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EKKSTACY – EKKSTACY

Rezensiert von on 2024-01-22

       

Wer oder was ist EKKSTACY? Ich denke mehr als alle anderen hat sich das der 21-jährige Künstler aus Vancouver, Kanada selbst gefragt. Ein selbstbetiteltes Album steht meist für die Aufschlüsselung des eigenen Soundverständnisses, bzw. als welchen Sound sich die Künstler:in selbst versteht. Irgendwo zwischen Lil Peep, Molchat Doma, post-Punk und dem gesamten Jahr 2010 finden wir eine Landschaft, die bittersüß-melancholisch und farbenfroh schwarz-weiß klingt. Durch einen Schleier der Distanz zum Geschehen, der im  sehnsüchtigen Ton des Gesangs durchscheint, lässt sich die Perspektive erkennen, die EKKSTACY seinen Fans greifbar macht: never really a part of something, never really apart of something. 

EKKSTACY durch seine 33-minütige Selbstbetitelung zu folgen, bedeutet mit dem nomadischen Gitarrenspieler die Einsamkeit zu teilen. Es ist schwer zu sagen, ob wir dabei tatsächlich eingeladen sind zuzuhören oder die Songs uns mehr vorgesungen als zugesungen werden. 

Credit: Jason Nocito

Der Breakthrough Song des Künstlers war ‘i walk this earth all by myself’, doch ganz allein ist er nicht, denn eine variabel dominante Gitarrenbegleitung fehlt auf keinem Song, was sie beinahe zu einer zweiten Stimme in seinen Berichten von Streifzügen durch Liebe, Konzerte und der Suche nach einem Ziel werden lässt. Diese Ziellosigkeit ist auch gut im Sound des Albums wiederzufinden. In der Redaktion wurde bei Verleihung des AdW-Titels angemerkt, dass die Songs einen sehr ähnlichen Klang haben. Nuanciert in ihrer Klangfarbe durch melodischere und instrumentenschwerere Tracks in Abwechslung stellt sich das Album mehr als langgezogene Ballade dar, in der auch prominente Features wie The Kid LAROI und Trippie Redd von der Sehnsucht des Albums geschluckt werden.

Doch wonach sehnt sich EKKSTACY? In vielen Songs scheint die Beziehung zu einer unbekannten Person durch, die als ‘luv of my life’ oder ‘bella’ bezeichnet wird. Viel wichtiger als wer diese Person tatsächlich ist, ist was sie repräsentiert: die Ebbe und Flut von Liebe und das kleine Bisschen traurig-schöne Erinnerung, die nach jeder Welle bleibt. EKKSTACY liefert keine klare Erklärung seiner selbst, sondern mehr Ausdruck für die Gefühle, die wir selbst in uns tragen. Ich möchte ‘bella’ hier kurz in etwas mehr Detail herausheben, da der Song für mich Dreh- und Angelpunkt der Albumthematik bedeutet. Der Song ist klanglich am nächsten zu tatsächlicher Extase. Es hört sich an wie das Licht am Ende des Tunnels, das doch auf der Hälfte lag und nach dem die Dunkelheit zurückkehrt, dieses Mal allerdings ohne Ausweg. Doch solange wir noch in ‘bella’ liegen, ist es ein Tanzen im Licht – wir wissen ja noch nicht was kommt. Eine Begegnung auf der Straße, die beim Anblick den Herzschlag erhöht – EKKSTACY nennt sie Bella, aber gibt zu, ihren Namen gar nicht zu kennen. 

Ekks oder Stacy wird der Künstler von Fans genannt. Einen bürgerlichen Namen konnte ich nicht finden, aber ich denke sein vermitteltes Gefühl beschreibt ihn weit besser, als ein Name es je könnte. Und dieses Gefühl wird in uns selbst eine eigene Erfahrung, die wir mit Bildern und Momenten betiteln. Also bekommt letztendlich das, was EKKSTACY tatsächlich beschreibt, in allen von uns einen eigenen Namen. EKKSTACY reduziert sich selbst zu einem Gefühl, um von allen verstanden zu werden.


Label: United Masters LLC
Veröffentlicht am: 19.01.2024
Interpret: EKKSTACY
Name: EKKSTACY
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