Isle of Man Tourist Trophy 2018

Die Tourist Trophy auf der Isle of Man zieht Jahr für Jahr Fahrer und Fans magisch an. Wir berichten über eine der faszinierendsten und wohl gefährlichsten Motorsport-Veranstaltungen des Jahres ausführlich. Lest rein in unsere Vorschau und die einzelnen Rennberichte.

Senior TT:

Save the best for last. Die Senior TT ist das wichtigste Rennen auf der Isle of Man und konnte auch von der Spannung voll und ganz überzeugen. 6 Runden standen auf dem Programm und Conor Cummins (Foto) eröffnete das Rennen. Bei der ersten Zwischenzeit am Glen Helen lag Dean Harrison in Führung, dicht gefolgt von Peter Hickman, Michael Dunlop, James Hillier und Conor Cummins. Bis zur Ballaugh Bridge baute Harrison seinen Vorsprung aus, während Michael Dunlop ganze 8 Sekunden auf ihn verlor. James Hillier musste das Rennen da schon mit technischem Defekt beenden. Damit war es Lokalmatador Conor Cummins, der zu diesem Zeitpunkt auf Rang 3 lag. In Ramsey war es dann aber wieder Michael Dunlop, der auf Rang 3 lag. Harrison und Hickman lagen nur 2,5 Sekunden auseinander. Gewohnt war Peter Hickman dann über den Snaeffell Mountain der schnellste Fahrer, holte auf Harrison auf. In Runde 2 konnte Harrison bis zur Zwischenzeit in Ramsey aber wieder einen Vorsprung von 4,5 Sekunden erarbeiten. Dann ging es nochmal über den Mountain, und kurz vor den Stopps war lagen die beiden gerade einmal eine Sekunde auseinander. Harrisons Boxenstopp war dann aber erneut schneller als der von Hickman, so dass der Vorsprung bis in Ramsey auf ganze 8,8 Sekunden anwuchs. Im Kampf um Platz 3 distanzierte sich Conor Cummins immer weiter von Michael Dunlop, der am heutigen Tag einfach nicht den Speed hatte, um wirklich ganz vorne mitzukämpfen. Auch in Runde 4 zeigte sich das gewohnte Bild beim Duell um den Sieg zwischen Dean Harrison und Peter Hickman. Bis zur Zwischenzeit in Ramsey war Harrison schneller, auf dem Mountain konnte Hickman dann wieder Zeit gut machen. Als die Fahrer am Ende der vierten Runde zum zweiten und letzten mal die Boxengasse aufsuchten, schlug Peter Hickman den Rundenrekord für den Snaeffel Mountain Course, der erst vor einigen Tagen aufgestellt wurde. Mit einem Schnitt von 134,456 Meilen pro Stunde konnte er den Rückstand auf Dean Harrison auf gerade einmal 1,4 Sekunden verringern. Doch wieder war es die Crew von Harrison, die den besseren Stop schafften. Am Glen Helen wies Harrison einen Vorsprung von 6,2 Sekunden vor Hickman auf. Hickman war in dieser Runde dann aber schon zwischen Glen Helen und Ramsey schneller als Harrison, und über den Mountain sowieso. Die finale Runde der Senior TT sollte Spannung und Action ohne Ende besorgen. Harrison (Foto) ging auf die letzten knapp 60 Kilometer mit einem Vorsprung von gerade einmal 1,903 Sekunden. Bei der Zwischenzeit am Glen Helen lag Harrisons Vorsprung dann bei 3,7 Sekunden. Hickman hatte in dieser Phase Probleme mit dem Überrundungsverkehr und verlor dabei einige Zeit. So war es auch keine Überraschung, dass der Rückstand an der Ballaugh Bridge auf 5,7 Sekunden anwuchs. Bei der Zwischenzeit in Ramsey stieg der Puls bei allen TT-Fans endgültig auf ein ungesundes Tempo an. Hickman holte 3 Sekunden auf Harrison auf, lag damit nur noch 2 Sekunden hinter Harrison. Und Hickman war ja in den ersten 5 Runden über den Mountain immer etwas schneller als Harrison. Und bei der Zwischenzeit am Bungalow musste Harrison dann das erste mal in diesem Rennen seine Führung abgeben. Doch das Rennen war weiterhin offen - denn Hickman führte mit gerade einmal 0,8 Sekunden. Dean Harrison kam dann als Erster auf die Start/Ziel-Gerade in Douglas und schaffte einen neuen Rundenrekord mit der allerersten Zeit unter 16:50 Minuten. Doch das Unglaubliche passierte tatsächlich: Hickman unterbot diesen Rundenrekord noch einmal, fuhr eine 16:42,778 und unterbot den Rekord noch einmal um mehrere Sekunden. Und damit war es Peter Hickman (Foto), der den Sieg bei der Senior TT holte. Mit einem Rundenschnitt von 135,452 Meilen pro Stunde ist die Isle of Man damit auch das offiziell schnellste Straßenrennen der Welt. Im Kampf um den Sieg ging alles andere fast unter. Conor Cummins holte einen starken dritten Platz, Michael Dunlop muss mit Platz 4 dagegen eine Enttäuschung hinnehmen. Fünfter wurde Josh Brookes auf der Norton.

