Driver Ranking: Vereinigte Arabische Emirate

Das QMotors-Driver Ranking geht in die neue Saison. Wir vergeben selbst die Punkte für die Fahrer. Welcher Fahrer überzeugte am meisten, unabhängig vom Auto oder tatsächlichen Ergebnis?

Deutlich spannender und spektakulärer als erwartet stellte sich der Finale Grand Prix des Jahres 2018 in Abu Dhabi dar. Selbst ein paar Regentropfen verirrten sich in die Wüste. Lewis Hamilton kontrollierte das Rennen von der Pole, dahinter fiel Valtteri Bottas mit abbauenden Reifen immer weiter zurück. Zahlreiche Ausfälle gab es im Rennen, unter Anderem von Kimi Räikkönen im Ferrari. Am spektakulärsten verabschiedete sich aber Nico Hülkenberg. Der Deutsche wurde beim Start von Grosjean abgeschossen und überschlug sich zwei mal, blieb dabei aber unverletzt. Während sowohl Fahrer- als auch Konstrukteurstitel schon entschieden waren, ist der Champion in unserem Ranking noch nicht ausgemacht. Wer konnte zum Abschluss nochmal überzeugen und wie sieht unsere abschließende Tabelle aus?

01. Charles Leclerc - Gewohnt stark qualifizierte sich Leclerc als Achter und startete somit aus der ersten Reihe der Mittelfeldteams. Und dieser Start war phänomenal! Er kämpfte nicht nur Grosjean, sondern beide Red Bulls nieder und war knapp hinter Kimi Räikkönen als dessen Ferrari den Geist aufgab. Unter virtuellem Safety Car lag Leclerc tatsächlich auf der vierten Position. Dann holte man ihn an die Box, was sich als Fehler herausstellte. Leclerc hing lange im Verkehr und wurde so von Sainz überholt. Trotz einer nicht idealen Taktik wurde er am Ende starker Siebter. Fährt Leclerc im nächsten Jahr in dieser Form, kann sich Vettel warm anziehen.

02. Lewis Hamilton - Valtteri Bottas machte in den Trainings den stärkeren Eindruck, im Qualifying war Hamilton aber wieder da. Erneut holte sich der Brite die Pole und verteidigte diese im Rennen eindrucksvoll und ohne Probleme. Es war ein ungefährdeter Sieg von Hamilton, der besonders im Vergleich zu Bottas beeindruckend ist. Obwohl Hamilton auf älteren Supersofts unterwegs war, hatte er nicht mal annähernd die Probleme, die bei Bottas auftraten. Spielt das Auto mit, wird es auch im nächsten Jahr schwer, Hamilton vom Thron zu stürzen.

03. Sebastian Vettel - Nach zahlreichen durchwachsenen Leistungen konnte Vettel zum Abschluss nochmal überzeugen. Im Qualifying schlug er Teamkollege Räikkönen, im Rennen drückte er sich sehenswert an Bottas vorbei. Nach vorne war nicht mehr drin, nach hinten sicherte er gut ab. Auch wenn Vettel unauffällig unterwegs war, schmälert das nicht seine gute Leistung.

04. Daniel Ricciardo - Dem Australier hätte man im letzten Rennen für Red Bull nochmal ein Podium gegönnt. Ricciardo war am Wochenende stärker als Verstappen und startete daher auch von P5. Im Rennen ging man eine aggressive Strategie, die eine Chance auf den Sieg eröffnete, wenn das Safety Car rausgekommen wäre. Ohne Safety Car fiel Ricciardo jedoch ans Ende der Top5 und konnte sich im Rennschluss zwar an Bottas vorbei, an Verstappen jedoch nur herankämpfen. Dennoch: Mit der gleichen Strategie wie vorne, wäre Ricciardo sicher vor Verstappen gelandet. Schade, dass der Mut nicht belohnt wurde.

05. Max Verstappen - Der Niederländer erwischte einen schlechten Start, was aber wohl an einem Mapping-Problem mit dem Motor lag. Bei seinem Überholmanöver gegen Ocon boxte Verstappen den Franzosen einfach aus dem Weg, was überraschend unbestraft blieb. Das Manöver gegen Bottas war dagegen umso stärker. Verstappen fuhr gut und holte am Ende ein verdientes Podium. Es ist übrigens das siebte in den letzten neun Rennen. Spielt der Honda-Motor mit, ist Verstappen ein Mitfavorit auf den Fahrer-Titel 2019.

06. Romain Grosjean - Eine der besten Qualifikationsrunden seines Lebens - so beschrieb es Grosjean zumindest selbst - hat den Franzosen den siebten Startplatz eingebracht. Von da aus erlebte er eine umkämpfte erste Runde und kollidierte unverschuldet mit Hülkenberg. Glücklicherweise blieb der Haas an einem Stück und so konnte Grosjean ein erneut starkes Wochenende mit Platz 9 abschließen, obwohl die Pace im Rennen nicht so stark war. Im Vergleich zu Teamkollege Magnussen ist das immer noch beeindruckend, der Däne fuhr nämlich im Nirgendwo herum.

