Drivers Ranking: USA

Das QMotors-Driver Ranking. Wir vergeben selbst die Punkte für die Fahrer. Welcher Fahrer überzeugte am meisten, unabhängig vom Auto oder tatsächlichen Ergebnis?

Es wurden die zu erwartenden Hamilton-Festspiele beim US-Grand Prix in Austin. Für Vettels WM-Hoffnungen ist der Sieg von Hamilton wohl der endgültige Sargdeckel. Bei Red Bull ist dieses mal ausnahmsweise Daniel Ricciardo der Pechvogel. Dennoch überzeugten beide Red Bulls mit starkem Rennspeed. In der Konstrukteurswertung ist Mercedes bereits jetzt Weltmeister. Kommen wir zu unserem Driver Ranking für den Grand Prix.

01. Max Verstappen - Was ein Rennen vom jungen Niederländer! Von Platz 16 kämpfte Verstappen sich schnell in die Top10 nach vorne und war bereits vor dem ersten Stopp hinter den Mercedes und Ferrari. Mit einer mutigen Strategie konnte er kurz vor Rennende das Podium angreifen. Bottas zu überholen war ein einfaches, Räikkönen schnappte er sich drei Kurven vor Schluss. Über Platz 3 konnte er sich jedoch nicht lange freuen, da er für ein Abkürzen während des Räikkönen-Manövers bestraft wurde. In der Theorie ist die Strafe wohl korrekt, da Verstappen mit allen vier Rädern neben der Strecke fuhr. Man sollte sich aber eher fragen, warum die Strecken so gebaut werden, dass dies möglich ist. Sehr schade für Verstappen, da sein Überholvorgang ein klasse Manöver war.

02. Daniel Ricciardo - Bei Verstappens Aufholjagd ging Ricciardos gute Leistung ein wenig unter. In der Startphase knackte er Bottas mit einem genialen Ausbremsmanöver in Kurve 1. Mit einem frühem Boxenstopp konnte er auf Soft-Reifen viel Zeit gut machen und lag virtuell bereits in Führung, da sowohl Vettel und Hamilton Zeit auf ihn verloren. Leider kam es nicht so weit, da Ricciardos Motor ihn im Stich ließ. Ein Podium war sicher für Ricciardo, vielleicht hätte er sogar eine Chance auf den Sieg gehabt.

03. Carlos Sainz - Der von vielen erwartete Vergleich mit Hülkenberg blieb in den USA aus, da Hülkenberg mit technischen Problemen fast gar nicht zum fahren kam. Sainz setzte den Renault in die Top10, und zeigte auch im Rennen eine starke Leistung. Besonders das Überholmanöver gegen Perez war phänomenal. Außen herum setzte er sich bei weit über 200 Sachen durch, das war das Manöver des Rennens. Die Leistung ist besonders hoch zu bewerten, da Sainz am Freitag das erste mal im Renault saß. Sich so schnell ans neue Auto zu gewöhnen ist beeindruckend, und sollte einem Hülkenberg die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

04. Lewis Hamilton - Ein einfacher Sieg für Hamilton, der nach dem Motto fuhr "Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss". Dennoch war die Leistung nicht fehlerfrei. Am Start verlor er Platz 1 gegen Vettel, und das mit Ansage. Durch eine unnötig langsame Warm-Up Runde fehlte ihm am Start mit zu kalten Reifen der Grip. Das Duell gegen Ricciardo wäre interessant geworden, besonders im Hinblick auf die Frage, wie viel Lewis noch hätte zulegen können.

05. Fernando Alonso - Es ist so schade zu sehen, dass ein Fahrer wie Fernando Alonso so viele Jahre in einem unterlegenen Fahrzeug verbringen muss. Gutes Qualifying, sehr starkes Rennen mit einigen tollen Duellen. Die Hoffnungen auf einen möglichen sechsten Platz wurden durch einen erneuten Honda-Defekt zunichte gemacht.

06. Esteban Ocon - Genau wie Carlos Sainz gehört auch Ocon zu den Stars der Zukunft. Mit einem fantastischen Start ging es für den Franzosen auf Platz 5 nach vorne. Dort blieb er recht sicher, lediglich einmal kam ihm sein Teamkollege Perez nahe. Nicht vergessen sollte man, dass Ocon weiterhin Mercedes-Junior ist, und Bottas festigt mit seinen aktuellen Leistungen seinen Platz nicht sonderlich. Ocon hat spätestens für das Jahr 2019 aktuell die deutlich besseren Argumente.

