Interview mit Beatsteaks

Geschrieben von am 20. August 2018

Wir haben vor 3 Jahren ja schon mal Peter interviewt und da standet ihr vor eurem 20. Geburtstag und ihr – besser gesagt Peter – hat gesagt, dass das ja schon ein ganzes Eckchen ist… wie sieht das jetzt aus? Habt ihr auf Festivals immer noch so viel Bock wie früher oder ist das alles schon Standard geworden?

Ist schon standard geworden, weil es ja schon relativ oft vorkommt. Also wir kennen die Situation, wir sind aber trotzdem aufgeregt, haben Lampenfieber… und das hier [auf dem Vainstream] ist ja auch ein ganz nettes Programm, man kann sich auch andere Bands angucken.

Du findest es also mittlerweile nicht einfach nur anstrengend, sondern es macht dir immer noch tierisch viel Spaß?

Es macht immer noch super viel Spaß.

Mögt ihr lieber so kleine Festivals wie das Vainstream oder große?

Ich vermute, dass bei den großen mehr Geld gezahlt wird. Vielleicht ist das ein Aspekt, aber vielleicht ist auf den kleinen das bessere Programm. Manchmal gibt es aber auch sehr sehr gute sehr sehr große Festivals, also… man kann es nicht so standardisieren. Es gibt die besseren und die schlechteren Festivals und das hängt immer vom Geschmack des Betrachters ab.

Was macht Dir persönlich mehr Spaß?

Also jetzt zu behaupten bei einem großen Festival, wo richtig viele Leute sind, die zumindest höflich applaudieren, dann kann man jetzt nicht leugnen, dass einem das sehr schmeichelt. Manchmal hat man den Verdacht, dass auf kleineren Festivals das Programm interessanter ist, aber man weiß es nicht so genau. Aber ich finde zum Beispiel eins der größten in Europa ist „Roskilde“ und das ist auch sicher eins der schönsten zum gucken und auch von den Fans her. Also man kann es irgendwie nicht alles über einen Kamm schären.

Am 09.06. war ja der letzte Auftritt eurer „Yours“-Tour, das letzte von neun, und jetzt im August habt ihr ja auch noch einiges vor. Was magst du besonders daran, auf Festivals zu spielen?

Besonders mag ich’s, wenn andere Bands spielen, die mir gut gefallen und ich mir die für lau angucken kann, das find ich super.

Da kommen wir auch gleich zu meiner nächsten Frage: Hast Du eine Band, mit der Du besonders gern unterwegs bist, die Du dir auch besonders gern anguckst?

Heute Kadavar zum Beispiel. Thorsten und Dennis haben sich Bronx angeguckt und ich glaube gleich gucke ich mir noch Casper an.

Was war euer coolstes Erlebnis auf einem Festival dieses Jahr?

Wir haben ein total tolles Wochenende hinter uns, vor zwei Wochen war – fand ich – das schönste Festival-Wochenende. Am ersten Tag waren wir in der „roten Flora“ in Hamburg gespielt, am zweiten Tag auf dem „Laut gegen Nazis“ Open-Air in Cottbus und am dritten Tag auf dem „With Full Force“ Metal-Festival in Gräfenhainichen. Und es war ein fantastisches Wochenende, da war alles drin, was man gerne hat und es war so ein bisschen das Highlight, zusammen mit dem Konzert in der Waldbühne, da war „Tocotronic“ die Vorband und zur Zugabe sind dann „die Ärzte“ auf die Bühne gekommen und haben zwei Lieder gespielt und das war wirklich ein schöner Abend.

Das glaub ich. Findest Du es schöner, auf Festivals zu spielen oder magst Du es lieber, wenn ihr wirklich exklusiv Konzerte spielt, bei denen die Leute nur für euch hingehen?

Ich kann’s nicht sagen, das ändert sich täglich, je nach Laune. Und meistens gefällt es mir da gut, wo ich gerade bin. Ich find Festivals toll und einige Konzerte toll und ich kann jetzt nicht sagen: „Oh bitte nur das eine oder das andere“.