07. Carlos Sainz jr. - Mr. Where did he come from? Im Qualifying unterlag Sainz knapp seinem Teamkollegen Hülkenberg. Im Rennen fällt ein Vergleich schwer, weil Hülkenberg nur ein paar Kurven weit kam. Sainz war eigentlich nie im Bild, lag auf einmal aber auf Platz 6. Wie er da hingekommen ist, können wir uns auch nicht endgültig erklären, schlecht gefahren kann der Spanier auf jeden Fall nicht sein. Auch wenn es 2018 eine überraschend deutliche Niederlage im teaminternen Duell für Sainz gab, ist ihm ein versöhnlicher Abschluss gelungen. Viel einfacher wird es gegen Norris im McLaren aber auch nicht werden.

08. Esteban Ocon - Im Gegensatz zu Perez erreichte Ocon Q3 und sicherte sich somit den besseren Startplatz. Der Start verlief jedoch nicht nach Plan und so verlor der Franzose einige Plätze. Weil er im Duell mit Vandoorne die Strecke verließ, bekam Ocon eine 5 Sekunden-Strafe, hielt sich aber im Kampf um die Punkte, bis ein Motorschaden sein Rennen beendete. Und das war vorerst auch sein letztes Rennen in der Formel 1. Bei Force India bekommt er kein Cockpit, obwohl er Perez im teaminternen Duell schlug. Mit seinen Leistungen bleibt er aber auf dem Schirm von Mercedes, die ihn 2020 sogar in den Mercedes neben Hamilton setzen könnten.

09. Kimi Räikkönen - Der nächste Abschied. Räikkönen letztes Ferrari-Wochenende war nur von kurzer Dauer. Im Qualifying landete er knapp hinter Vettel, konnte zum Rennbeginn dessen Pace aber problemlos mitgehen. Ohne den technisch bedingten Ausfall wäre es wohl das 13. Podium geworden und damit, was diese Statistik angeht, seine erfolgreichste in seiner Karriere.

10. Fernando Alonso - Alonso blieb in seinem letzten Formel 1-Rennen trotz großem Kampf ohne Punkte. Vandoorne drückte Alonso die 21. Niederlage im Quali-Duell auf und auch im Rennen war der Spanier stärker. Dank vieler Ausfälle hatte er kurz vor Rennende sogar noch Chancen auf einen Punkt. Dabei riskierte Alonso sehr viel, rutschte von der Bahn und bekam prompt eine 5 Sekunden-Strafe aufgebrummt. Dennoch war es ein sehenswerter Abschied des Spaniers in einem erneut unterlegenen McLaren.

 

Gesamtwertung:

01. L.Hamilton - 252 Pkt.

02. M.Verstappen - 250 Pkt.

03. C.Leclerc - 170 Pkt.

04. S.Vettel - 168 Pkt.

05. N.Hülkenberg - 166 Pkt.

06. K.Räikkönen - 136 Pkt.

07. D.Ricciardo - 135 Pkt.

08. V.Bottas - 119 Pkt.

09. E.Ocon - 117 Pkt.

10. F.Alonso - 109 Pkt.

11. R.Grosjean - 90 Pkt.

12. K.Magnussen - 89 Pkt.

13. C.Sainz jr. - 77 Pkt.

14. S.Perez - 74 Pkt.

15. P.Gasly - 73 Pkt.

16. M.Ericsson - 30 Pkt.

17. L.Stroll - 25 Pkt.

18. S.Vandoorne - 20 Pkt.

19. B.Hartley - 13 Pkt.

20. S.Sirotkin - 11 Pkt.

 

Fazit:

Hamilton sichert sich also den Titel in unserem Ranking. Und das ist bei seinen Leistungen im Qualifying und besonders in der zweiten Saisonhälfte absolut verdient. Verstappen holt sich einen beeindruckenden zweiten Platz, wenn man bedenkt, dass er zu Saisonbeginn vier Rennen punktlos blieb. Vettel wurden zahlreiche Fehler wie in Hockenheim, Monza oder Suzuka auch in unserem Ranking zum Verhängnis. So steht Charles Leclerc auf dem Treppchen. Der Monegasse dominierte seinen Teamkollegen nach Belieben und wird im Ferrari für viel Spaß bei den Fans sorgen. Auch Nico Hülkenberg fuhr eine hervorragende Saison. Er schlug Sainz viel deutlicher als das erwartbar gewesen wäre, bekommt mit Ricciardo aber eine Hammeraufgabe ins Team. Kann sich Hülkenberg auch da durchsetzen, winkt für den Deutschen vielleicht doch nochmal die Chance auf ein Topauto. Ebenfalls positiv aufgefallen sind Ocon und Alonso. Magnussen fuhr in der ersten Saisonhälfte stark und danach schwach, bei Grosjean war es genau umgekehrt, so dass beide Fahrer am Ende nahezu punktgleich im Ranking stehen. Im hinteren Mittelfeld rangieren Perez, Gasly und Sainz, wobei besonders Gasly einen schweren Stand im Duell mit Verstappen haben wird. In aktueller Form ist Gasly das Red Bull-Cockpit schneller los als er gucken kann. Am Ende befinden sich mit Ericsson, Stroll, Vandoorne, Hartley und Sirotkin Fahrer, von denen lediglich einer ein Cockpit für 2019 bekommen hat und das auch nur deshalb, weil sein Vater ein Team gekauft hat. Wirklich unverdient sind diese Cockpit-Verluste also alle nicht. Bei Williams reagiert man darauf, indem man mit Russell auf ein absolutes Top-Talent setzt. Besonders enttäuscht war man von Vandoorne, der gegen Alonso zwar einen schweren Stand hatte, aber im Vergleich zum letzten Jahr keinerlei Formgewinn zeigte.


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