Donny Benét – Mr. Experience

Rezensiert von am 24. Mai 2020

       

Experimentieren und Erfahrungen sammeln; das hört sich doch sehr gut an, denn solange man nichts ausprobiert, kann man keine gute Ergebnisse herausbekommen. Das hat sich auch der australische Sänger Donny Benet gedacht und sein neues Album mit dem Titel “Mr.Experience” benannt. 

Nach dem globalen BOOM mit Songs über die Liebe und Zuneigung, hat sich Benét für sein neues Album mit musikalischer und persönlicher Entwicklung beschäftigt und damit etwas Neues ausprobiert. Diesmal geht es nicht um echte Emotionen und ironische Themen, sondern eher um neue musikalische und lyrische Gedanken, die der Sänger gerne erforscht hat. 

Sowie alle anderen ist auch Donny im Homeoffice gewesen, allerdings sah das bei ihm ein bisschen anders aus. Die Isolation in Hotelzimmern während seiner Around the World– Tour hat er als Möglichkeit genutzt, um ein neues, andersartiges Album zu schreiben. Man könnte “Mr. Experience” auch als eine böse, neue Relevanz bezeichnen. Mit zehn relativ unterschiedlichen Tracks ist das Album am 22. Mai 2020 veröffentlicht worden und da ist für jedem was dabei. 

Die ersten Boogie-Nächte des Titeltracks sind eine Ode an Alter und Erfahrung, wie man es auch von dem Titel des Albums erwartet, während die hupenden Synthesizer von “ Moving Up” ein tropisches Wunderland schaffen, welches perfekt neben allem aus dem Arsenal von Glass Animals steht. “Second Dinner “ serviert den Funk, während Donny “I could touch my toes once, could make love all night, but these days it’s eating that gives me all my delight” singt, was nichts anderes bedeutet als Ich könnte meine Zehen einmal berühren, könnte die ganze Nacht Liebe machen, aber heutzutage ist es das Essen, dass mir Freude bereitet, explizit bezogen auf die Corona Situation. Die Dekadenz dieses verbotenen Mitternachts-Festes wird nur durch den üppigen Genuss der funkelnden Elektronik erreicht, die einen in der eigenen Küche tanzen lässt.

“Girl of My Dreams” ist ein überraschend süßer Ausbruch von sofortiger Anziehungskraft. Dabei gibt es keinen Höhepunkt, nur eine Boombox, die vor ein Schlafzimmerfenster gehalten wird und ein zwitschernder, pfeifenden Refrain, der tagelang im Kopf stecken bleiben wird. “ You don’t need love” ist eine pulsierende Lektion in Selbstliebe, während “ Negroni Summer” so sonnenverwöhnt daher kommt, wie der Name schon sagt, da auch Donnys freudiges Saxophonsolo einen brillanten Farbtupfer liefert. “One Night in Paradise” fängt kurz vor Ende die goldene Stunde, alle flüchtige Schönheit und alles was in dieser passieren könnte ein, während der abschließende “Waterfall (Love Scene)” eine dramatische, instrumentale Flucht bildet. 

Das Album “Mr Experience” hat eine Wärme, die mit dem aktuellen Stand der Dinge tobt. Während sich die Menschen der beruhigenden Decke der Musik zuwenden, mit der sie aufgewachsen sind, um ein wenig Sinn in ihrer Welt zu finden, welcher vielleicht gerade nicht da ist, kommt dieses Album von Donny Benét mit den musikalischen Erfahrungen aus der Vergangenheit und verwandelt sie in etwas Modernes. Aber das auch ohne die klassische Seite zu verlieren, die fast jeden Geschmack treffen kann.


Label: Remote Control Records
Veröffentlicht am: 22.05.2020
Interpret: Donny Benét
Name: Mr. Experience
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