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Wut, Wiederstand und Wolfsgeheul: Das TRÄNEN-Interview

Geschrieben von am 30. Oktober 2023

Gerade erst seit Ende Juni veröffentlichen die TRÄNEN Musik. Vier Songs hat das Duo bisher rausgebracht und schon die Hälfte ihrer Tourstopps sind ausverkauft. Irgendwo zwischen Neue Deutsche Welle und Pop-Punk treffen Gwen Dolyn und Steffen Israel einen Nerv. Wer das schlechtere Zeitmanagement hat, welche Artists nicht geskippt werden und wie man am besten Wolfsgeheule imitiert, haben Steffen und Gwen uns im Interview auf dem Reeperbahnfestival erzählt.

Q: Wir sind ja jetzt gerade im Drafthouse direkt an der Reeperbahn und wir, das, bin ich, Jessika Gremme und ich, Ruby Rübsamen. Bei uns haben wir Gwen und Steffen, die  TRÄNEN! Gestern durften wir bereits das wunderbare Konzert von euch besuchen. Erst mal vielleicht direkt als Einstiegsfrage: Wie geht es euch heute einen Tag nach dem Konzert?

Steffen: Ganz gut. Wir haben gestern auch ruhig gemacht und waren dann nur noch eine Mini Pizza essen und danach sind wir wieder direkt ins Hotel. Kräfte sparen.

Gwen: Ja, wir haben sehr ruhig, aber sehr lange gemacht und haben trotzdem erst kurz vor halb fünf geschlafen. Deswegen bin ich sehr müde. Aber trotzdem geht es ja ganz gut, weil es war nett gestern.

Q: Ja, das fanden wir auch. Wir sind dann noch kurz bevor ihr angefangen habt reingerutscht und wir fanden es ganz wundervoll. Ihr habt ja auch beide jeweils mit den Toyboys unter anderem und mit Kraftklub schon vor den TRÄNEN Bands gehabt. Und Gwen, du hattest ja sogar schon ein Solo-Album. Wie unterscheidet sich die Arbeit als Duo? Wie habt ihr zueinander gefunden? Und wann wusstet ihr, dass ihr in genau dieser Konstellation Musik machen wollt?

Gwen: Das hat sich komplett organisch entwickelt. Wir wussten es nicht vorher, sondern ich mit meinem Solo-Projekt, Steffen mit seiner großen Band, uns gab es einfach. Steffen hat von mir erfahren und fand meine Musik cool und dann haben wir uns unterhalten.

Steffen: Ich habe sie bei meiner Radioshow gespielt und habe den Namen falsch ausgesprochen und dann hat Gwen mir eine Sprachnachricht geschickt bei Instagram, wie sie es richtig ausgesprochen hat. Naja, dann haben wir so ein bisschen über Musik gechattet und dann meinte Gwen irgendwann, dass sie gerne einen Song covern würde von Chaos Z, Duell der Letzten und würde es gerne mit verschiedensten Musiker*innen machen. Alle, die Bock haben und da war ich so: Hast du noch Platz? Darf ich Gitarre spielen? Und sie dann so: Ja klar! Am Ende waren wir aber die einzigen beiden, die sich dann im Proberaum getroffen haben. Naja, und dann haben wir gesagt, so machen wir das jetzt, covern wir mal den Song einfach nur so, weil Bock. Das ganze hat gut funktioniert. Dann war es so, jetzt haben wir einen Cover-Song, wollen wir vielleicht noch irgendwie einen eigenen Song machen oder noch an was anderem arbeiten? Ausgang ungewiss. Dann haben wir halt noch an ein paar Songs gearbeitet und dann…

Gwen: Haben wir uns gegenseitig Demos gezeigt und dann hat uns das irgendwie gegenseitig so gut gefallen. Vor allen Dingen haben wir auch relativ viel Musik zusammen gehört, was auch special ist, weil wir, glaube ich, beide so Leute sind, die nicht die ganze Zeit Musik hören, sondern eher so phasenweise. Und wir haben festgestellt, dass wir musikalisch auf jeden Fall auf manchen Ebenen sehr, sehr gut harmonieren.

