Cari Cari - ANAANA

Rezensiert von Moritz Meyer

Wenn eine Band sich nur gründet um mal im Soundtrack eines Quentin-Tarantino-Films vorzukommen, ist das doch erstmal ein recht ungewöhnlicher wie auch ambitionierter Grund um Musik zu machen. Aber genau mit dieser Intention gründete sich im Jahr 2011 das österreichische Duo Cari Cari. Dabei haben sich zwei großartige Individualkünstler zusammengeschlossen. Stephanie Widmer spielt Synthesizer, Maultrommel und Didgeridoo und weiß mit ihrer Stimme zu überzeugen, während ihr Kollege Alexander Köck die Bassgitarre schwingt und dabei ebenfalls singt. Dabei sind Cari Cari eine absolute Do-It-Yourself Band, die ihre Musik selber schreibt und auch selbst produziert. Und was dabei herauskommt kann sich wirklich hören lassen. So hat die internationale Presse Cari Cari ziemlich treffend als Mix zwischen The Kills und The XX mit Einfluss von Ennio Morricone betitelt. So trat die Band 2014 mit ihrer EP “AMERIPPINDUNKLER” auf die Bildfläche von der es zwei Songs schon in die amerikanischen TV Shows Shameless und The Magicians schafften und nun erscheint endlich das erste Album der Band und trägt den Titel “ANAANA”. Und Cari Cari beweisen, dass sie von ihrem Ziel, mal in den Soundtrack in einem Tarantino Films aufgenommen zu werden, wahrscheinlich gar nicht so weit weg sind.

Schon der Opener Summer Sun startet in dieser gewissen Filmsoundtrack Manier. Der Song startet mit einem hypnotischen Synthie- und Gitarrengroove, der schon fast ein wenig  an Milky Chance erinnert und wird dann von der ruhigen, fast schon eher leicht deprimiert wirkenden Stimme begleitet. Zusammen entsteht so ein wunderbarer Track der in diesen herbstlichen Zeiten eine kleine Erinnerung an die schönen Sommertage zu sein scheint. Diese Sommertage scheinen sich jedoch eher in Südamerika abzuspielen, wie die Nummer ANAANA. Dieser Track erinnert doch schon stark an den Wilden Westen , wobei das gesungene ANAANA im Refrain schon stark an Indianergesänge erinnert. Dabei glänzt die Nummer wieder mit einem leicht schwerfälligen aber gleichzeitig ebenso hypnotischen Beat. Mit ähnlichen Klängen geht es auch bei einem der weiteren Highlights der Platte weiter, dem Song Mapache, was übersetzt übrigens Waschbär. Dieser erinnert stark an einen Mix aus Ennio Morricone Western und Surfrock a la Dick Dales Misirlou, einer der Songs die Tarantino in Pulp Fiction verwendete.
Das letzte nennenswerte Highlight der Platte ist noch einmal der Song Mechikko. Hierbei wird der abwechselnd männliche und weibliche Gesang von einem unglaublich einnehmenden Blueslick begleitet und so entsteht auch hier wieder ein toller Song der uns von den Weiten Südamerikas träumen lässt.

Generell lässt sich in nahezu allen Songs ein unglaublich hypnotischer Groove wiederfinden, der einen beim Hören des Albums kaum still sitzen lässt. Man hat dauerhaft das Gefühl sich wirklich irgendwo in Mexiko zwischen Cowboys und Indianern in einem Westernfilm der 50er Jahre wiederzufinden. In diesen kalten Herbsttagen erinnern Cari Cari an den Sommer in der heißen Wüste und schaffen es dabei auf gekonnte und einzigartige Weise einen Mix zwischen Indie, Blues, Surfrock und Tropical House zu erzeugen und damit ein so hypnotisch und gleichzeitig tanzbares Album erzeugen, sodass einen die Musik einfach fesseln muss.
 


Label: 
INK Music
VÖ: 
02.11.2018
Herkunft: 
Österreich