Quadrophonie

Mit Fraser A. Gorman "Slow Gum" - De Lux "Generation" - Ezra Furman "Perpetual Motion People" - LA Priest "Inji"

Donnerstagabend, 20 Uhr, altes Spiel: Zeit für die Quadrophonie! Und diese Woche hatten wir mal wieder eine spannende Mischung aus verschiedenen Genres und Musikern, von denen einer sogar extra für seine Aufnahmen nach Grönland gereist ist um dort elektromagnetische Störungen aufzunehmen. Wer, wo, was also? Auf gemeinsamer Flucht vor der Hitze und mit großer Lust über Musik zu streiten kamen folgende Redakteure mit ihren Alben zusammen: Sören Heuer mit “Slow Gum” von Fraser A. Gorman, Manon Hütter mit “Generation” von De Lux, Jonas Gutsche mit “Perpetual Motion People” von Ezra Furman und Alexandra Bahr mit “Inji” von LA Priest.

Sören und Fraser A. Gorman machten den Anfang. Ziemlich klassischen Country/Americana gab es da zu hören. Und irgendwie gab es dazu gefühlt dann auch schon gar nicht mehr so viel zu sagen. Ein richtig gut gemachtes Album dieses Genres, da waren sich alle einig, da aber kein sonderlicher Country-Fan in unserer Runde war, gab es auch niemanden, der noch einmal vehement Partei für das Album ergriffen hätte. Eine runde Sache und eine solide Empfehlung!

Weiter ging es mit Manon und De Lux. Die sind zuerst einmal nicht zu verwechseln mit diversen anderen Bands, die anscheinend auch so heißen. Wir meinen das Multiinstrumentalisten-Duo aus Kalifornien und niemand anderen. Die Musik der beiden hat definitiv keinen kalt gelassen, so richtig einordnen konnte man das ganze aber irgendwie auch nicht. Elektronisch und retro hört sich das an, sozialkritisch ist es (auf eine angenehm ironische Art) und musikalisch bedienen sie sich auffallend vieler repetitiver Elemente. Wie findet man das nun? Hört selbst!

Es folgte Jonas mit dem Album von Ezra Furman. Der (also Ezra) scheint ein ziemlich frei denkender junger Mann zu sein, soweit man das einschätzen kann, was sich musikalisch auf jedem Fall mit seinem Album bestätigen lässt. Das klingt vorwiegend fröhlich und tanzbar, viele Songs haben Hit-Potential, dabei sind die Songstrukturen meist sehr abwechslungsreich und ganz und gar nicht 08/15-mäßig, wie mancher jetzt vielleicht glauben könnte. In diesen vermeintlich fröhlichen Songs verarbeitet Ezra aber auch eigene Schicksalsschläge, eine paradoxe Mischung wie es manchmal scheint, in jedem Fall aber ein empfehlenswertes Album. Eine ausführliche Rezension gibt’s zum Glück auch auf unserer Homepage.

Zum Schluss gab es dann noch was ein wenig Frickeliges, von LA Priest. Sam Eastgate steckt hinter dem Künstlernamen, ein Engländer, der mittlerweile zurückgezogen in Wales lebt. Mit seinem ersten Solo-Album hat er etwas ziemlich innovatives geschaffen, denn seine Musik besteht nicht nur aus Synthies, Drums und Bass, sondern viel mehr hat er die Musik um die, in Grönland aufgenommenen, geomagnetischen Störungen herumgebaut. Diese Aufnahmen sind also Ausgangspunkt seiner Songs, alles andere, wie die tragenden Basslines, kam später dazu. Das Album ist eine Mischung aus Instrumentals und Liedern mit meistens sehr hochgepichtem Gesang von Sam. Unser Urteil: Abgefahren, groovig, nicht sehr zugänglich.

 

Das Fazit:

Und hier wie immer die Spotify Playlist mit den besprochenen Songs aus der Sendung:


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