Steffen: Wenn jemand einem ein Lied vorspielt, ist es unhöflich zu skippen. Deswegen haben wir da mal so richtig bewusst und intensiv Musik gehört, wir haben uns immer Songs vorgespielt.

Gwen: (die Situation nachspielend) “Jetzt kommt gleich die gute Stelle!”

Steffen: Dann muss man sich mal alles anhören, das macht man ja auch viel zu selten.

Q: Was würdet ihr denn sagen, was sind das so für Songs? Also wie ist so der Vibe, bei dem ihr euch ähnlich seid, was Musik angeht?

Steffen: Viel so schon etwas Traurigeres.

Gwen: Sowas wie Aldous Harding oder so.

Steffen: Liz Phair und so Sachen. Wir haben so Sachen vorgespielt, wo wir dachten, das könnte dem anderen auch gefallen und dann kannte man das teilweise auch gar nicht.

Gwen: (sarkastisch) Hast du mir Miley Cyrus gezeigt, Olivia Rodrigo und wir waren so wow ey, magst du auch Pizza? Baby Katzen?

Q: Und ich stelle mir das total intensiv vor, als Duo zusammenzuarbeiten, weil man eben auch so eine Zweisamkeit hat und man muss sich nur zwischen zwei Personen verständigen. Das kommt mir wie eine sehr intime Atmosphäre vor, Kunst zu machen. Unterscheidet sich das von euren Arbeiten davor oder fühlt sich das auch bekannt an?

Steffen: Nee, beim Duo fehlt so ein bisschen die, so eine dritte Partei, die schlichtet. Man hat dann manchmal zwei, also einfach nur zwei Meinungen. Das ist in einer Band immer ganz gut. Wenn sich zwei streiten, entscheidet dann der Dritte.

Gwen: Obwohl, also eigentlich muss ich sagen, musikalisch haben wir uns wirklich nicht viel in die Haare gekriegt. Du wolltest es jetzt mal so ein bisschen…

Steffen: Beef anzetteln.

Q: Bei welchen Punkten habt ihr euch denn die Haare gekriegt?

Gwen: Also eigentlich eher so bei Zeitmanagement Sachen und nicht so bei musikalischen Ideen.

Steffen: Wir haben ein ähnliches Zeitmanagement.

Gwen: Ja, manchmal.

Steffen: Immer wenn ich denke, ich bin spät dran, dann ist Gwen noch später dran oder andersherum.

Gwen: (lachend) Was? Das stimmt überhaupt nicht.

Steffen: (lachend) Haste nicht gesagt! Doch!

Q: Und wenn ihr jetzt keine dritte Partei zum Schlichten habt, wie macht ihr es dann? Schnick-schnack-schnuck?

Gwen: Also es geht selten eigentlich um Entscheidungen. Es ist eher so, dass man, wenn man viel Zeit miteinander verbringt und aufeinander hängt, dann manchmal einfach genervt ist. Musikalisch, wenn wir uns unsicher waren, haben wir bestimmte Entscheidungen erst im Studio getroffen mit unserem Produzenten, der dann halt eine Meinung von außen dazu hatte. Aber für mich ist es auf jeden Fall ganz anders, mit Steffen zu arbeiten und viel einfacher auf vielen Ebenen als alleine. Bei meinem Solo-Projekt, was es ja auch immer noch gibt, da schreibe ich halt die Songs alleine und habe keinen Resonanzraum, mit dem ich quasi die Musik dann entwickle, sondern ich entwickle sie nur aus mir heraus. Das ist extrem anstrengend, vor allen Dingen weil ich einfach keine versierte Instrumentalistin bin, sondern alles intuitiv mache. Mit Steffen habe ich jemanden, der musikalisch sehr erfahren ist. (Zu Steffen) Du hast einfach eine Erfahrung da drin, einen Song fertig zu machen und so eine gewisse Struktur im Kopf, die ein Song haben muss, die ich bei mir selbst immer gar nicht so voraussetze. Meine Songs sind vielleicht ein bisschen verfrickelter manchmal dadurch und deswegen war es für mich eigentlich leichter mit dir Songs zu machen als alleine.

Q: Wie ist denn so euer Prozess einen Song zu entwickeln? Oder habt ihr gar nicht so einen Prozess, der immer gleich ist, sondern jedes Mal unterschiedlich?

