Drowners - On Desire

"The Smiths + The Strokes + The Kooks = Drowners". Diese Gleichung wurde unter einem YouTube-Video des ersten Drowners-Album geschrieben und trifft damit ziemlich gut den Nagel auf den Kopf - jedenfalls wenn es darum geht, die größten musikalischen Einflüsse der Band darzustellen. Nach zwei Jahren melden sich die vier Musiker nun mit "On Desire" zurück und knüpfen dabei nahtlos am selbstbetitelten Debütalbum an.

Von Beginn an ist das textliche Motiv, was sich (fast) durch das gesamte Album zieht, allgegenwärtig: Liebe in allen Facetten. Sei es wie bei "Cruel Ways" das Ende einer Beziehung ("Now we sleep in separate rooms, I talk to walls instead of you") oder wie bei "Human Remains" unerwiderte Liebe ("I watched her dance a crowded floor, holding on tightly to someone she'd met the week before. [...] So when I leave tonight, with someone at my side, all the time I'll make believe it's you").

Und auch die weiteren Songs auf dem Album wie "Someone Else Is Getting In", "Trust The Tension" oder "Conversation With Myself" machen dabei keine Ausnahme. Sänger Matthew Hitt schafft es mit seinen Texten dabei besonders gut, Bilder in den Kopf zu setzen und somit Emotionen zu transportieren: Ein Chamäleon, was seine Farbe wechselt, wird als Metapher für die veränderte Wahrnehmung einer Person verwendet oder ein zusammengestürztes Bücherregal für eine kaputte Beziehung.

Musikalisch trifft man auf eingängige und rockige Elemente. Eine musikalische Ausnahme vom sonst rockig-poppigen Sound der Band bildet allerdings der Song "Dreams Don't Count", bei dem vor allem der langsame Rhythmus, das einfache Gitarrenriff, Hitts weiche Stimme und das weit in den Hintergrund gerückte Schlagzeug auffällt. Die melancholische Ballade passt dabei aber wieder in das oben genannte Textmotiv: Es geht um die Idealisierung einer Person, die nicht erfüllt wird - quasi ein zerplatzter Traum.

Genau diese Stringenz in den Songtexten ist aber auch der größte Nachteil des Albums. Durch das immer wiederkehrende Motiv der unerfüllten Liebe und der unglücklichen Beziehung stellt sich schnell das Gefühl der Langeweile ein. Es fehlt der eine Song, der aus dem Muster ausbricht, der dem Album eine zweite Ebene gibt.

Schlussendlich ist "On Desire" zwar ein ehrenwürdiger Nachfolger des Debütalbums, große Überraschungen gibt es aber leider auch nicht.


Von:
Hilko Janßen
Label: 
Frenchkiss Records / The Orchard
VÖ: 
24.06.2016
Herkunft: 
New York, USA