!!! – Wallop

Rezensiert von am 2. September 2019

       

!!! (chk chk chk) – Das ist nicht etwa das Pendant zu den drei Fragezeichen, sondern eine Band aus dem fernen Amerika. Gegründet hat sich die Truppe 1996 in Sacramento, wobei sie mittlerweile in New York heimisch ist. Zu ihrem ungewöhnlichen Namen kam sie durch die Untertitel zu dem Film “Die Götter müssen verrückt sein” in dem die afrikanischen Klicklaute in den Untertiteln durch Ausrufezeichen ausgeschrieben werden. So ungewöhnlich wie ihr Name ist auch die Musik der Band, indem sie einen Mix aus Dance-Punk,disco-rock und Indietronica liefern, der immer eine ganz eigene Note hat. Und diese hat sich über die Jahre gewandelt  So kommen sie auf ihrem Debutalbum !!! aus dem Jahr 2001 doch noch eher punkig rüber auf ihrem letzten Album Shake The Shudder aus dem Jahr 2017 dominiert dagegen eher der experimentelle Elektro. Nun erscheint mit Wallop ihr bereits achtes Studioalbum und wieder schlägt die Band neue Wege ein. So erwartet uns auf Wallop ein genialer düsterer Trip in die Dance-Musik der 90er Jahre.

Gleich schon die ersten Töne des Albums strahlen schon diese wunderbare Düsterkeit aus, die auf dem ganzen Album einen gewissen Grundtonus bildet. Der Opener Let It Change U startet mit dunklen Synthies, die letztendlich in einem treibenden basslastigen Groove enden, der einen direkt mitreißt. Im Refrain greift dann die eher leichte, hohe Stimme des Sängers so in das Lied ein, dass ein verdammt guter Kontrast zwischen düsteren Dancegrooves und entspannten Gesangsvibes entsteht.. Danach geht es mit Couldn’t Have Known etwas indielastiger weiter. Wobei der Song mit einer genial eingängigen Bassline überzeugt, die irgendwie sofort im Ohr bleibt. Nach ca.2 Minuten wird die Indielastigkeit dann jedoch wieder aufgegeben und was folgt ist ein Interlude, angelehnt an den Acid Jazz der 90er Jahre in Amerika. Auch wenn das Interlude eine neue Note in den Song bringt, greift es doch auch die Bassline wieder geschickt auf und schafft es so auf eine einzigartige Weise die heutigen Indiediscovibes mit der Elektromusik der 90er Jahren zu verbinden. Mit Off The Grid und dem dazugehörigen In The Grid folgen zwei Tracks die wieder einen Grundbeat ausstrahlen, der so problemlos auch als Basis für einen Gangsterrap Song hätte dienen können. So spiegelt sich in Songs wie diesen auch gleich der Albumtitel “Wallop” wieder. Das heißt übersetzt “Dresche” und dementsprechend hauen die Songs auch zu. Es sind zwei Songs bei denen die Band zuerst den Instrumental Track aufgenommen hat und dann an ihre Freunde geschickt, die geschaut haben, wie man den Song gesanglich noch verbessern kann. Letzendlich hat Meah Pace diesen Song gesanglich begleitet und ihm tatsächlich auch eine Rap-Note a la M.I.A verleihen können.. Das eigentliche Highlight der Platte ist dann der Song Serbia Drums. Während der Tournee in Serbien nahm der Drummer der Band den Song mit seinem Handy auf. Eigentlich passt dieser Song dabei auch gar nicht so ganz in das düstere Album, da Serbia Drums doch eher von seiner Helligkeit und Fröhlichkeit lebt und auch an die 90er erinnert der Song nicht wirklich. Aber es is gerade dieser Kontrastmoment der einen sehr erfreut, denn der Rest des Albums lässt wieder die düsteren Electrogrooves der 90er Jahre wieder auferleben. So erinnern Songs wie My Fault doch stark an Acid Jazz, wie ihn Jamiroquai gemacht oder “UR Paranoid” welcher den wohl düstersten Punkt des Albums darstellt, lässt einen auch wirklich mit dem Gefühl zurück verfolgt zu werden.

!!! schaffen es auf Wallop auf einzigartige Weise einen Trip durch die düsteren 90er zu inszenieren und diese Musik mit ihrem eigenen Stil gekonnt zu vermischen. Eine echte Hörempfehlung.


Label: WARP RECORDS
Veröffentlicht am: 30.08.2019
Interpret: !!!
Name: Wallop
Online: Zur Seite des Interpreten.


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