Steffen: Eigentlich immer anders. Dadurch, dass bei uns ja eher so eins nach dem anderen kam hat man verschiedenste Formen ausprobiert, einen Song zu entwickeln. Es gab Songs von Gwen, wo schon alles da war, Melodie und Text, dann haben wir daran gearbeitet. Oder wenn ich einen Song mache, dann fehlt halt immer der Text oder der Gesang. Und deswegen hat Gwen daraus was gemacht. Aber wir haben auch das typische gemacht, was Bands machen, sich zurückziehen, Songs schreiben. Wir waren vier Tage auf dem Land und es war aber so schön erholsam, dass wir eigentlich überhaupt nicht an Songs gearbeitet haben. Dann haben wir uns einmal gesagt: Jetzt müssen wir, wir können nicht ohne etwas rausgehen. Wir wollten eigentlich einen Skit auf dem Album haben, haben wir ja jetzt auch. Irgendwie dachten wir, wir fangen bei dem einfachsten an. Wir probieren mal einen Skit und klimpern ein bisschen rum und dann ist aus dem Skit innerhalb von drei Stunden ein kompletter Song entstanden. Das fand ich irgendwie ganz cool, gemeinsam, eine neue Idee entwickeln, weil wir jetzt auch das Projekt relativ schnell fertigstellen konnten. Wir haben ja erst vor einem Jahr angefangen, an dem Album zu arbeiten und jetzt ist es schon fertig. Es ging auch nur, weil wir schon viel mitgebracht haben und schon Ideen hatten.

Q: Ich finde, man merkt euch das auch total an, dass ihr diese Erfahrung habt. Habt ihr Lust zu erzählen, welcher Song aus dem Skit entstanden ist?

Steffen: “Was bleibt” heißt der. Das ist der letzte Song auf Platte, der ist da entstanden. Und dann war es so, okay, wir waren jetzt vier Tage hier, haben nur drei Stunden gearbeitet, aber haben einen Song gemacht.

Gwen: Wir haben es schon zwischendurch immer mal probiert, aber man muss auch sagen, das Studio war zwar super nice, super schön, aber sehr vermückt. Ich habe so eine Lüftmeise und ich kann irgendwie nicht singen und arbeiten, wenn ich nicht andauernd mal das Fenster aufreiße. Und dann sind die ganze Zeit Insekten reingekommen und Steffen hat panische Angst vor jeder Art von Insekten.

Steffen: Keine panische Angst. Ich bin denen skeptisch gegenüber. Insekten-Skepsis, ja.

Q: Wenn wir direkt beim Album Entstehungsprozess bleiben, gibt es einen Moment, der euch da besonders in Erinnerung geblieben ist?

Gwen: Oh ja, jetzt ganz akut irgendwie in Wien der schreckliche Kampf “Schießen lernen” fertig zu kriegen. Den Entstehensprozess von einem Song, den mache ich lieber wirklich alleine im stillen Kämmerlein. Auch wenn ich Steffen was zeige, muss das irgendwie schon ein bisschen Hand und Fuß haben. Jetzt war es aber so, dass mir ein Song, so wie er war, noch nicht gefallen hat. Der war irgendwie noch nicht rund und dann mussten wir den quasi im Studio nochmal komplett neu entwickeln. Ich kann das nicht gut mit anderen zusammen und das ist mir jetzt gerade akut in Erinnerung, dass ich mir so gedacht habe: Ich möchte es gerne schaffen, eine Struktur in meinem Alltag, den ich nicht habe, zu erschaffen, wo ich auf jeden Fall, bevor ich ins Studio gehe, die Songs in eine Form gebracht habe, wo sie nur noch weiterentwickelt und nicht komplett geschrieben werden müssen.

Q: Ja, sehr verständlich klingt nach einer Herausforderung. Wir hören ja dann, was daraus geworden ist! Vielleicht noch mal zum Konzert gestern. Erst mal, das war so eine nice Performance und ich finde, du hattest auch eine richtig ausdrucksstarke Bühnenpersona, Gwen. Ist das so eine Sache, die du bewusst machst oder ergibt sich das einfach aus der Musik?

