Hilma Nikolaisen - Mjusic

Rezensiert von Moritz Meyer

Es gibt Familien denen ist das Musikmachen einfach in die Wiege gelegt. Eine dieser Familien ist sind die Nikolaisens aus Bergen in Norwegen. Allen voran steht dabei Hilma Nikolaisen. Bereits im zarten Alter von 5 Jahren gründete sie mit ihrem Bruder zusammen ihre erste Band.  In ihren Teenagerjahren spielte sie in verschiedenen Undergroundbands mit, ehe sie sich dann als Bassistin der Band ihres Bruders  Erik “Serena Maneesh” anschloss. Ihr anderer Bruder Ivar Nikolaisen ist mittlerweile Teil der norwegischen Kultband “Kverlertak”. Also eine unglaublich musikalische Familie. Hilma Nikolaisen ist als Soloküntlerin unterwegs und das sogar so erfolgreich, dass sie es mit ihrem Album “Mjusic” zu unserem Album der Woche geschafft hat. Wobei ganz allein ist sie dann doch nicht. So hat beispielweise ihr Bruder Erik bei einigen Songs auf dem Album das Schlagzeug eingespielt.

 “Mjusic” ist das Folgealbum zu Hilma NIkolaisens Debutalbum “Puzzler” aus dem Jahr 2016, mit dem sich Hilma Nikolaisen schon vor 2 Jahren Aufmerksamkeit in der Musikwelt schaffen konnte. Während “Puzzler” allerdings in einem aufwendigen Entstehungsprozess entstanden ist, sind die Songs auf “Mjusic” eher spontan entstanden und in einem kurzen Zeitraum erschaffen worden.
Hilma Nikolaisen ist nach eigenen Aussagen bei dem Album noch stärker ihrer Fantasie und Intuition gefolgt und das Produkt kann sich wirklich hören lassen.

Schon der Opener “Missionary” bringt uns dem Stil des Albums näher. Zu hören sind verzerrte Gitarren und die leicht rotzige Stimme von Hilma NIkolaisen. Es entsteht eine Art sehr treibender Indiepunk, der aber nie seine Melodiösität verliert. Und so etwas freches aber gleichzeitig auch etwas verspieltes hat.
Der zweite Track “Election Day Blues” besticht schonmal mit seiner tollen Gitarrenhook und vermittelt insgesamt eine sehr entspannte Grundstimmung. Musikalisch hat das Ganze jedoch eher wenig mit Blues zu tun. Dieser Track schaffte es auch bereits vor dem Albumrelease auf unsere Rotation.
Ein weiterer besonderer Track bildet der 8:22 min lange Song  “Into The Music”. Dieser Track steckt voller Überraschung und bietet einfach mal die Möglichkeit über 8 Minuten lang sich in die wunderbaren Klangwelten von Hilma Nikolaisen zu begeben. Der Track wechselt dabei zwischen eingängigen Textzeilen zum mitsingen und längeren Instrumentalpassagen, die einfach mal zum abgrooven einladen. So entsteht schon fast eine Art hypnotischer Track in dem man voll und ganz versinken kann.
Ebenfalls noch herauszuheben ist der Track “I Do (Doomsday Jingle)”. Auch dieser Track bietet eine eingängige Melodie der eine gewisse Fröhlichkeit ausdrückt aber gleichzeitig auch irgendwie düster und traurig wirkt. Ein Widerspruch in sich, der die Single unglaublich hörenswert macht.

Insgesamt schafft es Hilma Nikolaisen mit “Mjusic” einen einzigartigen Mix aus Indie-Rock und Neo-Grunge zu präsentieren, der an vielen Stellen einfach wunderbar groovt, aber dabei häufig eine entspannte Leichtigkeit hat und vielen Stellen auch einfach zum träumen einlädt. Und so kann das Album gerade in dieser stressigen Vorweihnachtszeit für genügend Entspannnung sorgen.


Label: 
Fysisk Format
VÖ: 
30.11.2018
Herkunft: 
Oslo