Graffiti-Kunst aus der Dose

Die Lackaffen aus Münster machen mehr als nur Graffiti - sie sprühen Kunst auf Häuserwände.

Angetrieben von ihrer gemeinsamen Leidenschaft an der Dose sprayen die Lackaffen aus Münster auf der ganzen Welt. Phillip Scharberts einstiges Hobby ist heute sein Beruf: 2004 gründete er sein Unternehmen, weil er keine Lust auf einen langweiligen Bürojob hatte. Schon während der Studienzeit konnte Scharbert sich mit seiner Arbeit teilfinanzieren: 

"Das funktionierte einfach und das war so meine Leidenschaft und mein Hobby, so muss ich jetzt nie mehr arbeiten - hab zwar keine Hobbies mehr, muss aber auch nie mehr arbeiten".

Entdeckt hat er seine Liebe zum Sprühen im Alter von 14 Jahren. Damals brachte ihn im Urlaub ein neues Umfeld zum ersten Mal in Kontakt mit der Sprayer-Szene. Heute, 25 Jahre später, führt er ein Unternehmen mit 9 Mitarbeitern. Sowohl Außen-, als auch Innenfassaden verschönert das Team mit eigenen oder vom Kunden gewünschten Motiven.

 

Dabei arbeiten die Lackaffen nicht nur national. Insgesamt fertigten sie bereits über 100 internationale Werke in 63 verschiedenen Ländern an. Die meisten davon sind spontan auf Scharberts Reisen im Kontakt mit Hostels, Restaurants oder Surfschulen entstanden. Auch das höchste Grafitto der Welt gehört dazu: Bei der Besteigung des Kilimandscharo in Tansania sprühte der Künstler ein (wenn auch recht kurzlebiges) Motiv ins Eis - auf über 5000 Höhenmetern.

Wer große Flächen im öffentlichen Raum verändert, bekommt natürlich auch sehr direkte Rückmeldungen und Kritik. Öffentlich sichtbare und großflächige Arbeiten gefallen nicht immer allen: Falls verhäufte Kritik geäußert wird geht Scharbert zusammen mit seinem Team die Möglichkeiten durch. Auch Korrekturen werden notfalls vorgenommen.

 

Scharberts Einstieg in das Geschäft mit dem Sprayen war nie geplant, viel mehr rutschte er nach und nach in die Kommerzialisierung herein. Wer selber über eine ähnliche Karriere nachdenkt, so sagt er, solle stets viel Energie in sein Vorhaben stecken und Durchhalte- sowie vor allem Dursetzungsvermögen zeigen. Außerdem sei eine Ausbildung oder ein Studiengang gute Vorraussetzung für das spätere Arbeitsleben.

 


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