Interview mit Das Paradies

Geschrieben von am 29. August 2018

Florian Sievers fütterte bereits mit seiner Band Talking to Turtles die hungrigen Indie-Herzen der Republik. Unter dem Namen Das Paradies schenkt er uns nun weitere Leckerbissen, nur halt auf deutsch. Florian hat uns auf dem Haldern Pop Festival erklärt warum er jetzt solo unterwegs ist und uns das Rezept für den ultimativen Festivalwachmacher verraten.

Du hast gerade hier im Jugendheim gespielt. Das ist ja zunächst eine ungewöhnliche Location für ein Festival. Wie fandest du es dort?

Ich fand das super! Es passen so ungefähr 200 Leute da rein und es war ganz voll. Das Publikum war sehr nett und es hat einfach Spaß gemacht dort zu spielen.

Vor deinem Solo-Projekt Das Paradies, warst du Teil des Indie-Folk Duos Talking to Turtles. Wie kommt es jetzt zu dem Solo-Projekt?

Also zunächst möchte ich klarstellen, dass es Talking To Turtles auch weiterhin noch gibt. Das mit dem Solo-Projekt hat sich so ergeben, als wir nach dem Album eine Pause eingelegt haben. Da habe ich einfach aus Spaß an der Freude mit deutschen Texten rumgespielt, aber zunächst ohne einen Plan irgendetwas zu veröffentlichen. Das ist dann im positiven Sinne aus dem Ruder gelaufen und in zwei Wochen kommt das Album raus. Ich bin selber irgendwie überrascht davon, aber das freut mich natürlich!

Du sprichst es schon an, bei Talking to Turtles hast du englische Texte geschrieben, als Das Paradies schreibst du jetzt auf deutsch. Was fällt dir denn leichter?

Mittlerweile würde ich sagen, dass beides gleich einfach beziehungsweise schwer ist. Das ganze ist der gleiche Park nur eine andere Spielwiese auf der man sich austoben kann.

Du hast auf deiner aktuellen EP „Die Giraffe streckt sich“ einen Song namens Discoscooter. Wie vermutlich viele andere HörerInnen frage ich mich, was ich mir unter einem Discoscooter vorzustellen habe.

Das ist eine gute Frage. Ich war mir als ich an dem Song saß ziemlich sicher, dass es ein Fahrgeschäft namens Discoscooter gibt. Ich glaube ich habe es letztendlich mit dem Breakdancer verwechselt. Aber dann war das Lied fertig und aufgenommen und ich habe ernsthaft angefangen danach zu googlen und dachte mir das es so ein Fahrgeschäft doch geben muss, gibts aber gar nicht. Ich weiß auch gar nicht wie das aussehen soll. Jetzt lade ich Leute auf Konzerten regelmäßig dazu ein mir ihre Ideen zu einem Discoscooter über die üblichen Kanäle zuzuschicken und eventuell können wir dann zusammen ein solches Gerät entwerfen.

Für mich wäre das eine kleine Achterbahn in der die ganze Zeit 70s Disco Musik läuft.

Gute Idee, so wie in den frühen Filmen mit John Travolta! Und überall sind dann auch Celebrities an die Wände gesprüht wie auf der Kirmes.

Ein anderer Song der mir von dir besonders aufgefallen ist, ist deine Cover-Version von Jacques Palminger und Erobiques „Wann strahlst du?“. Wie kamst du zu der Idee das Lied zu covern?

Vor einiger Zeit habe ich mit Claudia von Talking To Turtles im Auto gesessen und dieses Lied gehört. Wir waren beide sofort verliebt in den Song. Wunderschön gesungen und vorgetragen, aber leider habe ich mir den Namen von der Texterin und Sängerin nicht aufgeschrieben, weil das besondere an dem Album [„Songs for Joy“ Anm. d. Red.], von welchem die ursprüngliche Version stammt, ist meine ich, dass die Songs alle von Sängern und Sängerinnen gesungen und getextet wurden, die eigentlich nicht aus dem Musikbusiness stammen. Ich meine die Sängerin ist eigentlich Lyrikerin.

Jetzt hast du bisher eine Single und eine EP rausgebracht und in zwei Wochen kommt dein Album. Wem kannst du dein Album ans Herz legen?

Das will ich mir gar nicht anmaßen da ein Urteil zu fällen, aber ich freue mich natürlich über jeden der sich das mal anhört.

Demnächst bist du mit Element of Crime auf Tour, einer der großen deutschsprachigen Bands. Haben deren Songs einen Einfluss auf deine Musik?

Ich mag die Musik super gerne und auch die Bücher von Sven Regener. Aber beeinflussen ist immer ein schwieriger Begriff. Meistens schreibe ich einfach etwas auf und dann sagt das Bauchgefühl was man mag und was nicht. Aber auch das Bauchgefühl muss irgendwo herkommen und da hat die Musik die man hört und mag wahrscheinlich einen Einfluss drauf. Das ist eher so ein unterbewusstes Beeinflussen.

Für manche Menschen mögen auch einsame Inseln „Das Paradies“ sein. Wir bei RadioQ haben die Rubrik „Platte für die Insel“ in der man sich das Album rausssucht, welches man mit auf eine einsame Insel nehmen würde. Welches Album würdest du mitnehmen?

Eine sehr schwere Frage. Aber aktuell ist das für mich „Stranger in the Alps“ von Phoebe Bridgers, die auch in ein paar Stunden hier auftritt.

Ja da gehe ich auch noch hin, aber wir müssen uns noch ein wenig gedulden. Ein Festivaltag kann echt ganz schön lang werden. Kannst du mir jetzt noch einen letzten Tipp geben, wie ich auch den letzten Tag noch bis in die Nacht gut durchstehe?

Der Klassiker wäre natürlich Wasser trinken und Bier hat ja auch einen ziemlich großen Wasseranteil (lacht). Ansonsten habe ich gestern Nacht um zwei in Waltrop, wo wir auf dem Weg zum Haldern Pop übernachtet haben, einen Kaffee Spezial getrunken. Und der bringt einen wirklich nach vorne. Ich hoffe ich verrate euch jetzt kein Spezialrezept von der Lokalität in der wir waren. Das ist ein Bananenlikör mit Espresso und Sahne obendrauf und das war wirklich sehr gut!


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