Quadrophonie

Daniel Decker "Weißer Wal" - Florence + The Machine "How Big, How Blue, How Beautiful" - Jamie XX "In Colour" - Algiers "Algiers"

Nach einer vierwöchigen Pause ist die Quadrophonie endlich wieder zurück! Puh, und das wurde auch Zeit, denn das Showbiz schläft nie und diverse neue, gute Alben warteten schon brennend darauf besprochen zu werden.

Letzten Donnerstag versüßten uns dann folgende Redakteure, Künstler und Alben den sommerlichen Donnerstagabend:
Sören Heuer mit dem Debütalbum „Weißer Wal“ von Daniel Decker, Leonie Wiethaup mit „How Big How Blue How Beautiful“ von Florence + The Machine, Christian Bisping mit einem weiteren Debüt, „In Colour“ von Jamie XX, und Alexandra Bahr mit dem Erstling „Algiers“ von der gleichnamigen Band Algiers. Neben einer altbekannten Künstlerin, die mit ihrem dritten Album vorgestellt wurde, galt diese Sendung ansonsten also ganz klar den musikalischen Erstlingen und potentiellen Newcomern.

Den Anfang machte Sören mit Daniel Decker und seinem ersten Soloalbum “Weißer Wal”. Daniel ist wütend, weil er unzufrieden ist mit der Gesellschaft, zu der er zwangsläufig gehört. Und welches Ventil eignet sich da besser als die Musik, um wütend zu sein und dem öffentlich Ausdruck zu verleihen? Fast nichts, höchstens noch ein eigener Blog, den Daniel zum Glück ja auch betreibt (Kotzendes Einhorn). Musikalisch hat das Ganze die Runde eher kalt gelassen, das ist aber ja vielleicht auch gar nicht schlimm, denn auf die Texte kommt es noch mehr an und die sind intelligent und haben zumindest nicht alle unbeeindruckt gelassen.

Weiter ging’s mit der wohlbekannten Florence Welch und ihrer Band. Still war es in den letzten Jahren um sie geworden, umso gespannter durfte man auf das neue Album sein. Uns hat “How Big How Blue How Beautiful” eigentlich sehr gut gefallen, Florence hat nichts von ihrer Größe verloren, wenn auch der ein oder andere es nicht unterlassen konnte nostalgisch auf die pompöse Anfangszeit von Florence zu schielen.

Jamie XX bietet mit “In Colours” zwar auch ein Debütalbum, allerdings ist das ganz und gar nicht sein musikalisches Debüt. Als Mitglied des Trios The XX ist Jamie XX schon eine bekannte Größe im Geschäft. Jetzt erschien sein erstes Soloalbum, von dem wir eine sehr durchmischte Meinung hatten: Noch introvertierter und melancholischer als man es von The XX kennt, vor allem auch dadurch, dass sich viele Instrumentals auf dem Album befinden, so lautete das Urteil. Für Verwirrung hat in dieser Melancholie dann aber der dritte Song gesorgt, der eher im Genre Reggea zu verorten war. Alles in allem hat man es aber natürlich hier mit elektronischer Musik zu tun, die die verschiedensten Assoziationen bei uns hervorgerufen hat: Ob man zu der Musik lieber tanzen geht oder sich das eher auf dem Sofa anhört, müsst ihr also wohl für euch selbst entscheiden.

Zum Abschluss gab es dann noch ein ziemlich vielversprechendes Debüt einer Band aus den Südstaaten, “Algiers” von Algiers. Begeisterung bei allen, denn Algiers verstehen sich darauf mit ihrem satten Sound eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen. Und die liegt irgendwo zwischen (latenter) Aggression und Gegenwehr gegen Rassismus und soziale Ungleichheiten. Die Texte sind hochpolitisch, die Musik eine Melange aus scheinbaren Gegensätzen, wie Gospel und Postpunk.

 

Das Fazit:

 

Hier außerdem die Playlist der Sendung:


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