Umstrittener Tweet gelöscht

Der VWL-Professor van Suntum hat seinen umstrittenen Tweet gelöscht. Zuvor hatten sich das Rektorat, sein Fachbereich und mehrere Fachschaften von ihm distanziert. In einer Stellungnahme erklärt van Suntum, wie er seinen Tweet verstanden haben wollte.

Neben der StuPa-Wahl beherrschte ein Tweet des VWL-Professors Ulrich van Suntum die Diskussionen in den Hörsälen der Uni Münster. Auch wir berichteten gestern darüber.

Nachdem sich neben dem Rektorat, dem Dekanat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, die WiWi Fachschaft und die Fachschaft Politikwissenschaften in einer Stellungnahme distanziert hatten, folgten auch Kollegen wie der Münsteraner Marketingprofessor Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau.

Inzwischen hat van Suntum seinen Tweet und Hinweise auf die Uni Münster auf seinem Twitterprofil entfernt. Weiterhin tritt er dort jedoch als „Prof. für VWL“ auf.

Wie schon bei vorherigen, kritisierten Tweets verwies van Suntum in einer Stellungnahme an den Fachbereich und das Rektorat auf das Problem der Zeichenbegrenzung bei Twitter. Auf 140 Zeichen würden Sachverhalte ohnehin verkürzt. Mit „rechten Spinnern“ habe er jedoch nichts zu tun. Er solidarisiere sich nicht mit Holocaustleugnern.

Weiterhin lies er jedoch offen, ob er es richtig findet, das Leugnen des Holocaust zu bestrafen. Vielmehr verwies er in seiner Stellungnahme darauf, dass unter „Verfassungsjuristen“, die Bestrafung von Holocaustleugnern nicht unumstritten sei.

Weiterhin zeigte er auf, dass er in der Verbreitung von islamistischem Gedankengut und der „eindeutig verfassungsfeindlichen und menschenverachtenden sog. Scharia“ einen Missbrauch der Meinungsfreiheit sieht. Gegen diesen müsse ebenso konsequent vorgegangen werden, wie gegen „rechte Hetzer und Ideologen“. Medien und Justiz, brächten "linken und religiösen Fanatikern" Großmut und Verständnis entgegen.

Wie der Tweet verstanden werden soll, erklärt van Suntum in seiner Stellungnahme so:
 
„Der freiheitliche Rechtsstaat muß m.E. gleichermaßen konsequent gegen jede Art von faschistoidem Gedankengut und Verhalten vorgehen, gleichgültig ob dies von recht, links oder aus anderer ideologischer Richtung kommt. Ansonsten droht in der Tat der Verlust der Meinungsfreiheit und damit der Freiheit selbst. Dies und nichts anderes habe ich ausdrücken wollen, und wer mich kennt, wird daran hoffentlich auch keinen Zweifel hegen. Wer mich aber nicht gut genug kennt, von dem hätte ich mir gewünscht, dass er zumindest einmal bei dem Betroffenen nachfragt, bevor er ihn medial in die Pfanne schlägt.“

Nun habe er den Tweet gelöscht, "um weiteren Missverständnissen vorzubeugen". Der Stellungnahme auf Twitter hat er jedoch einen Screenshot vom Tweet beigefügt.

Von Melissa Faust


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