Das Kleben ist schön!

Streetart-Künstlerin Barbara verschönert deutsche Städte. Sie beklebt Wände, Zäune und Schilder aller Art. Ihr reichen ein paar kleine Aufkleber um die Welt um sie herum zu verändern.

So wird ein Schild mit dem Hinweis: "Ausfahrt freihalten" schnell zu "Gehirn einschalten", "Fremdenhass ausschalten" oder weiteren Botschaften umfunktioniert.

 

Wer hinter dem Psydonym "Barbara" steckt ist nicht bekannt. Die Künstlerin möchte anonym bleiben, damit ihre Arbeit unabhängig von ihrer Person betrachtet wird. Außerdem schützt sie so ihr Privatleben. Was sie tut ist sicherlich kein Verbrechen aber wohl auch nicht ganz legal. Wir haben mit Barbara Kontakt aufgenommen. Schriftlich natürlich. So bleibt ihre Identität geheim.

In Berlin, Hamburg und Dresden finden sich die meisten von Barbaras Werken. Allerdings reist sie gerne. Deshalb taucht ihre Zettel-Kunst in ganz Deutschland auf.

Gegen Nazis, Intoleranz, Fremdenhass und gesellschaftliche Kontroversen

Dinge überkleben, kritisch sein - damit fing Barbara schon früh an.

"Als ich noch ganz klein war, ging ich mit einem Opa oft spazieren. Einmal entdeckte er dabei ein an die Häuserwand geschmiertes Hakenkreuz und hat mir erklärt für welchen schrecklichen Ereignisse dieses Symbol steht. Er versuchte es wegzuwischen, mit Taschentuch und Spucke, was ihm aber nicht gelang. Also habe ich bei unserem nächsten Spaziergang einen Zettel mitgenommen, auf den ich eine lachende Sonne gemalt hatte und hab den Zettel über das Hakenkreuz geklebt. Das hat meinen Opa richtig glücklich gemacht und er hat mich sehr gelobt. Da hab ich beschlossen: Das mach ich jetzt öfter."

Dieser Linie ist sie treu geblieben. Barbaras Zettel richten sich gegen Nazis, Intoleranz, Fremdenhass und andere gesellschaftliche Kontroversen. Das ist ihre Art gesellschaftliche Diskurse voranzubringen. Sie sagt ihre Meinung und hat auch noch Spaß dabei.

"Besonders gern beklebe ich "bekleben Verboten" - Schilder. Beim Bekleben bin ich noch nicht erwischt worden, zumindest nicht so, dass mir daraus ein Problem entstanden wäre. Ich hab immer ne Ausrede mit doppeltem Boden parat."

 

Was ihre bisher coolste Aktion war, weiß Barbara nicht genau, die Bewertung ihrer Arbeit überlässt sie am liebsten den Anderen. Für sie ist das wichtigste Projekt immer das nächste. Diese Projekte können sich Fans dann als Fotos oder Kleine Videoclips auf Instagram und Facebook ansehen. Auf die Frage woher ihre Ideen kommen, sagt sie:

"Die kommen von dem kleinen Äffchen, das in ihrem Kopf wohnt. Mietfrei."

Ihre Seiten auf Facebook oder Instagram unterhalten nicht nur, sondern regen auch zum Nachdenken an. Mal kontrovers, mal frech und immer unverblühmt dokumentiert sie dort ihre Arbeit.

 


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