Der ESC beginnt: Trash-Talk ballert

Written by on 18. Mai 2021

Trash, trashiger, Kira Baller? Wahrscheinlich würden viele meiner Freunde genau das sagen. Deswegen dreht sich diese Kolumne um mein absolutes Lieblingsthema, -hobby, -freizeitbeschäftigung: TRASH! Was passiert gerade beim Bachelor? Wer ist neuerdings schwanger und wer macht schon bei der nächsten Reality-TV-Sendung mit? Wenn du es noch nicht weißt, erfährst du das spätestens hier. Natürlich schlägt mein Trash-Herz nicht nur für gutes TV-Programm, sondern auch mein Musik-Geschmack hat einen trashigen Beigeschmack. Schlechter Elektro, komische Texte und weirde Musik-Videos und du hast mich überzeugt. Also was genau erwartet dich hier? Ein TV-Sender löscht eine Folge eines Reality-TV-Programms, da sich dort homophob geäußert wurde und er es nicht frühzeitig gecheckt hat? Welche Musik drehe ich gerade laut, wieso tun das andere eventuell nicht, sollten es aber tun? Außerdem was macht Trash-TV eigentlich so verführerisch und WIESO feiern wir es, dass andere sich im TV blamieren? Wenn du Trash genauso liebst wie ich oder einfach mal mitreden willst – Herzlich Willkommen und viel Spaß mit der wöchentlichen Portion Trash.

Hallo und herzlich Willkommen zur ersten Portion Trash. Ein:e eingefleischte:r Trash-Musik-Liebhaber:in wird es schon wissen: Heute findet das erste Halbfinale des ESC 2021 statt! Mein Herz hat vielleicht geblutet, als der ESC letztes Jahr aufgrund von Corona nicht stattfinden konnte. Umso schöner ist es natürlich, dass meine ESC-Obsession dieses Jahr wieder befriedigt werden kann. Ich höre mir schon seit Wochen die Beiträge an und bin sowas von ready, dass Deutschland wieder Vorletzer wird. 

Der ESC findet dieses Jahr in Rotterdam statt, da der Niederländer Duncan Laurence 2019 den Pokal verdient gewonnen hat. Da die Kandidat:innen und Songs für das letzte Jahr schon feststanden, bevor der beste Musik-Contest auf der ganzen Welt coronabedingt abgesagt wurde, treten einige dieser Künstler:innen dieses Jahr erneut an. Mein persönlicher Favorit The Roop für Litauen hätte letztes Jahr mit dem Song “On Fire” safe gewonnen. Die Band ist aber auch dieses Jahr wieder mit dem sehr coolen Song “Discoteque” dabei, der vor allen Dingen auch mit nem sehr nicen Tanz untermalt wird. Meine Interpretation und verzweifelten Versuche so cool zu sein, wie der Sänger, könnt ihr auf Instagram bestaunen.

Für die ganz Unwissenden folgt nun eine kurze Einführung in die kunterbunte Welt des ESC.
ESC, steht für Eurovision Song Contest und für Kenner ist es der Grand Prix Eurovision de la Chanson, so hieß er nämlich bis 2001. Teilnehmen dürfen alle Länder, die ein Teil der Europäischen Rundfunkunion sind. Die Regeln sind aber nicht so strikt, da Australien seit 2015 auch Teilnehmer:innen schicken darf, denn der ESC erfreut sich dort einer großen Beliebtheit.

Funfact: Australien ist das einzige Land, was dieses Jahr aufgrund von Corona leider nicht live auftreten kann. Das Video, was als Ersatz gestellt wird, schaut aber vielversprechend aus.

