Anti-Flag - American Reckoning

Rezensiert von Moritz Meyer

Es scheint sich über den Sommer ein Trend in der Punkszene durchgesetzt zu haben. So  haben sich nach Rise Against (link zur anderen AdW Rezension) auch Anti-Flag dazu entschlossen ein Akustikalbum zu veröffentlichen in denen einige ihrer Hits in akustischer Version neu interpretiert werden. Und ich muss sagen dieser Trend kommt gut an, denn auch  Anti-Flag haben mit ihrem Album “American Reckoning” ein großartiges Machwerk erschaffen.

Berühmt geworden ist die Band aus Pittsburgh, die sich 1997 gründete, durch ihre Songs, die sich gerne gegen das politische Establishment richten und in denen sie sich gerne mal gegen den Kapitalismus stellen. Dabei waren musikalisch die lauten verzerrten Gitarren und die raue und manchmal sogar schreiende Stimme des Sängers Justin Sane markant. Auch auf ihren letzten beiden Alben “American Spring” (2015) und  “American Fall” (2017) waren diese Elemente noch zentral. Denn es sind Songs von genau diesen beiden Alben die jetzt von Anti-Flag in akustischer Version noch mal neu aufgelegt worden sind.

Gleich der Opener “The Debate Is Over (If You Want) gibt den zentralen Stil vor den die Band auf dem Album anschlägt. Diese Nummer besticht dabei vor allem durch die ruhige Akustikgitarre hervor, die ergänzt wird von der rauen Stimme des Sängers. Thematisch greift diese Nummer dabei vor allem den Kapitalismus an mit besonderem Augenmerk auf die damit einhergehende Umweltverschmutzung.
Eines der Highlghts bildet auch der Song American Attraction wobei hier vor allem das simple aber doch geniale Gitarrenriff hervorsticht. Dabei wird in kritischer Manier das Amerika unter Donanld Trump behandelt.
Ebenfalls zu nennen ist der Song Racists. Dieser kritisiert klar den Rassismus der sich in Amerika breit macht. Inspiriert wurde dieser Song auch unter anderem durch die Vorfälle in Charlottesville in 2017.

Auch für die Leute die lieber auf die harten Klänge stehen, die Anti-Flag ja eigentlich ausmachen, hat die Band gesorgt. So sind die letzten drei Songs auf dem Album Coversongs von John Lennon (Gimme Some Truth), Buffalo Springfield (For What It’s Worth) und Cheap Trick (Surrender) die wieder in gewohnter Anti-Flag Manier ordentlich ballern.

Das Album weiß zu überzeugen da die ruhigen Gitarren und der raue Gesang einen wunderbaren Kontrast bilden. Dieser Kontrast schafft es den wichtigen Themen in den Songs nochmal mehr Nachdruck zu verleihen. Mit den letzten drei Songs zeigen Anti-Flag jedoch auch, dass sie nichts von ihrem Biss verloren haben und auch immernoch laut und hart können. Insgesamt entsteht so ein sehr gelungenes Album, dass Anti-Flag auch mal von einer anderen Seite zeigt- eine Seite die der Band sehr gut steht.


Label: 
Spinefarm
VÖ: 
28.09.2018
Herkunft: 
Pittsburgh