Was ist das Fazit dieser TT? Die Diskussion um die Gefahr bei Straßenrennen ist nicht abgerissen und wird auch in der Zukunft nicht abreißen. Mit zwei Todesopfern und einem Schwerverletzten kam die TT wieder nicht ohne schlimme Ereignisse aus. Auf der anderen Seite hatten wir viel Rennaction, unterschiedliche Sieger, Spannung bis auf die letzten Meter und Rekord über Rekord. Es muss letztlich jeder für sich entscheiden, ob er Straßenrennen wie die Isle of Man TT unterstützt oder nicht. Es ist und bleibt ein zweischneidiges Schwert. Aber auch im nächsten Jahr werden wieder zahlreiche Fahrer und Fans auf die kleine britische Insel pilgern zu einem wirklich außergewöhnlichem Motorsport-Ereignis.

 

Seitenwagen - Rennen 2:

Der finale Renntag der diesjährigen Tourist Trophy begann mit dem zweiten Seitenwagen-Rennen. Die Birchall-Brüder galten vorher als große Favoriten, jedoch wollten auch Holden/ Cain ein Wörtchen im Kampf um den Sieg mitreden. Schon bei der ersten Zwischenzeit am Glen Helen lag das Duo sogar knapp vor den Birchalls in Führung. Auf Rang 3 sortierten sich Reeves/ Wilkes ein. Rekordsieger Dave Molyneux kam dagegen auch heute nicht ganz mit. Am Ende der ersten Runde übernahmen die Birchalls dann die Führung und konnten diese von da an sukkzessive ausbauen. Mit über 10 Sekunden Vorsprung und einem neuen Rundenrekord gingen die Brüder in die letzte Runde und gewannen das Rennen am Ende souverän mit über 20 Sekunden Vorsprung vor Holden/ Cain und Reeves/ Wilkes. Für die Birchall-Brüder Tom und Ben (Foto) war es der insgesamt achte TT-Sieg.

 

Lightweight - Rennen:

Ähnlich wie das TT Zero-Rennen fehlen auch bei den Lightweights einige große Namen auf der Starterliste. Dennoch sorgte das Rennen für Spannung. Während Martin Jessopp es mit der Startnummer 1 gar nicht bis zum Start schaffte, beeindruckte Derek McGee mit einer hohen Startnummer und der Führung bei der ersten Zwischenzeit am Glen Helen. Doch bei den nächsten Zwischenzeiten wurde er von den Favoriten Michael Dunlop (Foto) und Ivan Lintin abgefangen.  Von da an entwickelte sich ein spannender Dreikampf. Lintin beendete dabei die erste Runde mit einem neuen Rekord für die Lightweights in Führung. Kurz vor den Stopps lag die Führung bereits bei 8 Sekunden, doch kurz vor der Start/Ziel-Geraden folgte das bittere Aus für Ivan Lintin. Er musste sein Motorrad mit technischem Defekt abstellen. Durch den Ausfall erbte Cowton Platz 3, lag jedoch bereits über eine Minute hinter dem Spitzenduo. Dort lag Michael Dunlop in Führung, und schlug in Runde 2 den Rundenrekord abermals. Die Führung war er am Glen Helen in Runde 3 aber schon wieder los, da McGee den deutlich besseren Stop hatte. Doch schon in Ramsey zeigte Dunlop, wer der Herr im Haus ist und eroberte die Führung zurück. James Cowton verlor dort auch den dritten Platz aufgrund eines technischen Problems, so dass sich auf einmal der Routinier Michael Rutter und der Italiener Stefano Bonetti um den letzten Podestplatz stritten. Als man eine Runde später in Ramsey ankam, lag Dunlop bereits 12 Sekunden vor McGee. Auch Rutter konnte Bonetti an dieser Zwischenzeit um mehr als 7 Sekunden distanzieren. Von da an blieben die Positionen bis ins Ziel gleich. Während Michael Dunlop erneut den Rundenrekord einstellte, ist er mit nun 18 TT-Siegen der dritterfolgreichste Fahrer der Geschichte hinter John McGuinness und Joey Dunlop, dem verstorbenen Onkel von Michael. 

