Yaeji – What We Drew

Rezensiert von am 6. April 2020

       

Mit der eigens inszenierten Veranstaltung “Curry in No Hurry” fand die Künstlerin Yaeji aus Korea zur Musik, indem wöchentlich gemeinsam ein Essen gekocht und anschließend zusammen musiziert wurde. Das Ergebnis ist unser Album, oder vielmehr ein Mixtape, der Woche zum Abtauchen und Träumen in die Welt von House, Electro und Hip-Hop. Die 27-
jährige Kathy Yaeji Lee wurde in Queens geboren, zog aber mit fünf Jahren mit ihren Eltern nach Seoul, Korea. Fürs Studium wollte Kathy wieder zurück nach Amerika und sie fing an, in New York zu studieren. Viele ihrer Texte sind deshalb sowohl auf Englisch, als auch auf
Koreanisch. Während ihres Studiums fing sie an, einige Tracks auf Soundcloud hochzuladen und produzierte im März 2017 ihre erste EP. Bekannt wurde sie in der New Yorker Szene ein paar Monate später durch die Veröffentlichung einer Boiler-Room Session auf dem Kanal
von 88rising. Ein besonderes Erkennungsmerkmal ihrer Songs, die sie alle fast komplett alleine produziert, ist der geflüsterter Gesang.

Mit “What we drew” veröffentlicht die Sängerin am 2.4.2020 ihr erstes größeres Projekt mit insgesamt 12 Songs. Ein fließender Sound mit brummenden Beats, verzerrte Stimmen und teilweise asiatisch anmaßende Klangelemente entführen den Hörer in eine Cloud-Rap ähnliche Atmosphäre. Eine Beeinflussung durch den K-Pop und koreanischen Indierock lässt sich in manchen Liedern nicht bestreiten. Passend zu der Vermischung der einzelnen Soundelemente ziert das Cover des Mixtapes ein mit Wasserfarben gemaltes abstraktes Bild. 

Thematisch geht es jedoch in Yaejis Songs eher um ernste Themen wie das älter werden und, bedingt durch die vielen Umzüge in ihrer Kindheit, das Gefühl nicht dazuzugehören.  Die ersten drei Songs des Mixtapes gehen eher in die Musikrichtung House und zeichnen sich durch ungewöhnliche Beats und verzerrte Vocals aus. Dies lässt schon mal die Klangfarbe der Künstlerin erahnen. In “Money can`t buy” wird die Musik experimenteller und geht Richtung Hip Hop, denn in diesem Song ist von Nappy Nina ein Rap-Part enthalten. In dem Song dankt sie unter anderem ihren Großeltern, die immer für sie da sind und auf sie aufpassen. Denn deren Beziehung ist etwas, was man sich von Geld nicht kaufen kann.  Der achte Song des Mixtapes ist “Waking up down”, zu dem Kathy Yaejis Freundin Annie Zhao ein Anime-Musikvideo entworfen hat. Verbildlicht werden Probleme des Alltages, wie zum Beispiel das Aufstehen am Morgen, und Yaejis Freude am Kochen. In einem anderen Musikvideo von dem Song “What we drew” wird auch deshalb eine riesige Zwiebel verehrt. Gegen Ende des Mixtapes erwarten uns mit über 4 Minuten längere, aber auch schnellere Songs mit eher monotonem Gesang, der jedoch von Elementen des Electros gestützt wird. Alles in allem bietet dieses Mixtape ein ungewöhnliches, aber tanzbares Klangerlebnis.

Rezensiert von Alessa Voelskow


Label: XL RECORDINGS
Veröffentlicht am: 02.04.2020
Interpret: Yaeji
Name: What We Drew
Online: Zur Seite des Interpreten.


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