Interview Wolf & Moon

Geschrieben von am 12. Januar 2022

“Wolf & Moon” ist eine Indie-Band aus Berlin. Das Duo besteht aus Stefany und Dennis. Beide Bandmitglieder reisen gerne. Daher handeln ihre Songs auch von Reisen, Abenteuern und Fernweh. Im Interview mit Radio Q-Reporterinnen Luna Baumann Dominguez und Soleij Reif sprechen Stefany und Dennis über ihre Karriere. Die Indie-Band “Wolf & Moon” hat schon zwei Alben veröffentlicht. Mit dem zweiten Album “Follow the Signs” war die Band 2021 drei Wochen lang auf Tour. Ein Konzert spielten Stefany und Dennis im “Hot Jazz Club” in Münster. Im Interview blicken sie auf ihre bisherigen Auftritte zurück. Und: “Wolf & Moon” verrät, wo die Band gerne Konzerte spielen würde.

Radio Q: Wart ihr schonmal in Münster? Ist die Stadt eine Reise Wert?

Wolf & Moon (Stefany): Wir waren schonmal in Münster bei unserem letzten Konzert und haben sogar eine Freundin, die hier wohnt. Wir waren ab und zu mal hier, aber haben noch nicht ganz mitbekommen, was alles in Münster geht. Aber lustigerweise folge ich einigen Leuten auf Instagram und YouTube, die aus Münster kommen. Da merkt man dann, dass es hier eine Szene gibt und viele interessante und alternative Leute, die hier wohnen. 

Radio Q: Sind die Menschen, denen du folgst Musiker*innen?

Wolf & Moon: Ne, das sind tatsächlich Leute, die hauptsächlich über Sustainability oder Literatur posten.

Radio Q: Alles klar, um nochmal auf das Thema Reisen zurückzukommen: Eure Songs handeln ja viel über Reisen, Abenteuer und Fernweh. Wieso behandelt ihr in euren Songs genau diese Thematik?

Wolf & Moon (Dennis): Das ist eigentlich am Anfang entstanden. Wir haben die Band gegründet, weil wir den Gedanken hatten, dass wir zusammen reisen wollen. Stefany hat dann direkt die Idee gehabt, dass wir als Band zu zweit gut reisen können und dabei Musik machen können. Es hat dann angefangen mit Konzerten in Amerika.

(Stefany): Ich glaube es ist auch ganz natürlich entstanden, weil wir da richtig Lust drauf hatten.

(Dennis): Um nochmal auf die Lyrics zurückzukommen, ich finde es geil, über das zu schreiben, was man auch erlebt.

(Stefany): Ja und die Reisen inspirieren ein und schleichen sich dann in die Lyrics ein.

Radio Q: Also sind eure Songs gerade für Leute, die Lust auf Reisen haben?

Wolf & Moon (Stefany): Ja und es wird uns auch oft gesagt, dass Leute die gerne auf Reise gehen würden, sich das aber nicht leisten können, gerne unsere Musik hören, weil es für sie wie ein Kurzurlaub ist. Die Musik ist passend gerade dann geeignet, wenn man nicht reisen kann, weil man durch die Musik wenigstens in Gedanken reisen kann. 

(Dennis): Unsere Musik ist geeignet für Menschen mit Fernweh.

Radio Q: Mit eurer Musik wollt ihr also den Menschen eine kleine Reise für Zuhause mitgeben. Wie ist es denn bei eurer Musik: Legt ihr eher Wert auf die Melodie oder auf die Lyrics?

Wolf & Moon (Stefany): Uhh… schwierige Frage. 

(Dennis): Bei uns kommt sowieso zuerst die Musik. Wir bauen erstmal die Tracks auf und spielen, bis wir den Mood oder den Vibe der Musik fühlen. Dann überlegen wir im Studio, wie es weitergeht mit dem Song. Bei uns sind zum Beispiel auch schon oft Songs innerhalb von einem Tag entstanden.