 

TT Zero - Rennen:

Das TT Zero-Rennen ist das vor ein paar Jahren eingeführte Rennen für E-Bikes.  Es geht lediglich über eine Runde und hat es noch nicht geschafft, bei den Fans große Begeisterungsstürme auszulösen. Dies liegt auch daran, dass es a) zu wenige Starter gibt und b) zu unbekannte. Lediglich 7 Starter machten sich auf die Reise. Topfavorit war Michael Rutter (Foto), der das Rennen von vorne kontrollierte und am Ende mit einem Vorsprung von 24 Sekunden auf Daley Mathison den Sieg errang. Dritter wurde mit fast 3 Minuten Rückstand Lee Johnston. 

 

Supersport - Rennen 2:

Der dritte von vier Renntagen ging mit dem zweiten Supersport-Rennen los. Vorne waren die üblichen Verdächtigen zu finden: Michael Dunlop, Dean Harrison und Peter Hickman. Aber auch James Hillier war bei den ersten Zwischenzeiten ganz vorne zu finden. Er ist ja bekannt dafür, besonders in der Anfangsphase der Rennen zu überzeugen. Im Laufe der zweiten Runde konnte Dean Harrison seine Führung gegenüber Michael Dunlop kontinuirlich ausbauen. Der Boxenstopp war also schon fast die letzte Chance auf den Sieg für Michael Dunlop. Jedoch fuhr der Brite zu schnell durch die Box und wurde mit einer deftigen Zeitstrafe von 30 Sekunden belegt. Damit fiel Dunlop auf Platz 5 zurück und war definitiv raus aus dem Rennen um den Sieg. Dieser war mit Blick auf die Zwischenzeiten Harrison kaum noch zu nehmen. Nach den Stopps führte Harrison mit 18 Sekunden Vorsprung vor Peter Hickman. Dieser hatte nur 2 Sekunden hinter sich James Hillier im Nacken sitzen. Bis ins Ziel sollte sich an dieser Reihenfolge nichts mehr ändern. Für Dean Harrison (Foto) war es nach dem bitteren Ausfall im Superbike-Rennen der wohl verdiente und längst überfällige erste Sieg bei der Tourist Trophy. Michael Dunlop wurde am Ende hinter Conor Cummins Fünfter.

 

Superstock - Rennen:

Das Superstock-Rennen am Nachmittag war ohne Zweifel das bisher spannendste Rennen der diesjährigen TT. Am Start legte Harrison erneut los wie die Feuerwehr und war am Glen Helen bereits 3,5 Sekunden vor Michael Dunlop. Dahinter positionierte sich Gary Johnson auf Rang 3. Peter Hickman lag bei der ersten Zwischenzeit außerhalb der Top10, nachdem er bei einem Verbremser mehrere Sekunden verlor. Bei der Zwischenzeit in Ramsey war Hickman dann schon wieder auf Rang 3. Mit seinen fünf direkten Verfolgern innerhalb einer Sekunde. Am Ende der ersten Runde wurde mit einem genauen Blick auf die Zwischenzeiten schnell klar, dass Hickman sogar noch in den Kampf um den Sieg eingreifen könnte. Bis auf die erste Zwischenzeit war er in jedem Sektor der schnellste Fahrer. Im Kampf um Platz 4 mussten mit Cummins und Johnston zwei Fahrer den Kürzeren ziehen. Beide Fahrer fielen mit technischen Defekten aus. Am Ende der zweiten Runde standen dann die Boxenstopps an. Kurz davor führte Hickman mit dem Hauch von 0,1 Sekunden das Feld an, verlor bei den Stopps aber wieder ein paar Sekunden auf Dunlop und Harrison. Nach den Stopps lag Dunlop 0,5 Sekunden vor Harrison und 1,2 Sekunden vor Hickman. Eingangs der letzten Runde konnte aber wieder Hickman die Führung übernehmen. Aus dem Dreikampf wurde auf der Schlussrunde schnell ein Zweikampf, den Harrison schaffte es nicht mehr die Pace von Hickman und Dunlop mitzugehen. Und deren Duell war atemberaubend. Vor dem Anstieg auf den Snaeffell Mountain in Ramsey trennten die beiden gerade einmal 0,146 Sekunden. Doch auf dem Mountain holte sich Hickman den entscheidenden Vorsprung und konnte bei Start/Ziel in Douglas seinen allerersten TT-Sieg feiern. Dunlop und Harrison komplettierten das Podium. Die nächsten TT-Rennen gibt es am Mittwoch mit dem zweiten Supersport-Rennen, den E-Bikes und den Lightweights.