07. Daniil Kvyat - Für Kvyat geht es in den letzten 4 Rennen der Saison um nicht mehr als seine F1-Karriere. Und Kvyat lieferte ab. Nicht nur, dass er Brendon Hartley verdammt alt aussehen ließ, auch sein Auftritt war überzeugend: Schnell, und ohne großes Aufsehen fährt der Russe auf Rang 10. Für Kvyat ist die Situation dennoch denkbar unangenehm: Alle Cockpits für 2018 sind besetzt, Toro Rosso hält im nächsten Jahr nur an ihm fest, weil es keine Alternativen bei den RedBull-Junioren gibt. Kvyat muss nun für sich selbst beantworten, ob er noch ein Jahr bei einem Team fährt, dass eigentlich nur darauf wartet, ihn auszutauschen.

08. Felipe Massa - Der nächste Wackelkandidat was ein Cockpit für das kommende Jahr angeht. Dass man bei Williams weiter mit di Resta und Kubica testet, ist ein klares Zeichen an Massa. Dem bleibt nichts anderes übrig, als mit guten Leistungen zu überzeugen. Und das ist ihm in Austin durchaus gelungen. Besonders im Vergleich zu einem Lance Stroll, der vom Tempo überall war, aber nicht beim Formel 1-Rennen. Massa fuhr mit einer für Williams unüblich risikofreudigen Strategie auf Supersoft-Reifen los und konnte sich dann auf Ultra-Soft in die Top10 vorarbeiten. Fehlerfrei und konstant gefahren - das was Williams von einem erfahrenen Piloten erwartet.

09. Sebastian Vettel - Austin war für Vettel die letzte kleine Chance, um in der WM noch irgendetwas zu drehen. In der Qualifikation war Hamilton nicht zu schlagen, dafür aber am Start. Vettel nutzte seine Chance und damit ist leider auch schon wieder alles positive über Vettels Rennen gesagt. Hamilton konnte schnell kontern und auch wenn Vettel ihn wohl eh nicht hätte halten können, war doch ein bisschen mehr Gegenwehr vom Heppenheimer zu erwarten. Anhand dieses Manövers konnte man klar erkennen, dass Vettel schon selber nicht mehr an eine Wende in der WM geglaubt hat. Sehenswert dagegen war Vettels Manöver gegen Bottas kurz vor Rennende als er sich außen herum am Finnen vorbeikämpfte. Auch hier war dies aber nur aufgrund der desaströsen Leistung von Bottas möglich. Dank Teamorder wurde Vettel am Ende Zweiter, obwohl er vom Speed her eigentlich nicht aufs Podium gehörte.

10. Kimi Räikkönen - Trotz Podestplatzierung war es alles in Allem ein enttäuschendes Wochenende für Kimi Räikkönen. Mit einem Fahrfehler in der Qualifikation verlor er einen sicheren dritten Startplatz. Im Rennen verlor er am Start eine Position gegen Bottas. Durch gutes Reifenmanagement lag der Finne dann auf einmal auf Podestkurs und konnte sich sogar auf Platz 2 vorarbeiten, als er an Bottas vorbeiging. Wenig überrraschend musste Räikkönen dann Vettel durchwinken und wurde in der letzten Runde auch noch von Max Verstappen überrumpelt. Durch die Strafe von Verstappen kam Kimi zwar noch aufs Podium, zu feiern war ihm aber bei weitem nicht zu Mute. Ohne die Vielzahl seiner Fehler wäre er vom Rennspeed her locker Zweiter geworden, ähnlich wie Ricciardo vielleicht sogar mit einer Chance gegen Hamilton.

 

Gesamtwertung:

01. Hamilton 260 Pkt.

02. Verstappen 198 Pkt.

03. Vettel 159 Pkt.

04. Ricciardo 155 Pkt.

05. Bottas 115 Pkt.

06. Alonso 111 Pkt.

07. Ocon 106 Pkt.

08. Hülkenberg 98 Pkt.

09. Sainz 90 Pkt.

10. Räikkönen 81 Pkt.

11. Perez 68 Pkt.

12. Massa 57 Pkt.

13. Grosjean 52 Pkt.

14. Vandoorne 47 Pkt.

15. Stroll 37 Pkt.

16. Magnussen 26 Pkt.

17. Wehrlein 19 Pkt.

18. Palmer 18 Pkt.

19. Kvyat 9 Pkt.

20. Gasly 1 Pkt.


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