Kakkmaddafakka – Diplomacy

Rezensiert von am 25. März 2019

       

Kakkmaddafakka – man muss in unseren Redaktionsräumen nur diesen Namen nennen und schon tanzen gefühlt alle auf den Tischen. Die Band aus dem norwegischen Bergen hat sich in den vergangenen 8 Jahren seit ihrem Debüt in den Indie-Rock-Himmel gespielt. “Diplomacy” ist eine weitere Werkschau ihres Feel-Good-Indie. Überraschen tut hier zwar nur noch wenig – muss es aber auch nicht.

Bereits an zweiter Stelle wartet mit “Runaway Girl” ein Song der einfach reinhaut. Mit einem treibenden Rhythmus und gewohnt eingängigem Refrain präsentieren Kakkmaddafakka ihren Trademark-Sound.
Das darauffolgende “The Rest” schlägt mit seinem verträumt-melancholischen Synthie Sound dann eine ganz andere Richtung ein. Die vielen Synthies auf dem Album sind Produzent Mattias Tellez von Young Dreams zuzuschreiben, was den Sound der Band echt aufwertet. Auch textlich wird es in “The Rest” düster: “Forever Young used to be my favourite song / Now it makes me sad ‚cause know those days are gone” – die Angst vorm Altwerden, wer kennt sie nicht? Generell fühlt sich das Album textlich ungewohnt melancholisch, fast schon lethargisch an. Deutlich wird das auch bei “Sin”, wo Sänger Pish Vindenes singt: “Why do I feel so alone in the back of the bar / Sippin‘ beer out a jar in room full of people that mean me no harm” – das ist schwere Kost, bei der man sich zweimal fragt ob die gefühlt schon tausendmal gehörte Charts-Pop-Melodie wirklich nötig gewesen wäre…
Mit “Get Go” reiten die 6 Jungs aus dem hohen Norden dann auf der 80s-Revival-Welle. Hier zeigt sich endlich wieder die crazyness der Band, die man sonst auf dem Album leider eher vermisst.

Frontmann Pish sagt über die Entstehungsgeschichte des Albums, dass das Album dem heißen Sommer des letzten Jahres geschuldet sein. Durch die mediterranen Temperaturen in Bergen, hätte er nur auf dem Balkon gelegen und Gitarre gespielt. Auf keinem Song des Albums lässt sich diese Geschichte so sehr nachvollziehen, wie bei “Naked Blue”, einem sommerlich-leichten Song übers Nacktbaden, der echt nicht wieder aus dem Ohr geht – Indie-Sommerhit-Potential ist vorhanden.

Weiterhin äußert sich Pish zum Album: „Axel hat die Songs am Klavier geschrieben und ich habe etwas mehr clubbiger geschrieben”. Etwas “clubbiger” – das ist wohl auch das größte Manko an “Diplomacy” – alles klingt, zum Teil zwangsweise, eingängig. Viel Pop, weniger Rock und nicht ganz so experimentierfreudig.

Aber das Album ist authentisch. Mit jedem Hördurchlauf merkt man, dass die Band Spaß bei den Aufnahmen hatte. Das Album geht runter wie Butter. Von daher müssen wir als Campusradio “Diplomacy” einfach zum Album der Woche machen. “Runawaygirl”, “Naked Blue”, “Go Get” – so viele Nummern mit unschuldigem Indierock Ohrwurmpotential besitzen echt wenige Alben. An “Diplomacy” werden wir diesen Sommer nicht vorbeikommen.


Label: BERGEN MAFIA RECORDS
Veröffentlicht am: 22.03.2019
Interpret: Kakkmaddafakka
Name: Diplomacy
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