 

 

Supersport - Rennen 1:

Am Morgen stand das erste Supersport-Rennen auf dem Programm. Dean Harrison (im Bild rechts neben Gary Johnson und Lee Johnston) machte dort weiter, wo er am Samstag aufgehört hat. Mit einem sensationellen Start. Die Führung musste er aber dann schon am Ende der ersten Runde an Michael Dunlop abgeben. Hinter den beiden folgten dann Peter Hickman, James Hillier, Conor Cummins und Lee Johnston. Ian Hutchinson dagegen war erneut abgeschlagen. Ihm macht die Operation im März an seinem verletzten Bein wohl doch mehr zu schaffen, als es Hutchy vor dem Start der Tourist Trophy wahr haben wollte. Am Ende der zweiten von vier Runden standen die Boxenstopps an. Dort konnte Dunlop seinen Vorsprung auf Harrison von 4 auf 9 Sekunden ausbauen. Die Fans von Harrison hatten danach einen kleinen Schockmoment, denn Harrison tauchte auf einmal nicht mehr bei den Zwischenzeiten auf. Über Manx Radio gab es dann aber schnell die Entwarnung: Harrison hatte lediglich seinen Transponder für die Zeitmessung verloren. Während das Duell um den Sieg entschieden schien, heizte sich das Duell zwischen Hickman und Hillier im Kampf um Platz 3 weiter auf. Am Ende war es Peter Hickman der sich um 1,8 Sekunden gegen Hillier durchsetzte. Michael Dunlop holte vorne den zweiten Sieg der diesjährigen Tourist Trophy und den 17. seiner Karriere. Überschattet wurde das Supersport-Rennen dann von der Nachricht, dass der Schotte Adam Lyon in der dritten Runde bei einem Sturz ums Leben kam. Der 26-jährige fuhr sein erstes TT-Rennen und lag bei den Zwischenzeiten sogar in den Top 20. 

 

Seitenwagen - Rennen 1:

Am Nachmittag des ersten Renntages standen dann die Seitenwagen an der Startlinie. Dabei waren es die Birchall-Brüder, die als erstes starteten. Im Laufe der ersten Runde entwickelte sich dabei ein spannendes Duell mit dem Duo mit der Nr.3 John Holden und Lee Cain. Bis zum Messpunkt in Ramsey lagen die beiden Teams innerhalb einer Sekunde. Rekordsieger Dave Moylneux hatte da schon einen gehörigen Rückstand. Kurz darauf wurde das Rennen mit roter Flagge unterbrochen. Bei der Tourist Trophy ist das in der Regel ein sehr schlechtes Zeichen. Zwei Fahrer waren in der Sektion Sky Hill zu Sturz gekommen - wenig später gab es aber die erste Entwarnung. Tony Baker brach sich "nur" ein Bein, seine Beifahrerin Fiona Baker-Holden kam mit einer Fleischwunde davon. Als das Rennen dann am Abend um 19 Uhr Ortszeit neu gestartet wurde waren es wieder die Birchalls die als erstes auf die Strecke gingen. Dieses mal aber konnten sie sich direkt einen Vorsprung auf Holden/ Cain erarbeiten, den sie von da an sukzessive ausbauten. Es war von der Spannung und den Abständen ein ziemlich ruhiges Rennen. Denn sowohl die Lücke zwischen den Birchalls und Holden/ Cain, als auch der Vorsprung von Holden/ Cain auf Reeves/ Wilkes bauten sich kontinuirlich aus. Am Ende gewannen die Birchall Brüder Tom und Ben mit 47 Sekunden Vorsprung. Am Sonntag gibt es auf der Isle of Man keine Rennaction - die gibt es erst am Montag wieder. Die Seitenwagen-Fahrer sind erst am Finaltag am Freitag wieder am Start.

