ Reggae Jam 2022

Nach dem Konzert habe ich mich noch bis zwölf Uhr Mitternacht von den Dub Klängen am Dub Camp verzaubern lassen. Auch “Ras Divarius” und “Weeding Dub” waren noch gemeinsam am Start. Vom Tanzen war ich mittlerweile so verschwitzt, dass ich nicht mehr wusste, ob ich nass vom Regen oder vom Schwitzen bin. Ich meine: Tanzen kann man das auch nicht unbedingt immer nennen bei Dub, es ist wahrscheinlich schon ein Ausdruckstanz der Gefühle. Aber “Roots Plague” haben in ihrem Interview nochmal deutlich gemacht, was Dub noch zu einer so einzigartigen Musikrichtung macht. Das Interview findet ihr hier.

Nachdem um zwölf Uhr leider alles schon wieder vorbei war und die Boxen des Soundsystems ausgestellt wurden, gab es noch eine Jam Session für alle Musikliebhaber*innen, die Bock darauf hatten. Bis drei Uhr morgens war ich noch da. Einige Menschen machten Musik mit riesigen Salatschüsseln aus Metall, andere hatten eine Rassel, eine Maultrommel, eine Gitarre, Holzboxen oder eine Glocke. Sogar ein Saxophon wurde noch ausgepackt. Eine Soundprobe dieses Geschehens sowie die Interviews und weitere Informationen über das Festival findet ihr hier in der Aufzeichnung der Sonderabendsendung zum Reggae Jam 2022.


Radio Q

Wir sind der Campus.

Aktueller Song

Titel

Künstler

Aktuelle Sendung

Moebius

00:00 09:00

Aktuelle Sendung

Moebius

00:00 09:00