(Stefany): Also sowohl Song als auch Text sind bei uns schon ganz oft innerhalb von einem Tag entstanden. Deshalb kann man gar nicht genau sagen, dass das eine wichtiger als das andere ist.

(Dennis): Im Endeffekt muss es einfach zusammen passen. Es ist wie ein Gericht. Die verschiedenen Zutaten müssen auch zusammen passen.

(Stefany): Ja genau wie Pasta mit Soße. Was ist wichtiger? Die Pasta oder die Soße?

(Dennis): Aber ich kann auch sagen, dass ich den Eindruck habe, dass die Menschen in Deutschland und den Niederlanden nicht richtig auf die Lyrics hören. Die Lyrics sind oft bei den Zuhörenden an zweiter Stelle. Erst interessieren sie sich für den Vibe des Songs und dann interessieren sie sich auch für die Lyrics. Manche fragen sogar nach, ob es die Lyrics zu den Songs gibt. Wir haben deshalb sogar überlegt bald ein Lyric-Buch anzubieten, beispielsweise bei Spotify.

Radio Q: Jetzt mal eine ganz andere Frage. Ihr beide seid ja ein Paar. Habt ihr Tipps für andere Musiker*innen Paare?

Wolf & Moon (Dennis): [ironisch] Ja klar, lass die Frau einfach alles entscheiden und du hast eine coole Beziehung. [Beide lachen]

Nein, also für uns ist es wirklich entspannt. Wir haben beide schon in anderen Bands gespielt. Und da ist man auch auf Reise und ist mit Leuten unterwegs, die auch gute Freunde sind, aber zusammen als Paar ist das was anderes, weil man sein Zuhause quasi dabei hat, weil man auch zusammen wohnt.

(Stefany): Ja auf jeden Fall. Und zu zweit ist es nicht so anstrengend, wie mit einer 6-köpfigen Band, mit denen man dann längere Zeit zusammen ist. Zu zweit ist es aber auch ein bisschen wie Urlaub, wenn wir zum Beispiel in Italien oder Amerika auf Tour sind und auch Zweisamkeit haben. Das ist was ganz anderes mit einer größeren Band, mit der man dann ein riesiges Zimmer teilt und es stinkt und einer schnarcht lauter als der andere. Das haben wir alles halt nicht. Wir haben es total entspannt. Aber ein Tipp für Leute ist schwierig. Ich glaube man ist da einfach ein Typ für oder eben nicht.

(Dennis): Mein Tipp wäre da: Mach auch Urlaub ohne Tour. Bei uns ist es nämlich oft so, dass unser Urlaub gar kein reiner Urlaub ist, weil wir dann im Endeffekt doch eine Tour draus machen. Dieses Jahr war es aber ein bisschen anders.

Radio Q: Als ihr angefangen habt Musik zu machen, habt ihr da Unterstützung von Freunden oder Familie bekommen?

Wolf & Moon (Stefany): Die fanden das alle immer cool und meinten macht mal euer Ding.

(Dennis): Ich glaube das war für uns am Anfang auch selber spannend. Wir hatten erst die Beziehung und dann haben wir neun Monate gewartet, bis wir wirklich zusammen Musik gemacht haben als Band. Dann ist es interessant zu sehen, dass Leute zwar überrascht waren, aber die Musik die wir machen dann total gut finden. Zum Beispiel unsere Produzentin in Schweden war sehr begeistert davon und meinte: “Hey, lass uns ein Album machen”. Das ist natürlich ganz wichtig, wenn man anfängt Musik zu machen. Da reicht es nicht, wenn die Musik nur einem selbst gefällt, die muss natürlich auch anderen Leuten gefallen, sonst wären wir auch jetzt nicht mehr als Band unterwegs.

Radio Q: Was für eine Musik hört ihr eigentlich privat? Inspiriert euch die Musik für eure eigenen Texte?