 

Superbike - Rennen 1:

Mit einer Stunde Verspätung wegen Nebels gingen heute 65 Starter ins erster Superbike-Rennen. Lokalmatador Conor Cummins (Foto) hatte die Ehre als Erster den Bray Hill hinunter zu rasen. Doch einer der Top-Favoriten war Cummins nicht. Schon bei der ersten Zwischenzeit zeigten 3 Fahrer, was sie heute vorhatten. Dean Harrison, der im Training einen inoffiziellen Rundenrekord fuhr, führte das Feld vor Michael Dunlop und Peter Hickman an. Schon dort war auch klar, dass Ian Hutchinson heute keine große Rolle spielen würde. Er hielt sich im Laufe des Rennens außerhalb der Top10 auf und musste das Rennen dann auch in der vorletzten Runde aufgeben. Dean Harrison war dafür der Fahrer, der heute die größten Schlagzeilen schrieb. Mit einer unfassbaren Eröffnungsrunde knackte Harrison den Streckenrekord. Auch die zweite Runde war auf einem ähnlich starken Niveau, so dass Topfavorit Michael Dunlop vor den ersten Stopps bereits 18 Sekunden zurücklag. Da war das Rennen für Peter Hickman schon beendet. Der musste auf Platz 3 liegend mit technischen Problemen aufgeben. Zu Beginn der dritten Runde drehte Dunlop dann auf, und knabberte Sekunde für Sekunde am Vorsprung von Harrison. In der vierten Runde konnte Dunlop dann die Führung übernehmen. Dean Harrison fehlte bei der Zwischenzeit in Ramsey - er musste ebenfalls mit technischen Problemen aufgeben. Für Harrison ein herber Rückschlag, da er bis dahin auf dem Weg zu seinem ersten TT-Sieg war. Mit dem Ausfall von Harrison war das Rennen um den Sieg entschieden.

Um Platz 2 kämpften danach Cummins und Hillier. Cummins konnte seinen zwischenzeitlichen Vorsprung von knapp 10 Sekunden aber bis ins Ziel verwalten. Die Top 10 komplettierten dahinter David Johnson, Rutter, Lee Johnston, Jessopp, Lintin, Crowe und Josh Brookes auf der Norton. Für Dunlop (Foto) ist es der inzwischen 16. Sieg bei der Tourist Trophy und ein sehr emotionaler nach dem tödlichen Unfall seines Teamkollegen Dan Kneen vor wenigen Tagen. Für die Fahrer geht es am Montag weiter mit Rennaction. Dann stehen das erste Supersport und das Superstock-Rennen an.

 

Vorschau:

Die Tourist Trophy zählt als das wohl außergewöhnlichste und gefährlichste Motorrad-Rennen der Welt. Die Gründe dafür sind klar erkennbar: Eine Runde umfasst mehr als 60 Kilometer, quer über die Insel Man, die sich zwischen der britischen und irischen Insel befindet. Dabei geht es durch alle kleinen Ortschaften der Insel, von der Hauptstadt Douglas durch Kirk Michael und Ramsey. Auf den letzten Kilometer steht dann der Weg über den Snaeffell Mountain an. Der Berg, der der Strecke ihren Namen gab. Im Gegensatz zu anderen Rennstrecken ist der Snaeffell Mountain Course dabei nur eine abgesperrte Landstraße ohne Auslaufzonen, ohne Schutz. Das ist auch der Grund warum die Tourist Trophy derart gefährlich ist. Seit der ersten Ausgabe vor knapp 100 Jahren starben auf dem Kurs bereits über 250 Fahrer. Für die Einen ist die Gefahr abschreckend, für die Anderen ist genau das der Punkt, warum sie Jahr für Jahr auf der Isle of Man an den Start gehen.

