Vök – In the Dark

Rezensiert von am 4. März 2019

       

Was fällt einem als erstes ein wenn man Island denkt? Wahrscheinlich Wikinger, Schafe, Elfen, Vulkane mit unausprechlichen Namen und seit kurzer Zeit vielleicht auch die Fußballnationalmannschaft. Mittlerweile müssen wir dieser Liste allerdings auch isländische Bands hinzufügen. Dabei ist es beeindruckend welche genialen Künstler und Künstlerinnen ein Land, das in etwa die gleiche Einwohnerzahl wie Münster hat, bereits hervorgebracht hat: Björk, Asgeir, Of Monters And Men, Kaleo, Emiliana Torrini und diese Liste lässt sich noch beliebig fortsetzen. Unter anderem mit der Band, von der dieses Mal unser Album der Woche stammt: Die Rede ist von Vök.

Dabei gehört Vök auch noch zu den jüngeren Bands der isländischen Bandgeschichte. So gründete sich die Band 2013, um an einem Musikwettbewerb teilzunehmen. Problem nur, sie hatten keine Songs. So wurden innerhalb weniger Wochen ein paar Tracks geschrieben. Und das Ende vom Lied: Vök gewann den Wettberwerb. So begann die Karriere des Trios bestehend aus  Margrét Rán Magnúsdóttir, Andri Már Enoksson und  Einar Hrafn Stefánsson. Mit “In The Dark” veröffentlichen sie nun ihr zweites Studioalbum und sind damit weiter auf dem Vormarsch die internationale Musikwelt zu erobern.

Mit “In The Dark” ist Vök ein besonderes Album gelungen.  Das schöne daran ist dabei die Kontrastreichhheit des Albums. So wirkt das Album beim hören musikalisch ziemlich fröhlich und poppig. Schaut man aber auf die Texte so stellt man fest, dass diese schöne poppige Welt nur eine Illusion darstellt.  Vök selbst bezeichen ihr Album als Selbsthilferatgeber und das deutet auch schon der Text des ersten Songs “In the Dark” an. So wird schnell klar, dass man mit dem Album in die Dunkelheit abtaucht und versucht einen Weg daraus zu finden. So lautet der Text im Chorus “Treading water in the dark to keep my head above my heart. Facing all my fears tonight. Don’t wanna hide no more in the dark”.
Gleich der zweite Song  “Autopilot” bildet dann wunderbar die Kontrastreichheit des Album ab. Musikalisch erfreuen vor allem die stimmungsvollen Synthies für den poppigen Groove des Songs sorgen. Textlich handelt der Song jedoch von einer Person, der von seinem Bedürfnis high zu werden innerlich aufgefressen wird.
Eine anderer Song der diese Zwiespältigkeit zwischen Musik und Text verdeutlicht ist der Song “Erase You”. Äußerlich wirkt er wieder wie eine wunderbar tanzbare Pophymne, die locker und leicht daher kommt. Thematisch wird jedoch die Verbitterung einer Person angesprochen, nachdem er oder sie eine Beziehung eine Beziehung beendet hat.
So arbeitet das Album gewisse Themen wie Enttäuschung, Verachtung, Angst, Besessenheit und Hoffnungslosigkeit auf. Am Schluss des Albums führen uns Vök jedoch mit dem schönen Instrumentaltrack “Out of the Dark” wieder aus diesen dunklen Themen heraus und der Kreis schließt sich.

Das schöne an “In The Dark” sind die stimmungsvollen poppigen Elektrogrooves, die einem zum tanzen einladen. Zusammen mit den tiefen oft bedeutungsschweren Texten, entsteht ein einzigartiges kontrastreiches Album, das einen deutlichen Plan verfolgt. Und das macht das Album wirklich einzigartig und beweist einmal mehr: Isändische Bands machen einfach gute Mucke.


Label: NETTWERK
Veröffentlicht am: 01.03.2019
Interpret: Vök
Name: In the Dark
Online: Zur Seite des Interpreten.


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