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Das Venner Moor als Klimaschützer?

Geschrieben von am 2. Februar 2022

Vor den Toren der Stadt Münster, direkt am Dortmund-Ems-Kanal, befindet sich das Venner Moor. Ein Ort, der von vielen Münsteraner*innen als Naherholungsgebiet genutzt wird. Doch auch für den Klimaschutz sind Moore von immenser Bedeutung – wenn sie intakt sind. Dies ist beim Venner Moor nicht der Fall, doch das soll laut dem Naturschutzzentrum nicht so bleiben: Um das besondere Ökosystem wiederherzustellen, werden daher Maßnahmen durchgeführt, die dem Moor wieder mehr Feuchtigkeit zuführen und dadurch beispielsweise das Wachstum von Torfmoos begünstigen.

Der aktuelle Zustand des Moores ist menschgemacht: Durch Teile der Fläche wurden durch sogenannte Entwässerungsgraben Wasser entzogen, mit dem langfristigen Ziel, Torf abzubauen, einen Baustoff der zur damaligen Zeit als bedeutend angesehen wurde. Heute stellt dieser Vorgang für das sensible Ökosystem und das Naturschutzzentrum Coesfeld allerdings eine Herausforderung dar, denn durch die Entwässerungen verlor das Moor nicht nur die besondere Fähigkeit, als CO2-Speicher, auch der Lebensraum einiger Tierarten ging verloren.

Wir haben bei Diplom-Biologin Kerstin Wittjen vom Naturschutzzentrum Coesfeld nachgefragt, wie es denn aktuell genau um das Venner Moor steht und welche Rolle dabei der Regen spielt.

Radio Q-Reporterin Madita Mohr erklärt uns die Situation.

Allerdings stellt nicht nur der ausbleibende Regen eine Schwierigkeit für eine erfolgreiche Revitalisierung des Moores dar. Auch bürokratische und juristische Hürden sind ein Problem. Für die Büsche und Bäume, die aus dem Moor entnommen werden, müssen laut dem Landesforstgesetz Ausgleichsflächen geschaffen werden, die allerdings meist nicht vorhanden sind. Solche Entbuschungen finden statt, da die Pflanzen dem Moor unter anderem Wasser entziehen und somit nicht förderlich sind, wenn man das Ziel hat, den ursprünglichen Zustand des Moores wiederherzustellen. Durch diese wiederherstellenden und bewässernden Maßnahmen sei auch der Lebensraum vieler bedrohter Arten wieder gegeben, so Kerstin Wittjen. Dass das Landesforstgesetz trotzdessen Ausgleichsflächen vorsehe, sei nicht förderlich du bedürfe eine dringende Änderung des Gesetzes.

Vom Naturschutzzentrum Coesfeld werden regelmäßig thematische Führungen durch das Moor angeboten. Diese sind kostenlos, aber eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Auch für Studierende, die Interesse an der Mitarbeit haben, sei das Naturschutzzentrum grundsätzlich offen.

Das Moor kann aber natürlich auch ohne Führung besucht werden, mit dem Rad braucht man aus Münster rund 40 Minuten, mit den Linien 7 und 41 gibt es außerdem zwei Busverbindungen in Richtung Dortmund-Ems-Kanal. Vielleicht kann vor Ort sogar eine Krickente gesichtet werden, die kleinste Entenart Europas.

Die grünen Flächen sind Torfmoose. Diese sind sehr bedeutend für die Entstehung von Mooren.

Interview und Fotos: Pauline Fikowski