Wolf & Moon (Stefany): Also als wir mit der Band angefangen haben, kannten wir uns seit neun Monaten. In den neun Monaten war es so, dass wir uns hingechillt haben, schöne Lichter angemacht und stundenlang Musik gehört haben. Jeder hatte ein paar Favourit-Künstler. Es gab aber auch manche Überschneidungen, beispielsweise bei Feist, Angus & Julia Stone und The xx. Da war uns klar, ah, da treffen wir uns. Wir wollten dann natürlich etwas machen, das wir beide mögen.

(Dennis): Du nimmst natürlich immer deine Inspiration mit. Es fängt damit an wie du spielst und was du dir auf der Gitarre ausdenkst. Das basiert immer ein bisschen auf dem, was du mal gehört hast. Feist war wichtig, um zu wissen, wie wir den Sound der Platte haben wollten.

Radio Q: Wir haben ja schon über Songs gesprochen. Gab es Songs, die ihr nicht veröffentlicht habt und wenn ja, warum? 

Wolf & Moon (Stefany): Ja es gibt immer ein Paar. Wir schreiben meistens 16 oder 17 und dann kommen 12 auf die Platte drauf. Eigentlich wollen wir 10, aber es werden dann doch immer zwölf. Das liegt daran, dass Einige einfach aus dem Raster fallen.

(Dennis): Wir wollen die dann lieber zum Ende machen. Im Niederländischen gibt es so ein Sprichwort: Das Baby mit dem Wasser wegschmeissen. Kennst du das? [alle lachen]. Damit ist gemeint, dass man eine Idee nicht zu früh wegschmeißt. Also du musst das Album erstmal zuende machen, um zu sehen, welche Songs wirklich reinpassen und diese dann herausfiltern. 

(Stefany): Die sortieren wir dann aus, weil wir sehen, dass sind die Schwächsten.

Radio Q: Habt ihr dafür irgendwelche Selektionskriterien?

Wolf & Moon (Stefany): Naja, das ist so eine Mischung aus Bauchgefühl und der Meinung der Reaktion des Labels. Mit denen sprechen wir dann ab, welche Songs reinpassen. Aber das ist halt so. Man schreibt nicht immer nur geile Sachen. [Lachen]

(Dennis): Wir hatten letztens einen Song, der uns wie ein Song für James Bond vorkam. Das war viel zu dunkel für uns und repräsentiert uns gar nicht.

(Stefany): Aber das gute an dem Song war, dass es eine Game of Thrones Ausstellung in Berlin gab, zu der dieser Song dann total gut gepasst hat, weil der Song so dark und spannend war. Dafür konnten wir ihn dann verwenden.

Radio Q: Um nochmal auf Konzerte zu sprechen zu kommen. Ihr habt eure Alben ja 2019 und 2020 herausgebracht. Da waren ja nicht so viele Konzerte möglich. Worauf freut ihr euch am meisten, wenn ihr wieder richtig Konzerte geben dürft?

Wolf & Moon (Stefany): Also diese Tour ging drei Wochen und hat richtig viel Spaß gemacht. Die war auf jeden Fall ein Highlight. Wir hatten in diesem Sommer auch schon einige Gigs. Das war das erste Mal, dass wir unsere zweite Platte spielen konnten. Jetzt gehen wir schon wieder ins Studio, um unsere nächste Platte zu schreiben.

Radio Q: Wir haben ja jetzt auch schon etwas übers Reisen gesprochen. Jetzt interessiert uns, an welchem Ort der Welt würdet ihr am liebsten mal ein Konzert spielen?

Wolf & Moon (Dennis):Wir haben Gedanken gehabt wo man überall noch hinreisen könnte. Wir hatten eigentlich vor letztes Jahr in Kanada zu spielen, auf einem Showcase Festival. Das finde ich supergeil. Da kommen auch viele unserer Lieblingsbands her, Arcade Fire. In Amerika haben wir schon gespielt. Aber was auch total cool ist, das sieht man oft bei diesen Riesenbands – so groß sind wir nicht, aber- so Coldplay, die dann nach Südamerika gehen und da sind sie so passioniert auf den Konzerten. Das wäre vielleicht noch geil, wenn du da etwas aufgebaut hast.