Da es einen so großen Ansturm auf den ESC gibt, finden zwei Halbfinale statt, bei denen je zehn Teilnehmer:innen eine Runde weiterkommen. Dann gibt es noch die Big five, das sind die Länder, die den ESC mitfinanzieren, dementsprechend am meisten zahlen und somit schon für das Finale gesetzt sind. Das Siegerland aus dem Vorjahr darf auch ohne Vorentscheid am Finale teilnehmen. Zum einen entscheidet das Televoting wer gewinnt und zum anderen wird der Gewinner von einer Jury ausgewählt. Jedes Land wählt fünf Jury Mitglieder aus, die Punkte von eins bis zwölf an ihr Lieblingsland verteilen können. Dieses Jury-Urteil ist somit wahnsinnig repräsentativ (Achtung Ironie!), weswegen es oft in die Kritik gerät. Früher gabs überhaupt kein Publikums-Voting und nur die Jurys haben den Sieger gekürt. Es ist alles ein bisschen kompliziert, aber an sich kommt es ja auch auf die Musik an, die am Ende dabei rumkommt.

Funfact: Bei Spotify kann ja jedes Jahr der persönliche Jahresrückblick nachvollzogen werden und es gibt – haltet euch fest – Die Rubrik Euro Pop. Dass die jedes Jahr in meinen Top drei ist, muss ich wahrscheinlich nicht genauer ausführen.

Wenn du jetzt immer noch nicht ganz verstanden hast, was der ESC eigentlich ist, empfehle ich wärmstens den Auftritt und Song “Love, Love, Peace, Peace” von Måns Zelmerlöw und Petra Mede aus dem Jahr 2016. Besser lässt sich der ESC einfach nicht beschreiben. 

Aber genug von dem oberflächlichen Gefasel – kommen wir zum besten Part: Die Kandidat:innen. Ich habe ja schon zuvor kurz angedeutet, dass Deutschland wieder auf dem vorletzten Platz landen könnte. Jendrik tritt mit dem super Song: “I don’t feel hate” an. Ich persönlich finde den gar nicht so schlecht, aber die Stimmen des Internets zerstören das Lied leider mit Ansage. Der ESC 2022 wird somit wahrscheinlich wieder nicht in Deutschland stattfinden, aber vielleicht könnten wir unsere Nachbarn in Frankreich besuchen. Typisch französisch aber wunder-wunderschön schallt der Song “Voilà” von Barbara Pravi durch die Ohren und gibt mir eine warme Umarmung. Was noch ganz cool ist, ist der als Engel verkleidete Norweger Tix. Der Song “Fallen Angel” ist so lala, aber das Kostüm und die Bühnenperformance holt ab. Es lässt sich ein roter Faden in meiner Wahl der Musik erkennen: Entweder es ist komplett drüber oder ganz ruhig. Ganz ruhig ist auch der Song “Tout l’univers” des Schweizers Gjon’s tears, welcher mich an den Niederländischen Sieger aus 2019 erinnert.

Funfact: Auch Deutschland orientierte sich mal an der Siegerin aus dem Vorjahr. Cascadas Lied “Glorious” aus dem Jahr 2013 hatte sehr sehr ähnliche Züge zu “Euphoria” von Loreen aus dem Jahr zuvor.

Nennenswerte Teilnehmer:innen sind für mich Italien, Malta, Zypern und San Marino. Für San Marino steht sogar Flo Rida auf der Bühne. Mich persönlich überzeugt an dem Song “Adrenalina” aber eher die Perücke der Sängerin Senhit. Italien finde ich so ziemlich jedes Jahr super, weil die italienische Sprache einfach wunderschön ist. Dieses Jahr überzeugen sie mit einer Rocknummer. Um den ESC zu gewinnen muss man nicht der:die allerbeste Sänger:in sein oder die aufwendigste Performance haben. Das Gesamtkonzept sollte da einfach stimmen. Es lässt sich ja auch schon an meiner Favoriten-Auswahl erkennen, wie das so abläuft. Die wird aus dem Bauch entschieden und kann auch absolut oberflächlich sein. Der:die allgemeine ESC Zuschauer:in ist auch nicht so bekloppt wie ich und schaut sich alle Beiträge vorher millionenfach an. Deswegen zählt meist der erste Eindruck und der muss eben passen. 

Alles in allem werden das heute, Donnerstag und natürlich Samstag bunte Abende mit gaaanz viel Glitzer, schlechter bzw. guter Musik uuuund super viel Trash, ich liebs.

Wenn du über den ESC oder andere trashige Themen quatschen möchtest: Hit me up! kira.baller@radioq.de


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