Filmrezension: „Der Trafikant“

Geschrieben von am 2. November 2018

“Der Trafikant” – das ist die Geschichte vom 17-jährigen Franz Huchel gespielt von Simon Morzé. Franz arbeitet in Wien in der Trafik, einem Zeitungs- und Zigarrenkiosk, von Otto Trsnjek. Der lebt nicht nur von seiner Arbeit, er lebt mit ganzem Herzen für seine Arbeit. Ein Stammgast der Trafik ist der Professor Sigmund Freud, welcher genial von Bruno Ganz gespielt wird. Obwohl Freud vom bekanntesten Schauspieler gespielt wird, agiert er im Film eher im Hintergrund und steht als Ratgeber zur Seite. “Der Trafikant” ist nämlich ein Film über die Liebe. Der junge Franz verliebt sich in der großen Stadt und findet in Sigmund Freud den wichtigen Halt, um sich nicht zu verlieren.

Doch das Entdecken und Erforschen der Liebe steht unter keinem guten Stern. Wir befinden uns im Wien der 30er Jahre. Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich unter den Nationalsozialisten verdrängt jegliche Freiheiten, die in der Liebe doch so wichtig sind. Der Film macht dem Zuschauer ohne Umschweife klar, welch großen Einfluss die Politik selbst auf die Kleinigkeiten im Leben haben kann. Franz wird in eine neue Welt geworfen, er entdeckt die Liebe und das alles unter dem Druck der wandelnden politischen Verhältnisse. Es ist daher keine große Überraschung, dass dieser Film einem kein Lachen ins Gesicht zaubert. “Der Trafikant” ist ein sehr ruhiger und langsamer Film, versteht es durch seinen österreichischen Charme aber nicht zu schwermütig zu werden. Denn in dieser bedrückenden Atmosphäre gibt es immer wieder kleine Lichtblicke, die Mut machen. Es ist einer dieser Filme, die nicht viel Spaß machen, aber dennoch verdammt stark sind.


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