Ein Mensch als Kunstobjekt

Geschrieben von am 25. Februar 2022

Die Prämisse des Films “Der Mann, der seine Haut verkaufte” ist provokativ und interessant: Sam Ali, ein junger Geflüchteter aus Syrien, verkauft seinen Rücken an einen Künstler. Dieser tätowiert ein Visum auf seinen Rücken und ermöglicht Sam damit die Reise nach Europa. Die Bedingung: Sam muss fortan von Museum zu Museum reisen und  wird dort als Kunstwerk ausgestellt. 

Mitreißend nimmt uns nun auch der Film mit auf Sam Alis Tour durch die Museen. Er wird von einigen als große Kunst gefeiert, andere kritisieren den die Tatsache aus einer Person ein KunstOBJEKT zu machen. Wirklich interessant wird der Film “Der Mann, der seine Haut verkaufte” dadurch, dass Sam selbst sich weigert als bloßes Objekt zu verharren. Locker und großspurig nimmt sich Sam immer wieder Freiheiten heraus. Er ruft damit den Zuschauenden immer wieder in Erinnerung: Ich bin ein Mensch, kein Objekt!

© eksystent Filmverleih

Dank dem großartigen Schauspiel von Yahaya Mahayni gelingt es Sam als glaubhafte Figur in diesem interessanten Gedankenexperiment zu platzieren. Neben dieser interessanten Thematik erzählt der Film von Kaouther Ben Hania, der 2020 für den Auslands-Oscar nominiert war, auch eine Liebesgeschichte, die auch der Auslöser für Sams Flucht ist. Diese ist eher zweckmäßig erzählt und funktioniert, um durch den Film zu Tragen. Die großen Stärken des Films sind aber die Thematik, das Schauspiel und ein unterhaltsames Erzähltempo. Eine klare Empfehlung!

© eksystent Filmverleih

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