Disclosure – Ecstasy

Rezensiert von am 9. März 2020

       

Um sich in dem mittlerweile über-vollen Genre der elektronischen Clubmusic einen Namen zu machen, reicht es nicht mehr, nur ein paar verschiedene Beats übereinander zulegen. Vielleicht tanzen die Leute dann, aber erinnern tun sie sich an die Musik am nächsten Tag nicht mehr wirklich. Das war immer ein Punkt, den das Duo Disclosure ändern wollte, und daher eine „Alles-ist-möglich-alles kann passieren“ Haltung in ihre Musik gestellt hat. 

Nach einer zweijährigen Pause sind die beiden Brüder Guy und Howard Lawrence endlich zurück und stellen mit ihrer neuen EP „Ecstasy“ wieder einmal unter Beweis, wie vielfältig Elektro sein kann. Die Musiker aus Surray, England produzieren seit 2009 zusammen Musik und haben sich nach vielen Auftritten in Londoner Clubs 2012 erstmals mit dem Song „Latch“ in Zusammenarbeit mit Soul-Sänger Sam Smith einen Namen in der internationalen Szene gemacht. Auf ihrem Debütalbum „Settle“(2013), welches auf dem ersten Platz in den britischen Albencharts ladet, vereinen sie Elemente des Garage-Sound von der Insel mit Drum and Bass- Rhythmen Richtung Dupstep, aber auch komplexere harmonische Strukturen, die man eher im Jazz verorten würde. Alles andere als langweilig und sehr durchdacht sind die Produktionen der beiden Brüder immer. Auf ihrer neuen EP richten Guy und Howard ihren musikalischen Blick nun mehr in die Richtung von verschiedenen Genre’s afrikanischer Musik und legen diese, getreu ihrem Künstlernamen, in fünf Titel offen, über- und auseinander. 

Der titelgebende und eröffnende Song „Ecstasy“ beginnt mit einer klaren Basslinie, über die sich ein leichte Synthie-Melodie legt, die immer wieder auftaucht und dann wieder davon zu schweben scheint. „This song is made entirely to get a human being to their feet and directly to the dance floor“, so beschreiben Disclosure ihren Opener und tanzen will man auf jeden Fall dazu sofort. Aber die beiden Musiker machen hier eben keinen reinen Party-Sound, der nur in dunklen Clubs mit einer tanzenden Masse funktioniert, sondern auch im Sommer am See, oder in der eigenen WG- Küche. Mit Tondo folgt eine wesentlich poppiger klingendes Sample des Stückes „Tondho Mba“ von dem aus Kamerun stammenden Musiker Eko Roosevelt. Disclosure legen seine Musik über einen mit eletronischen Gitarren Sounds angereicherten Beat, der wunderbar mit den analogen Trommeln und Bläsern des Ausgangsstückes harmoniert. Die stärkere Ausrichtung zur World Music wird in „Expressing What Matters“ fortgeführt, jedoch wird hier der Gesang mehrere afrikanischer Sängerinnen stärker hervorgehoben. Wenn man die Augen schließt bei diese leichten Melodien über einem lockeren, unkompliziert wirkenden Beat und den paar hallenden Bläsern im Hintergrund, fühlt man, wie der Sommer und die Sonnentage endlich immer näher kommen. 

Nach „Etran“, einem Sample von Etran Finatawa’s Song „Heeme§, schließen Disclosure mit „Get Close“ ihre neue EP „Ecstasy“ ab, mit der die beiden Lawrence Brüder nicht nur abermals unter Beweis stellen, wie gut sie ihr Gerne verstanden haben und wie viele Facetten elektronische Clubmusik haben kann, sondern auch hoffentlich einen Vorboten auf einen noch dieses Jahr erscheinenden Longplayer zeigen. 

Rezensiert von Carlotta Rölleke


Label: ISLAND RECORDS
Veröffentlicht am: 28.02.2020
Interpret: Disclosure
Name: Ecstasy
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