(Stefany): Oder Japan! Das wäre auch richtig verrückt.

Radio Q: Okay gut, da kommen wir direkt zu unserer letzten Frage: Was ist euer Lieblingssong aus euren Alben bis jetzt und was verbindet ihr mit dem Song?

Wolf & Moon (Stefany): Schwierig. Das ist so wie wenn du eine Familie fragst: “Was ist dein Lieblingskind?” [lacht]. Also auf der neuen Platte finde ich den Song Pockets out of Blues toll. Ich weiß nicht, da hatte ich von Anfang ein ganz spezielles Gefühl dabei. Das ist glaube ich mein favourite Song von der Platte. Live ist das vielleicht noch etwas anderes, aber wenn man sich die Vinyl kauft, abspielt und genießt, dann glaube ich, kommt der Song ganz geil.

(Dennis): Ja und ich zweifel noch. Ich finde The Road, den Anfangssong, gut vom Vibe her. Ich bin sowieso einverstanden mit Pockets. Ich wollte aber eine zweite Antwort geben. Pockets out of Blues ist für mich so moody, der hat etwas besonderes. Ich denke, ich mag doch am liebsten Eyes closed auf der Platte. Das hat wirklich etwas, wo ich denke das machen nicht viele Bands. Etwas ganz Originelles. Das ist schwer, wenn du das über deine eigenen Songs sagst. Ich mag den Song aber total. Und auch das Video, das wir dazu Zuhause gemacht haben. Wir haben in dieser Coronazeit drei Videos Zuhause gedreht.

Radio Q: Macht ihr die Videos denn dann alleine?

Wolf & Moon (Dennis): Ja.

Radio Q: Auch schneiden und alles?

Wolf & Moon (Dennis): Ja. Schnitt, Farbe, Shooten und Konzept ausdenken. Alles.

(Stefany): Wir machen da wirklich alles selbst. Das ganze Design, unseren Merch, unsere Lichtshow. Wir haben jetzt Globen gekauft und die können wir übers Handy steuern.

Radio Q: Das ist ja ganz cool, dann habt ihr ja genau das, was ihr haben wollt und nicht, dass jemand anders dafür verantwortlich ist.

Ich hätte auch noch eine Frage: Du hast ja gerade von euren Lieblingsbands erzählt, habt ihr schonmal eine davon getroffen?

Wolf & Moon (Stefany): Auf dem People Festival haben wir richtig viele getroffen.

(Dennis): In Berlin war einmal so ein Festival, People hieß das. Das war organisiert von Justin Vernon von Bon Iver und auch der andere von The National. 

(Stefany): Und die hatten dann Kings of Convenience eingeladen, da waren richtig viele aus der Szene. Das war so “woah”.

(Dennis): Und das Festivalkonzept war – Du kommst in einen Raum und du weißt nicht, was da passiert. Alles ist überraschend. Die Künstler haben dann vorher eine Woche gejammt und neue Sachen ausgedacht und das dann präsentiert. Du läufst da rein und dann sitzt du da so ganz krass ganz nah dran.

(Stefany): Aber wir waren natürlich Festivalbesucher. Ich hätte liebend gern mitgemacht bei diesen Jamsessions. Dennis ist dann ja auch immer Fanboy, der geht dann da hin, umarmt die und will mit denen reden und so.

Radio Q: Auch Fotos und so?

Wolf & Moon (Beide): Nee, das nicht. 

(Stefany): Ich hasse das. Ich mag das eigentlich auch nicht, wenn Leute mit uns Fotos machen. Dann denke ich mir: “Boah das tue ich denen auch nicht an, ich weiß wie das ist.”

(Dennis): Aber für euch mit Q machen wir es!

Radio Q: Das wollten wir hören!

https://www.nrwision.de/mediathek/wolf-moon-indie-band-aus-berlin-211216/


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