Formel 3 - Saisonvorschau

Die Formel 3 hat als Nachwuchsserie schon viele große Namen am Start gehabt. Ob Ayrton Senna, Michael Schumacher oder Lewis Hamilton - alle sammelten wichtige Erfahrung in der Formel 3. Dieses Jahr ist das Starterfeld mit 19 Fahrern recht übersichtlich, dafür ist eine Vielzahl an großen Talenten am Start. Für uns war das Grund genug, einen kleinen Saisonausblick für die aktuelle Saison zu liefern.

10 Strecken in Europa stehen dieses Jahr auf dem Programm. Pro Rennwochenende gibt es 3 Rennen. Los geht's dieses Wochenende in Silverstone im Rahmen der WEC. Anschließend folgen Rennen in Monza und der Klassiker im französischen Pau. Ebenfalls im Kalender steht die längste Strecke im Formel 1-Kalender Spa-Francorchamps. 7 der 10 Stationen sind Strecken, auf denen aktuell auch die Formel 1 startet. Das Saisonfinale der Formel 3 gibt es im Rahmen der DTM im Oktober in Hockenheim. Die Rennen dauern übrigens je eine halbe Stunde.

Im Premat-Power-Team startet sicherlich der bekannteste Name der Serie: Schumacher. Mick Schumacher ist der Sohn von Formel 1-Rekordchampion Michael. Nicht nur der Name, auch der derzeitige Zustand seines Vaters, bereiten dem 18-Jährigen gehörig Druck. Immer wieder werden in den Medien Vergleiche zum Vater gezogen. Wir halten das für völlig übertrieben. Erstmal steht Mick noch am Anfang seiner Karriere, zweitens sind Micks bisherige Leistungen für ein Top-Talent recht überschaubar. In der Formel 4 fuhr er erst in seinem zweiten Jahr um den Titel. Das reicht für einen kommenden Formel 1-Weltmeister nicht. Ein Cockpit in der Formel 1 ist aber nicht zu unrealistisch und im Rahmen der Möglichkeiten. Schumachers Teamkollege bei Premat ist unter anderem der Chinese Guanyu Zhou. Der wird von Ferrari unterstützt, scheint dennoch nicht das Niveau für die Formel 1 zu haben. Er fuhr bereits im letzten Jahr Formel 3 und erreichte nur Gesamtrang 16. Auf der Rechnung sollte man aber Maximilian Günther haben. Er geht in seine dritte Formel 3-Saison, nachdem seine Sponsorgelder nicht für einen Sprung in die Formel 2 (ehemals GP2) reichten. Günther errang letztes Jahr den Vizetitel und ist in diesem Jahr einer der, wenn nicht der Topfavorit auf den Formel 3-Titel. Für einen weiteren Aufstieg ist der Titel aber auch Pflicht. Eine vierte Formel 3-Saison würde wohl das Aus seiner Formel 1-Träume bedeuten.

Im Hitech Team sollte man auf den Esten Ralf Aron und den Briten Jake Hughes achten. Aron geht in sein zweites Jahr in der Formel 3 und belegte einen ordentlich 8. Rang im Debütjahr. Arons bisherige Ergebnisse waren stark, jetzt in der zweiten Saison sollte es um den Titel gehen, sonst sieht's mit der Formel 1 eher schlecht aus. Vor einem genauso entscheidenden Jahr seiner Karriere steht Jake Hughes. Letztes Jahr fuhr er in der GP3, nun wechselt er quasi parallel in die Formel 3. In diesem Sinne ist es auch für ihn die zweite Saison auf dieser Ebene und daher ist auch er verpflichtet vorne mitzufahren.

Team Motorpark heißestes Eisen im Feuer ist Joel Eriksson. Der Bruder von GP2-Fahrer Jimmy Eriksson gewann im letzten Jahr den Rookie of the Year-Titel in der Formel 3 und zeitgleich den 5. Gesamtrang. Joel fuhr auch in der Formel 4 besonders erfoglreich mit einem 5. und zweiten Gesamtrang. Geht das so weiter, ist eine Zukunft in der Formel 1 sehr wahrscheinlich.