In diesem Jahr stehen 9 Rennen auf dem Programm. 2 Superbike-Rennen, 2 Supersport-Rennen, und ein Superstock-Rennen. In diesen drei Klassen unterscheiden sich die Motorräder kaum - es sind letztlich getunte Versionen der schnellsten Serien-Motorräder der Welt, ob von BMW, Suzuki, Honda oder Kawasaki. Zu diesen Rennen gibt es noch die Lightweights - wie der Name sagt kleine 2-Takt-Motorräder. Neu seit ein paar Jahren dabei sind die E-Bikes - rein elektrisch angetriebene Motorräder. Abschließend gibt es noch 2 Seitenwagen-Rennen. Alles zusammen bildet eine actionreiche Rennwoche vom Samstag bis zum nächsten Freitag. Highlight ist das Superbike-Rennen am Freitag, die Senior TT. Beim Kampf um Ruhm und Ehre fehlen in diesem Jahr einige prominente Namen. John McGuinness, mit über 20 Siegen einer der erfolgreichsten Fahrer der Geschichte, muss verletzungsbedingt passen. Bruce Anstey kämpft mit einer schweren Krebserkrankung, während Publikumsliebling Guy Martin in diesem Jahr einfach keine Lust auf das Rennen hatte. Aus deutschsprachiger Sicht müssen die Fans auch auf Horst Saiger verzichten, der sich bei einem Trainingssturz die Hand brach. Während der Trainings in dieser Woche sagte dann auch William Dunlop seine Teilnahme aus persönlichen Gründen ab. 

Sein Bruder Michael Dunlop gehört zu den ganz großen Favoriten. Er kehrt in diesem Jahr zurück zum Tyco Suzuki-Team, mit dem er bereits zahlreiche Erfolge gefeiert hat. Sein größter Rivale um Rennsiege ist dabei wahrscheinlich Ian Hutchinson. Der fährt für Honda, und dominierte zusammen mit Michael Dunlop die letztjährigen Veranstaltungen. Kawasaki schickt dieses Jahr mit James Hillier und Dean Harrison zwei Hoffnungsträger ins Rennen. Besonders Dean Harrison (Foto oben) überzeugte in den bisherigen Trainings, bei denen er eine neue Rekordrunde auf dem Snaeffell Mountain Course drehte. Wie Hutchinson starten auch Connor Cummins und Lee Johnston für Honda und gehören ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis. Bei den Lightweights sind dagegen die beiden Routiniers Michael Rutter und Ivan Lintin die Favoriten. Bei den Seitenwagen sind die ganz großen Favoriten die Birchall-Brüder und das Duo Dave Molyneux/ Sayle. Ebenfalls Siegchancen haben Holden/ Cain (Foto unten), Reeves/ Wilkes und Conrad Harrison/ Winkle.

Im Gegensatz zu anderen Motorrad-Rennen ist die Tourist Trophy quasi ein Zeitrennen. Im Abstand von 10 Sekunden wird gestartet - es zählt die schnellste Gesamtzeit. Als Erster wird in diesem Jahr Connor Cummins starten. Danach folgen Hillier, Rutter, Hutchinson und Dean Harrison. Die ersten 10 Starter komplettieren Michael Dunlop, Gary Johnson, Daniel Johnson und Peter Hickman. Die Startnummer 8 wird dabei fehlen. Der Grund dafür ist ein trauriger. Eigentlich war als achter Starter der Manx-Man Dan Kneen, Teamkollege von Michael Dunlop auf Tyco-BMW, eingeplant. Kneen überzeugte mit mehreren Top3-Ergebnissen in den ersten Trainings, kam jedoch am gestrigen Abend zu Sturz und erlag seinen Verletzungen noch am Unfallort. In den gleichen Vorfall war auch Steve Mercer verwickelt, der mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus in Liverpool behandelt wird. Der Unfall von Dan Kneen zeigt dabei wieder mal, wie gefährlich der Straßen-Motorradsport wirklich ist. Die letzte Ausgabe der Tourist Trophy, bei der kein Fahrer ums Leben kam, liegt bereits 17 Jahre zurück. Trotz des Unfalls werden die Rennen ganz normal über die Bühne gehen. Auch das gehört zur Tourist Trophy dazu. Vielleicht einer der Gründe, warum so viele Fahrer und Fans sich Jahr für Jahr für zwei Wochen auf das kleine britische Eiland Man aufmachen.

 

 

Rest in Peace

 Alex Lyon (1992 - 2018)

 

Dan Kneen (1988-2018)

Alle Fotos: iomtt.com

 


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