Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen – Fuck Dance, Let’s Art!

Rezensiert von am 26. August 2019

       

Oft schätzen wir Menschen Dinge erst wirklich, wenn sie nicht mehr da sind. So wie den Matratzenmarkt, der seit Jahren an der Eckstraße liegt und mit viel zu grellen Farben auf viel zu schlechte Werbedeals aufmerksam machen will. Der Laden ist klein, vielleicht sogar ein bisschen abgeranzt und trotzdem kennt ihn jeder. Tag für Tag schlendern wir an ihm vorbei und fragen uns, warum wir eigentlich nie sehen, wie irgendeine Person jemals diesen Laden betritt und für Umsatz sorgt. Vielleicht sind wir dabei sogar ein wenig hämisch. Wenn eben dieser Laden aber nun doch einmal schließt und wir merken, dass Veränderungen sich einschleichen, dann trauern wir sogar einem Matratzenmarkt hinterher. 

Gunther, Heiko, Fabio, Tim und Carsten gingen vielleicht oft an eben einem dieser Matratzenläden vorbei. Vielleicht spinksten sie sogar mal durchs Fenster, so als Inspirationsquelle für ihr 5. Studioalbum “Fuck Dance, Let’s Art!” Die fünf Herren nennen sich Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen (kurz “DLDGG”) und machen schon seit 2012 gemeinsam muntere Klamaukmusik. Der kleine Matratzenmarkt ist ein schriller Song, der fieses Ohrwurmpotential hat. Den Ma-Ma-Ma-Matratzen Concord summe ich an der Ampel, beim Kaffee kochen und Schuhe binden. Ähnlich skurril ist der Track Hässlich und Faul, Musik und der HSV. Dudelt die Musik, fühlt man sich in ein uncooles 70er Jahre Setting entführt, genau dahin, wo alle Fußballer einen Vokuhila hatten und viel zu kurze Hosen trugen. Die Ästhetik dieses Songs schlägt dermaßen ein, dass das Setting wieder einen nostalgischen Charm bekommt. Richtig, die Jungs schaffen es, dass ich gerne dahin abdrifte. Das Gute-Laune-Meter wird durchweg gesprengt und die gesamte Platte lässt sich problemlos rauf und runter hören. Egal ob Ich verliebe mich wieder in mich oder Links, rechts, geradeaus: Die Heiterkeit ist im ganzen Album präsent und macht Spaß. Für eine Band, die so einen gewöhnlichen Namen hat, sind ihre Ideen und Klänge das absolute Gegenteil. Mal poppig, mal überraschen DLDGG mit Trompeten oder Rock’n’Roll Nummern. Falls ihr gerade etwas liebevolle Ablenkung braucht, dann bringt Euch “Fuck Dance, Let’s Art!” sogar durch die langweiligsten Moment. 


Label: TAPETE RECORDS
Veröffentlicht am: 23.08.2019
Interpret: Die Liga der Gewöhnlichen Gentlemen
Name: Fuck Dance, Let's Art!
Online: Zur Seite des Interpreten.


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