Gwen: Das ergibt sich einfach so, ich weiß nicht ob aus der Musik, aber das bin einfach ich. Also ich denke, wenn ich da einen stärkeren Ausdruck habe als vielleicht manchmal so im B2B, dann ist das einfach nur weil es da halt die Möglichkeit dazu gibt. Und oft kennt ihr ja wahrscheinlich selbst als weiblich gelesene Person tendiert man dazu, leise, freundlich und zurückhaltend zu sein und eher die Luft anzuhalten. Und ich versuche, wenn ich auf der Bühne bin, immer ganz bewusst, wenn ich merke, dass ich dieses Gefühl bekomme, das wegzumachen, indem ich da ganz doll dagegen oder da drüber gehe.

Q: Das nimmt auf jeden Fall auch total mit. Wenn man im Publikum steht, ist man wie in deinem Bann. Es ist wundervoll. Am 03.11. kommt euer Album “Haare eines Hundes” – toller Titel. Was können wir denn da erwarten?

Gwen: Viel gebellt.

Steffen: Viel Hundegejaule. Ja, wir haben selber, das war auch eine schöne Studio Erfahrung, bei einem Song, viel geheult.

Gwen: Ja, wir haben Wolfsgeheul gemacht. Bei uns wird viel geheult. Es wurde auf jeden Fall viel geheult.

Steffen: Das war lustig. Dann war noch eine Freundin da von uns und die musste dann auch mit heulen.

Gwen: Wir standen mit Produzent und der Freundin und wir beide da und haben Wolfsgeheuel imitiert. Ich kann das gar nicht von außen sagen, was euch da erwartet, weil ich glaube, das wird jeder selbst irgendwie anders wahrnehmen. Manche Leute werden sich vielleicht denken, was soll das? Langweilig. Manche Leute werden sich vielleicht denken, geil. Manche Leute werden sich vielleicht denken, ich höre jetzt Ski Aggu.

Steffen: Wir sind sehr zufrieden mit dem Album und hoffen, dass es den Leuten auch gefällt.

Gwen: Es wird auf jeden Fall Emotions geben und ein paar Texte zum Interpretieren.

Steffen: Ja, emotional wird man gut durchgerüttelt. Zuerst wird man besänftigt und in eine traurige Stimmung gebracht und im nächsten Song kriegt man dann wieder auf die Fresse.

Q: Bei “Stures dummes Herz”, das war ja eure erste Veröffentlichung, da ist es ja auch so: im ersten Moment klingt das nach Sommer, verliebt sein, rosa roter Brille und erst im zweiten Moment merkt man, da stimmt irgendwas nicht. Eigentlich ist das vielleicht eher ein Song, der davon handelt, dass die andere Person einen nicht sieht und nicht schätzt. Ich habe das Gefühl, in euren Songs ist das oft so, beim ersten Hören denkt man so: Ja, tanzen, juhu! Und im zweiten Moment merkt man, da steckt total viel dahinter und das sind auch Songs, wo man noch das dritte, das vierte Mal etwas entdecken kann. Ist das was, was ihr als euren Stil so plant oder ist das auch was, was einfach passiert?

Steffen: Ich bin auf jeden Fall total beeindruckt, immer wenn wir einen Song hatten und Gwen hat dann einen Text dazu geschrieben. Ich kann keine Texte schreiben und mich hat es dann genauso wie euch, glaube ich, erwischt, dass ich mir denke, da steckt ja total viel drin, weil ich erst mal immer nur höre, klingt schön. Das klingt cool, was du da singst. Wie kam es dazu, Gwen? Ich stelle mich jetzt auf die andere Seite. Ist das geplant?

Gwen: Nee, das ist überhaupt nicht geplant, sondern ich würde sagen, es klingt teilweise poppig, weil das einfach irgendwie die Musik ist, die entsteht, wenn wir das zusammen machen. Und die Texte sind halt einfach meine Texte. Ich finde es gut, wenn man sagt, was man fühlt. Ich sage in letzter Zeit sehr oft, dass Musikmachen meine Überlebensstrategie ist, weil ich oft überhaupt nicht weiß, wohin eigentlich mit den ganzen Gefühlen. Jeden Tag habe ich diese Momente, wo ich eigentlich überfordert bin von allem, vom Leben, vom Zustand der Welt, von meinen Gefühlen, von meinen Ansprüchen. Und dann versuche ich manchmal in Texten das einfach so gut es geht in Worte oder in Bilder zu fassen, die aber auch nicht so plakativ sind. Und das ist dann das, was dabei rauskommt.

