Das PopArt Mixtape

Typisch deutsch: Der erbitterte Konkurrenzkampf zweier Verwertungsgesellschaften zu Beginn des 20. Jahrhunderts führte dazu, dass man musikalisches Schaffen hierzulande gerne in „E-“ und „U-Musik“ einteilt. Aber was ist bloß nur „Unterhaltung“, was darf „ernste Musik“ sein? Was ist kulturell wertvoll, was – vielleicht auch nur vermeintlich – kommerzieller Zweck? Torbens Mixtape geht den Weg entlang dieses Grabens weiter in die 1960er bis 2000er Jahre und versucht aufzeigen, dass aus dem Graben ein Bächlein geworden ist, das sich in schwer übersichtlichen Bahnen durch die musikalische Landschaft schlängelt. Künstler machen Popmusik – kein Paradoxon mehr. Musik, die im einen Moment eingängig ist, die begeistert, in die Beine geht oder traurig macht – im nächsten Moment aber auch überrascht, verstört und zum Nachdenken anregt. In Form von musikalischen Haken, die Esperanza Spalding in ihren Jazz-Pop-Crossover-Songs schlägt, oder einer Geschichte, für die Bob Dylan in seinem Folk-Pop das passende Transportmittel gefunden hat. Oder Brian Wilson führt mit seinen Beach Boys gleich eine ganze „Pocket Symphony“ auf, die innerhalb von dreieinhalb Minuten Tempi variiert, Tonarten wechselt und dem eigenwilligen Theremin Raum gibt. Und schließlich kann auch Tanzmusik den Kopf gleichermaßen erfreuen wie die Beine: Zum Beispiel, wenn Künstler wie der Mathematiker Dan Snaith (Caribou) EDM intelligent machen und sie sich fortan IDM („Intelligent Dance Music“) nennen darf.

  1.  Jessie Ware – Something Inside“Ryley Walker – „A Choir Apart“

  2. Caribou – „Our Love“

  3. Morrissey –„Spent the Day in Bed“

  4. Anohni – „Drone Bomb Me“

  5. The Beach Boys – „Good Vibrations“

  6. Richard Dawson – „Shapeshifter“

  7. Erdmöbel - In den Schuhen von Audrey Hepburn"

  8. Bob Dylan – „Hurricane“

  9. My Bloody Valentine – „Soft as Snow (But Warm Inside)“ / „To Here Knows When“

  10. The Smiths – „This Charming Man“

  11. Esperanza Spalding – „Earth to Heaven“

  12. Prefab Sprout – „Cars and Girls“

  13. Bruce Springsteen – „Atlantic City“

  14. Franz Ferdinand – „Michael“


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