Sicherheitsvorkehrungen am Weihnachtsmarkt

Der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln wabert durch die Gassen Münsters. Seit dem 27. November und noch bis zum 23.Dezember ist auch dieses Jahr das Bild der Innenstadt durch unzählige Buden, Lichterketten und glückselige Menschen geprägt. Der Weihnachtsmarkt in Münster, der sich an fünf verschiedenen Plätzen an die Kirchen und Fachwerkhäuser schmiegt, ist ein Event mit Tradition. Eine Tradition die heute mehr denn je geschützt wird.

Bürger/-innen aus Münster und Umgebung kommen zu dieser Gelegenheit aus ihren gemütlichen Häusern, um bei einer Tasse Glühwein und einem Teller dampfendem Grünkohl die ausgelassene Weihnachtsstimmung zu genießen. Nur eins durchbricht das romantische Bild in dieser Adventszeit. Dieses Jahr stehen zusätzlich zu den uniformierten Polizeikräften an jedem Weihnachtsmarktaufgang LKWs quer. Dies ist eine Schutzmaßnahme, die in Zusammenarbeit von Stadt und Polizei Münsters entwickelt wurde.

Mobile Sperren

Doch warum werden bemannte LKWs zu unserem Schutz verwendet und nicht einfache Betonbarrikaden, wie man es in vielen anderen Städten dieser Tage sieht? Schließlich wäre das doch günstiger und nicht mit annähernd so viel Aufwand verbunden, oder etwa nicht?

Nein, denn die LKWs mit dauerhafter Besetzung haben einen triftigen Grund. Andreas Bode, der Pressesprecher der Polizei Münster, erläuterte mir die LKWs seien, im Gegensatz zu Betonbarrikaden, mobile Sperren. Der Sinn der Sperren ist der Schutz vor Terrorangriffen, die mit Fahrzeugen begangen werden, wie es in letzter Zeit bei Massenevents schon häufiger der Fall war. Jedoch bedeute eine Sperrung für Fahrzeuge im Allgemeinen auch ein Hindernis für Krankenwagen oder Feuerwehrfahrzeuge. Wenn diese Barrikaden also unbeweglich wären, würde dies eine Gefährdung und ein zu hohes Risiko für Besucher/-innen und Budenbesitzer/-innen bedeuten, da auch im Notfall ein schneller Eingriff verwehrt bliebe, so Herr Bode. 

Großauftrag für die Polizei

Über die genaue Anzahl der Beamten/-innen, die täglich eingesetzt werden, um die Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt zu garantieren, kann die Polizei gegenüber Radio Q keine Angaben machen. Schließlich sind nicht nur die uniformierten und teilweise bewaffneten Polizisten/-innen und die Fahrer/-innen der LKWs im Einsatz, sondern auch eine Zahl von zivilen Mitarbeitern/-innen. Abgesehen vom Schutz vor Terrorgefahr soll den Besuchern schließlich ebenfalls der Schutz vor Taschendieben und den Budenbesitzer/-innen  der Schutz vor Taschendieben gewährt werden. Dafür sind dauerhaft für die Masse nicht klar erkennbare Polizisten/-innen im Einsatz. Zusätzlich stellte Andreas Bode klar, dass die uniformierten Polizisten/innen dennoch sehr wichtig für die Aktion seien, da sie die direkten Ansprechpartner/-innen für besorgte Bürger darstellen würden. Das solle die Präsenz der Polizei und den ständigen Schutz der Bürger/-innen zur gleichen Zeit symbolisieren.

Viel Aufwand, große Wirkung!

Die Frage bleibt nun, ob sich der Aufwand auch wirklich lohnt und wir nächstes Jahr wieder um die weißen Riesen kurven dürfen, um auf den Weihnachtsmarkt zu gelangen. Schließlich betragen die Aufwandskosten für die Sicherheitsvorkehrungen am Weihnachtsmarkt rund 100.000€, Sigrid Howest von der Stadt Münster. Es bestehe noch kein konkreter Plan für das kommende Jahr, so Andreas Bode. Jedes Jahr müsse die Terror- und Gefahrenlage neu betrachtet und bewertet werden. Demnach könne man erst mit Hinblick auf die weiteren Entwicklungen im Jahr 2018 entscheiden, ob auch nächstes Jahr wieder LKWs zu unserem Schutz verwendet werden. Falls dies überflüssig schiene, würden die Maßnahmen auch wieder geändert. Trotzdem sei festzuhalten, dass die Rückmeldungen, die die Polizei bezüglich der neuen Maßnahmen bekommen haben, durchweg positiv gewesen seien.

Eins steht fest: Auch 2018 wird die Sicherheit der Weihnachtsmarktbesucher/-innen wieder höchste Priorität für Polizei und Stadt haben. Ihr Anspruch ist es, dabei den Bürger/-innen das Gefühl zu geben ohne Sorge und Bedenken über den Weihnachtsmarkt zu schlendern und im Licht der Kirchen ihren Glühwein, voller Vorfreude auf die Weihnachtszeit genießen zu können. Es wird wohl trotzdem auch weiternhin Kritik von den Bürgern/-innen geben. 


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