Fritz van Amersfoort hat gleich vier interessante Fahrer in seinem Team. Pedro Piquet, Sohn von Formel 1-Weltmeister Nelson, und Harrison Newey, Sohn von F1-Design-Guru Adrian, gehen bereits in ihr zweites Formel 3-Jahr. Beide erzielten überschaubare Leistungen. Gelingt in diesem Jahr kein gewaltiger Aufschwung, wird es mit der Formel 1 schwer. Da könnten dann nur noch die großen Nachnamen helfen. Fahrerisch interessanter ist da David Beckmann. Mit 17 Jahren noch recht jung, zeigte er in der Formel 4 einige fantastische Leistungen. Im letzten Jahr in der Formel 3 war davon leider nichts zu sehen. Beckmann der bis dato eigentlich sicher in ein zukünftiges Formel 1-Cockpit geschrieben wurde, steht damit vor einem Scheideweg. Auch er muss dieses Jahr liefern. Joey Mawson kann da zumindest ein bischen entspannter drangehen. Im ersten Formel 4-Jahr gelang ihm Rang 3. Trotz eines Formel 3-Angebots blieb er jedoch freiwillig noch ein Jahr in der Formel 4 und wurde Meister vor Mick Schumacher. Mawson geht jeden Schritt mit Bedacht - mit 21 Jahren ist er aber bereits einer der ältesten Piloten im Fahrerfeld. Mawson kann man sich gut in der Formel 1 vorstellen, wird aber wohl kein absoluter Top-Fahrer.

Letztes Team in unserem Saisonausblick ist Carlin. Jehan Daruvala ist ein indisches Talent, und fuhr bisher solide Leistungen ein. Er war aber dabei immer etwas im Schatten einiger seiner Formel 3-Kollegen. Wir glauben, dass das auch dieses Jahr wieder so sein wird - Daruvala ist ein guter Fahrer, jedoch scheint ihm der kleine Tacken für die Spitze zu fehlen. Ebenfalls für Carlin fährt der Österreicher Ferdinand Habsburg. Schaut man auf die reine Statistik, kann man hinter Habsburg einfach einen Haken setzen. Da war bisher nichts herausragendes dabei. Aber er wird von Red Bull, insbesondere Helmut Marko, gefördert. Von Red Bull-Seite wird Habsburg als künftiger Formel 1-Siegfahrer gehandelt, jedoch wartet man noch darauf, dass der Knoten platzt. Wir können von außen nur sagen, dass wir nicht genau wissen, wo diese Leistungsexplosion herkommen soll, lassen uns aber überraschen. Der erfahrenster Faher im Feld ist sicherlich Jake Dennis. Er hat bereits zwei Formel 3-Saisons und eine GP3-Saison auf dem Buckel. Außerdem fuhr er letztes Jahr zwei Rennen in der WEC in der LMP2-Klasse, unter anderem beim 24 Stunden-Rennen in Le Mans. Trotz zahlreicher Top-Resultate konnte Dennis bislang nicht die Formel 2 erreichen. Wir sind optimistisch, dass er das schafft, wenn er seine Form halten kann. Letzter Fahrer in unserer Aufzählung ist Lando Norris. Für uns in der QMotors-Redaktion das Talent der Formel 3 und ein zukünftiger Formel 1-Weltmeister. 2013 Kartweltmeister, 2015 Sieger der britischen Formel 4, 2016 gelingen ihm insgesamt drei Titel (2x Formel Renault 2.0 (Eurocup + NEC), 1x Toyota Racing Series). Norris ist mit 17 Jahren noch sehr jung und seit letztem Jahr Mitglied im McLaren-Nachwuchsprogramm. 

Wenn man das ganze grob überfliegt bleiben zwei Sachen sicherlich hängen: Viele Fahrer mit Potenzial, viele Fahrer mit Erfolgsdruck in dieser Saison. Das Jahr wird sicherlich ein Kracher, und höchst interessant als Vergleich zwischen den Fahrern. Was heute Eriksson, Mawson und Norris sind, waren vor zehn Jahren Rosberg, Hamilton und Vettel. Es lohnt sich also die Formel 3 im Jahre 2017 zu verfolgen. Und das geht sogar ziemlich gut, denn die Formel 3 bietet einen offiziellen und kostenlosen Live-Stream zu allen 30 Rennen an, den man hier (http://www.fiaf3europe.com/live/) findet.


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