Quadrophonie

My Baby "Shamanaid" - Erfolg "Erfolg" - Death Grips "The Powers That Be" - Will Butler "Policy"

Auch in dieser Woche haben sich vier hochmotivierte Musikredakteure in die Höhle des Löwen gewagt. Soll heißen: Vier Redakteure, vier Alben und vor allem vier Meinungen, die frontal aufeinander prallen. Mit von der Partie waren an diesen Donnerstag, dem 16.04.2015, Sophia Kisfeld, Manon Hütter, Dennis Fox und Sören Heuer. Es knallte Hip Hop auf Noise auf Indie-Rock auf Pop und auf einen Damenchor. Was will man mehr?!

Musikalisch gab es ein Potpourri aus allem Möglichen, der Anfang wurde dabei von Sophia und der Band My Baby mit dem Album "Shamanaid" gemacht. Eine Band aus den Niederlanden bzw. mit einer Sängerin aus Neuseeland, die die Musikwelt mit ihrem zweiten Album erfreut. Musikalisch geht das stark in die Blues-, Rock-, Psychedelic- Richtung. So wurde denn hin- und herdiskutiert, ob die vielen Wiederholungen in den Songs, diese nun besonders speziell machten oder eher öde - und wenn speziell, dann mit der Frage, ob das nun positiv oder negativ sei. Zwischendurch kam die Idee auf, die Musik sei auch prima geeignet für Parfüm- oder Sportschuhwerbung. Wer weiß was daraus noch wird.

Weiter ging es mit Manon und dem Solo-Projekt vom Großneffen unseres ehemaligen Bundespräsidenten, dem Projekt Erfolg mit dem Protagonisten Johannes von Weizsäcker. Das gleichnamige Debütalbum des Herrn sorgte bei unseren vier Redakteuren für die erste wahre Kontroverse, denn während die einen die Gesellschaftskritik feierten, wurde sie von anderen eher lediglich belächelt. In diesem Zuge des Unverständnisses für das doch gelegentlich sehr sperrige Album wurde der Frauenchor, inklusive bärtigem Keith Duncan, kurzfristig zum Kinderchor degradiert.

Dann kam der große Aufreger der Sendung: Dennis stellte Death Grips mit dem Album "The Powers That Be" vor. Die dreiteilige Hip Hop-/Noise Gruppe aus den Staaten war die Überraschung der Sendung. Im ersten Moment wurden die drei anderen Redakteure von dem Sound des ersten Songs total umgerissen. Chaotisch, absolut noisy und ordentlich anstregend. Umso überraschender war das Urteil nach dem ersten Eindruck: "Leider geil"!
Für die knapp drei Minuten war die Anstrengung aushaltbar und sogar erfrischend, die hämmernden Beats brachten Bewegung in unsere Redakteure. Nach den beiden weiteren Songs waren sie sich relativ sicher: Das sollte man sich mal live angucken. Auf Platte wird es aber auf Dauer wohl sehr anstrengend - allerdings ist es unglaublich interessant! Wer das noch nicht gehört hat, muss es auf jeden Fall noch tun!

Zum Schluss wurde es dann wieder etwas entspannter. Sören brachte den amerikanischen Multiinstrumentalisten Will Butler auf den Tisch und sorgte damit für deutlich entspanntere Stimmung. Will Butler ist festes Mitglied bei Arcade Fire, war an der Filmmusik für "Her" beteiligt und hat mit dem ersten Solo-Album "Policy" nun auch seine erste komplett eigene Veröffentlichung hinter sich. Das Album glänzt durch spannende und lustige Texte, eingänigen Melodien und tatsächlich mit einem gewissen Charme. Auch unsere Redakteure mussten sich erstmal von der Verbindung zu Arcade Fire trennen und das Album isoliert betrachten. Am Ende waren sie sich relativ einig: Eine solide Indie-Rock-/Pop-Liebhaberplatte, vor allem für Freunde des Arcade Fire-Feelings. Denn dieser Einfluss ist dem Album deutlich anzuhören.

 

Unser Fazit:


Hier nochmal alle Songs, in der Reihenfolge der Sendung (leider hat die Band My Baby nur den einen Song auf Spotify):


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