The Black Keys - Let's Rock

Rezensiert von Julia Steinigeweg

 

Sie sind zurück: nach ganzen 5 Jahren bringen „The Black Keys“ ihr neuntes Studioalbum „Let‘s Rock“ raus. Der Titel klingt nicht gerade originell, bringt die Platte allerdings ziemlich genau auf den Punkt. Dan Auerbach und Patrick Carney machen nämlich genau das.

Schon beim Cover ist unsere Musikredaktion aufmerksam geworden. Man sieht einen elektrischen Stuhl in Lo-Fi-Optik, der mal so gar nicht zum Titel des Albums passt. Jedenfalls auf den ersten Blick, denn „Let‘s Rock“ waren tatsächlich die letzten Worte eines Täters, der auf solch einem Stuhl hingerichtet wurde. Etwas zynisch vielleicht, aber auf jeden Fall wirkungsvoll, versteht man erst die Geschichte hinter dem Album.

Ansonsten ist von dieser grausamen Grundhaltung auf dem Album nicht wirklich viel zu merken. Die beiden Jungs machen Garage-Blues-Rock, wie er im Buche steht. Sie knüpfen zwar an frühere Hits wie „Lonely Boy“ oder „Fever“ an, ganz ran kommen sie dabei aber leider nicht. Nicht falsch verstehen: die Platte ist gut! Sie erinnern an die typischen Rock-Klänge aus den 70ern, die ich und sicher auch andere so sehr vermissen. Aber das ist es dann auch. Sie ist, was der Titel verrät: Solider Rock - sie erfinden das Rad zwar nicht neu aber “Let’s Rock” ist dennoch ein Album, das jedem Garage-Rock Fan ohne Frage zusagen wird.

Songs wie „Lo/Hi“, „Shine A Little Light“ oder „Go“ gehen ins Ohr, bleiben dort für eine Weile und begleiten einen durch den Alltag, bis sie daraufhin wieder verschwinden. Alles ist „irgendwie schon mal da gewesen“. Aber auch schon damals war es gut - und heute ist es nicht schlechter! Durch die gewollt retro wirkende Abmischung der Songs wirkt das Bild komplett und man fühlt sich tatsächlich etwas in die 70er Jahre, in die Zeit von AC/DC und ZZ Top zurückversetzt. Eine nostalgische Platte die uns wieder einmal beweist, wie gut Rock sein kann. Ohne viel Schnick-Schnack, sondern nur mit einer Gitarre, einem Schlagzeug und dem Gesang von Dan Auerbach.

 


Label: 
Nonesuch Records
VÖ: 
28.06.2019
Herkunft: 
Akron, USA