Q: Du hast ja auch gerade schon über die Interpretation von Songs gesprochen. Bei Duell der Letzten, da geht es ja viel um Wut und Widerstand. Aber wer steht sich denn in diesem Duell dann gegenüber?

Gwen: Also ich verstehe das so, dass man selbst einer gewissen Form von Obrigkeit oder ja dem Establishment gegenübersteht, so interpretiere ich das. Also ich habe da ja den Text nicht geschrieben, das war ja Andi von Fliehende Stürme. Ich empfinde das so ein bisschen wie diese “Letzte Generation”-Situation. Man sieht eigentlich was falsch ist und man kämpft dafür und wünscht sich, dass es anders ist, aber der Widerstand ist eben so heftig, dass es im Endeffekt um Leben und Tod geht. Ich sehe mich zumindest mit meinem Blick auf die Welt und meinen Empfindungen natürlich auf der Seite der Guten. Ich denke, das ist das Duell zwischen denen, die gerne wollen, dass die Welt ein besserer Ort für Lebewesen wird und denen, denen das egal ist und die eher auf ihr jetziges Wohl und Geld achten.

Q: Wir haben noch eine ganz generelle Frage zum Ende vom Interview. Was beschäftigt euch denn gerade?

Steffen: Zu viel.

Gwen: Ja, viel.

Steffen: Das Gute ist, wenn man Musik macht, versucht man viel zu verarbeiten und sich mit Sachen, die einen beschäftigen, auseinanderzusetzen. Plus, wenn das dann irgendwann getan ist, dann beschäftigt man sich mehr darum, das Verarbeitete zu präsentieren. Und das beschäftigt uns gerade so. Jetzt kommt ja bald das Album, die Tour steht an und es drehen sich viele Gedanken darum. Gutes Ablenkungsmanöver. Man versucht sich abzulenken von den eigentlichen Problemen in der Welt, indem man einfach ein Album rausbringt.

Gwen: Ja, das stimmt. Das ist wirklich ein bisschen so. Wir haben wirklich extrem viel zu tun mit diesem Album Release und das nimmt sehr viel faktische Zeit einfach ein. Parallel dazu mache ich auch gerade mein Solo-Album immer wieder, was zeitlich gar nicht machbar ist. Also ich muss zwischendrin monatelang immer wieder aufhören, aber ich bin dazu auch im Studio und das beschäftigt mich sehr. Und deswegen würde ich sagen, mich beschäftigt Zeit allgemein sehr. Also ich stehe unter einem sehr großen Druck, irgendwie Dinge fertig zu stellen und die rauszubringen, die schon so lange irgendwie anstehen, also die so pending sind. Ja, und das nimmt mich sehr ein und auch mit.

Q: Und hast du so eine Strategie, damit umzugehen?

Gwen: Nee, ehrlich gesagt nicht. Ich versuche immer wieder, mich in kleinen Momenten gut zu fühlen. Und was mir dabei hilft, sind Natur und Tiere. Das mache ich viel zu wenig. Aber ja, sobald ich Tiere sehe, habe ich diese Momente, wo es mir irgendwie kurz mal gut geht, zumindest wenn die mich auch mögen und ich die dann kuscheln kann.

Q: Das klingt voll schön. Gibt es sonst noch irgendwas, wo ihr das Gefühl habt, das möchtet ihr unbedingt noch gesagt haben, was ihr vielleicht noch nicht gefragt habt?

Steffen: Mir brennt noch was auf dem Herzen. Und zwar wir spielen im Gleis 22 in Münster.

Gwen: Genau, kommt zu unseren Konzerten. Wir freuen uns auch, wenn Leute unsere Platte kaufen. Das kann man wirklich einfach so sagen. Da ist ganz viel von uns reingeflossen und wir sind mega happy, wenn wir sehen, dass Leute wirklich das physische Produkt bei sich haben.

Q: Vielen Dank an die Tränen.

Das Interview wurde von Ruby Rübsamen und Jessika Gremme geführt