Filmfestival Münster

Vom 4. bis zum 8. Oktober findet im Schlosstheater das Filmfestival Münster statt. Gezeigt werden insgesamt 70 Kurz- und Spielfilme. Die Radio Q - Redakteur/-innen Marie Brand und Paul Sattler sind für euch vor Ort und geben euch hier schon einen kurzen Überblick.

(von Marie Brand und Paul Sattler)

(Fotos:Filmfestival Münster)

Dass Filme nicht immer automatisch Hollywood und Popkornkino bedeuten müssen, dürfte durch das Zeitalter der Independent - und Selfmade Kultur längst angekommen sein. Wer sich für Filme abseits des absoluten Mainstreams interessiert, für den bieten Filmfestivals eine Möglichkeit kleine und experimentelle Werke zu entdecken. Die bekannteren Filmfestivals finden in Cannes, Venedig oder Berlin statt und dürften auch einem breiteren Publikum ein Begriff sein.

Der besondere Charakter des Filmfestival Münster?

Daneben gibt es aber auch kleine, unbekannte Filmfestivals, wie das in Münster. Mit Wettbewerben, Filmen aus der Region, Vorlesungen und Poetryclips, hat das - nun bereits zum 17. Mal stattfindende - Filmfestival seine ganz eigene Note. In erster Linie möchte Münster so für neue Inspirationen in der Filmwelt sorgen, denn unbekannte Projekte erhalten durch Förderung von Preisgeld und Aufmerksamkeit die Möglichkeit, neue Bekanntheit zu erlangen. Gerade Kurzfilmen wird die Möglichkeit geboten, über die große Leinwand zu flimmern.  Organisiert wird die viertägige Veranstaltung von der Filmwerkstatt Münster. Neben der Organisation des Festivals unterstützt die Filmwerkstatt Filmemacher/-innen mit regelmäßigen Seminaren und der Produktion von Projekten.

Geschichte des Filmfestival Münster?

Das Festival  wurde 1981 unter dem Namen „Filmzwerge“ gegründet und bestand damals lediglich aus einem Kurzfilmwettbewerb. Diesen betiteln die Ausrichter allerdings auch heute noch als „Herzstück” des Festivals. Seit 1997 gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit den Niederlanden, die für die Vielzahl an niederländischen Filmen verantwortlich ist. 2001 folgte eine gesonderte Rubrik für Filme aus dem Münsterland, die vor zwei Jahren auf ganz Westfalen ausgeweitet wurde und seitdem den Namen „Westfalen Connection” trägt. Der Wettbewerb „Europäischer Spielfilm” ist seit 2005 fester Teil des Programms.

Was läuft auf dem Filmfestival?

Das Filmfestival wird in diesem Jahr durch das Regiedebüt „Sommerhäuser“ eröffnet, der im “europäischen Spielfilmwettbewerb” unter anderem gegen den bereits in Cannes ausgezeichneten Film „Ava“ antritt. Dieser verbindet eine romantische Coming-of-Age Geschichte mit den Umgang mit dem Erblinden. Unter den anderen Wettbewerbsteilnehmern ist „Liebe“ ein häufig gewähltes Thema. Mal verbunden mit dem Erwachsenwerden, mal in einem surreal dargestellten 19. Jahrhundert, mal ohne, dass man sich überhaupt begegnet.

Der Eröffnungsfilm Sommerhäuser. (Foto:Filmfestival Münster)

Für den diesjährigen Kurzfilmwettbewerb wurden aus über 650 Einsendungen 32 Filme ausgewählt, die in sechs Blöcken á 90 Minuten gezeigt werden. Während der kürzeste Film knapp über zwei Minuten lang ist, läuft der längste Kurzfilm ganze 40 Minuten. Auch in ihrer Art unterscheiden sich die Werke teils stark. Neben gänzlich handgezeichneten und animierten Filmen, Musikvideos und Dokumentationen gibt es auch klassische Erzählungen. Bereits ausgezeichnete Teilnehmer sind unter anderem „Nicole's Cage" (Shocking Shorts Award) und „Ayny - My Second Eye“ (Studenten-Oscar).Neben den Jurypreisen gibt es in dieser Kategorie auch einen Publikumspreis.

 

Von oben links im Uhrzeigersinn: "Disco", "Metube 2", "Eine Villa mit Pinien" und „Nicole's Cage".(Fotos:Filmfestival Münster)

Die Kategorie „niederländischer Film“ macht das Filmfestival Münster gegenüber anderen deutschen Veranstaltungen dieser Art einzigartig. Dieses Jahr feiert der niederländische Oscar-Beitrag „Tonio” in Münster seine Deutschlandpremiere. Außerdem sind ein Regiedebüt und eine Dokumentation über das aktuelle Thema Integration in die niederländische Gesellschaft zu sehen.

 

Ein Dokumantarfilm aus den Niederlanden zum Thema Integration: "Miss Kiet's Children | De kinderen van juf Kiet" (Foto:Filmfestival Münster)

In der Rubrik „Westfalen Connection“ kommen Filmemacher/-innen aus der gesamten Region zum Zuge. In zwei Blöcken sind zehn Kurzfilme zu sehen und in einem weiteren das Ergebnis eines Projektes von Studenten der Kunstakademie Münster. Auch der ganz junge Filmnachwuchs darf seine Ergebnisse, die im Rahmen eines Sommerworkshops entstanden sind, vorstellen. Daneben sind die beiden Spielfilme „Die Berkel” und „Schule, Schule - Die Zeit nach Berg Fidel” zu sehen.

Westfälischer Doukmentarfilm "Die Berkel". (Foto:Filmfestival Münster)

Nach 22 Uhr wird es brutal und gruselig. Dann bietet die Kategorie „Night-Watch“ jede NachtHorrorfilme und Thriller an. Diese laufen außerhalb des Wettbewerbs und handeln in diesem Jahr von Serienkillern, Kannibalen und Dämonen.

Das Kannibalendrama "Raw". (Foto:Filmfestival Münster)

Neben klassischen Filmen sind auch die besten Beiträge des „ZEBRA Poetry Film Festival Münster | Berlin“ zu sehen. Hier haben Poetrykünstler ihre Gedanken in kurzen Filmchen umgesetzt.

Abseits der Filme selbst bietet das Filmfestival Münster Vorträge und Workshops an. Im Schlosstheater findet ein Symposium über die Möglichkeiten der Vermarktung für eigene Filme statt, auch jenseits der klassischen Verleihe. In Kooperation mit dem Filmfestival findet im Cinema Münster die Tage des Provinzfilms statt. Die in diesem Rahmen gezeigten Filme wurden ganz oder überwiegend im Münsterland gedreht.  Außerdem finden Workshops  zum Thema “eigenes Drehbuch” für Schüler, Einsteiger und Profis statt.

 

Wo? Das ganze findet im Schlosstheater Münster (Melchersstraße 81) statt.

Eintritt? Der Eintritt zu einem Spielfilm oder einem Kurzfilmblock kostet mit Kultursemesterticket 5 Euro. Eröffnung und Preisverleihung kosten allerdings 6 Euro. Alle Filme werden in Originalsprache (mit deutschen oder englischen Untertiteln) gezeigt.

Mehr Infos? Mehr Informationen zum Programm gibt es auf der Webseite des Filmfestivals.


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