Nada Surf – Never Not Together

Rezensiert von am 10. Februar 2020

       

„Empathy is good, lack of empathy is bad, holy math says we’re never not together“. Das Zwischenmenschliche in den Fokus ihrer Songs, das setzen Nada Surf auch auf ihrem siebten Studioalbum Never Not Together fort. Nach fast 30 Jahren Bandgeschichte kehren die alten Hasen des Alternative-Rock mit einem Album zurück, dass von Liebe und dem Hinwenden zu seinen Mitmenschen in dieser krisengebeutelten Welt spricht. 

Die Band Nada Surf entspringt 1993 ihrer Vorgängerin Because, Because, Because, die die Schulfreunde Matthew Caws und Daniel Lorca nach ihrem High School Abschluss gründen. Die New Yorker Jungs brauchen ein wenig, um zu ihrer festen Besetzung zu finden (es werden Ira Elliot (Schlagzeug) und Doug Gillard (Gitarre, Keys) in der Endbesetzung), und veröffentlichen dann drei Jahre später ihr Debütalbum High/Low (1996). Mit ihrem Indierock-Sound, der sich in den folgenden Alben immer mehr in Richtung Powerpop verschiebt, und einigen Songs auf französisch, erlangen sie besonders in Frankreich eine große Fangemeinschaft. In Europa sehr erfolgreich, werden sie  nach den Erfolgen ihres Album Let Go bei der Tour 2002 das Vorgramm für die Sportfreunde Stiller. Durch die vielfache Verwendung einiger Werke der Band in Serien wie O.C California oder How I met your Mother erlangen Nada Surf auch in ihrem Heimatland größere Bekanntheit. Nach ihrem sechsten Album You Know Who You Are tritt Doug Gillard seit 2016 nur noch live mit der Band auf, so haben sich die drei verbliebenden Mitglieder nun für ihr siebtes Album „Never Not Togheter“ den Keyboarder Louie Lino mit ins Boot geholt. Und der bereichert das Album mit ungewöhnlichen und präsenteren Einsatz von Klaviertönen, der den Sound von Nada Surf hier wieder mit zu ihrer Hochphase des dritte Album (Let Go) führt.

Nada Surf zeigen in den neun Songs auf Never Not Togheter“ das was sie gut können und für das sie ihre Fanbase liebt: harmonisch und melodisch sehr schön gestaltete Stücke über die Liebe mit etwas traurigen Texten. Aber der erste Song des Albums, „So much Love“, was übrigens auch die Verabschiedung unter Mails von Sänger Matthew Caws sein soll, steht als ausschließlich positive Botschaft zu Beginn, die sich eigentlich überwiegend auch wie ein roter Faden durch die Musik zieht. Die ersten drei Tracks des Album sind Gute-Laune Songs mit treibenden Bässen und unbeschwerten Melodien, danach wird es mit „Just Wait“ ein wenig zurückhaltender, ballademäßiger. Darauf folgen etwas experimentellere Stücke, wie mit dem Einsatz von einem Kinderchor am Anfang von „Looking for You“, in dem auch die Stimme von Caws richtig schön zu Geltung kommt und Gänsehaut erzeugt. In „Something I Should Do“ überrascht die Band mit Spoken-Word Passagen zwischen den Refrains, ein Element, auf das Nada Surf in den letzten Alben selten zurückgegriffen haben, sie jedoch in ihrer ersten erfolgreichen Single „Popular“ zwischen ähnlichen Bands hervorgehoben hat. Die Aufnahme von ursprünglichen Elementen ihrer Klangfarbe und auch die einzeln zwischen den Strophen stehenden, wunderschön gestalteten Gitarrenmelodien wie in „Mathilda“ erinnern in diesem neuen Album sehr an die ersten Werke der vier Musiker. 

Nada Surf haben mit Never Not Together ein solides Album rausgebracht, dass irgendwo zwischen Alternative-Rock und etwas verträumt angehauchtem 70ties Sythnie-Pop beheimatet ist und dabei das musikalisch hohe Niveau ihrer Vorgänger hält. Getreu ihrem Bandnamen, der übrigens der spanische Ausdruck für die eigenständige Befreiung aus einer depressiven Phase ist, haben die vier New Yorker ihre Hörer aus dem Winterblues geholt und für den kommenden (vielleicht frisch verliebten) Frühling vorbereitet. 

Rezensiert von Carlotta Rölleke


Label: CITY SLANG/ ROUGH TRADE
Veröffentlicht am: 07.02.2020
Interpret: Nada Surf
Name: Never Not Together
Online: Zur Seite des Interpreten.


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