Hattest Du denn auch schon Mal ein richtig schlechtes Konzert?

Ich hatte schon viele schlechte Konzerte, das muss die Welt aber nicht wissen (lacht).

Ich persönlich finde, ihr seid eine der wenigen Bands, die aus Deutschland kommen und sich nicht anhören, als würden sie aus Deutschland kommen… besonders mit dem Rhythmus und natürlich auch, dass ihr auf Englisch textet. Passt es einfach besser, Englisch zu singen oder ist das auch gewollt, sich von anderen deutschen Künstlern abzuheben? Bei eurer ersten Platte waren ja auch ein paar deutsche Songs dabei.

Ich glaube da war überhaupt kein Gedanke dabei. Ich glaube man hat sich nicht überlegt: „Wir wollen Englisch singen, weill…“. Es ist einfach passiert, wie’s passiert ist. Und vielleicht liegt es daran, dass einfach viele in der Band mit Englischsprachiger Musik aufgewachsen sind… wenn dann die drei, vier Lieblingsbands die man hat, Englisch singen, dann denkt man, man müsste auch Englisch singen, aber das war gar nicht so bewusst, das ist einfach passiert.

Wie würdest Du eure aktuelle Entwicklung beschreiben und wie passt euer aktuelles Album in diese Entwicklung rein?

Die Entwicklung ist völlig desaströs in der Welt und unser Album hebt sich wohltuend vom Rest der Welt ab. Im Rest der Welt läuft nur noch Scheiße und es ist alles ganz schlimm und Europa rutscht nach rechts und keine Flüchtlinge dürfen mehr rein und alles ist total kacke bis auf unsere neue Platte. Die ist total schön geworden und die ist total unterschiedlich, richtig multikulturell geworden, es sind die unterschiedlichsten musikalischen Ideen drauf zu finden und es ist ne Schallplatte wie ich mir Deutschland wünsche (lacht).

Ich find auch, wenn man euch hört auf der neuen Platte klingt es echt sowas von verschieden auch, also es ist nicht ein Stil sondern immer komplett gemischt…

Ja und das müssen die Deutschen in ihrem Land auch kapieren, dass man sie alleine auch gar nicht ertragen kann. Es müssen schon viele Ausländer dazu kommen, damit man überhaupt klar kommt in dem Land.

Ein schönes Statement. Wie soll euer nächstes Album aussehen, arbeitet ihr schon dran oder habt ihr noch gar keine Idee?

Ne, wir haben so richtig gar keine Idee, also wir spielen das letzte Konzert am 14.09. und dann hocken wir uns mal zusammen und gucken was passiert. Wir haben uns Null Schädel gemacht und wir haben auch noch keine Pläne für ein nächstes Album. Erst mal die Konzerte spielen, dann gucken wir weiter.

Ihr habt in einem Interview von 2017 gesagt, dass ihr keine Punkrockband mehr seid. Als was würdest Du euch dann bezeichnen?

Als Punkrockband. Auf jeden Fall. Ich glaube, das sieht jeder in der Band anders, was wir jetzt für eine Band sind und was er gerne für eine Band wäre. Ich glaube das ist ganz unterschiedlich.

Hat sich denn Dein Stil als Schlagzeuger geändert?

Ich glaube ich kann gar keine vielen Stile spielen, ich denke ich spiele immer mehr oder weniger das Gleiche. Ich bin nicht so breit aufgestellt (lacht).

Wir bei Radio Q haben eine Rubrik, die heißt „Platte für die einsame Insel“. Stell Dir vor, Thorsten wäre sauer auf Dich, weil Du mal wieder nicht die Klopapier-Rolle im Tourbus ausgewechselt hättest und würde Dich auf eine einsame Insel verschleppen. Du dürftest nur ein einziges Album mitnehmen, welches wäre das?

Ich glaube ich würde „Wide Awake“ von „Parquet Courts“ nehmen.


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