"Mehr Wurm!"

Heuschrecken, Buffalo-Würmer, Mehlwürmer, Grillen - in freier Wildbahn sind sie meistens akzeptiert. Auf dem Teller sieht das Ganze schon anders aus. Wir haben's (aus)probiert!

Der ein oder andere hat als Kind vielleicht schonmal einen Regenwurm gegessen oder eine Fliege verschluckt. Ihr habt es überlebt: Also halb so wild. Warum nicht mal die Brownies mit Mehlwürmern verfeinern?

Bevor das kreative Insektenkochen aber losgehen kann, müssen wir erstmal schlachten. Das gehört leider dazu, ist aber bei Insekten unblutig und auch für die Tiere recht schonend. Der Gefrierschrank erledigt das alleine: Die Tiere fallen in eine Winterstarre und erfrieren bei den niedrigen Temperaturen. Davon bekommen sie aber nichts mit.

Dann kann's losgehen!

Unser Insekten-Experte Olli hat uns sogenannte Buffalo-Würmer mitgebracht. Die sind größer als Mehlwürmer und sehen ekelig aus. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ja, wir ekeln uns auch ein bisschen. Aber da müssen wir jetzt durch. In einer Pfanne wird einfach nur ein bisschen Öl erhitzt und die Würmer darin gebraten. Insekten-Kochen riecht! Aber nicht schlecht.

Die Reaktionen bei uns in der Redaktion waren vor Sichtkontakt sehr positiv:

''Ohh, wer macht denn hier Waffeln?''

''Das riecht aber lecker hier!''

Die Reaktionen nach Sichtkontakt könnt ihr euch vorstellen...

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Wem Würmer zu gruselig sind, der kann auch Heuschrecken probieren. Genau wie die Buffalowürmer, werden auch die Heuschrecken einfach ins heiße Öl geworfen und frittiert. Wichtig ist, die Hinterbeine vor dem Verzehr auszureißen. An den Beinen befinden sich Widerhaken, die in der Speiseröhre hängenbleiben können. Außerdem sollte man die Flügel entfernen. Die sind zwar nicht gefährlich, aber schmecken einfach nicht.

Empfehlung aus der Küche

Heuschrecken sind frittiert auch ohne Beilagen essbar. Schmeckt nussig-kross. Wir empfehlen einen Paprika- oder Aioli-Dip dazu.

Trotzdem kann man auch alles nett anrichten. Olli reicht zum Beispiel gerne karamellisierte Mehlwürmer auf Rucolasalat mit Ziegenkäse und gebackenem Apfel. Die Mehlwürmer sorgen dann für die wichtige Süße.

Und tatsächlich wird das Insektenessen von vielen Wissenschaftlern als Ernährung der Zukunft gesehen. Gar nicht so abwegig, wenn man überlegt, wie viel besser das für die Umwelt wäre.

Um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren müssen 7-8 Kilogramm Futter investiert werden. Ein Kilo Insekten benötigen hingegen nur knapp 2 Kilogramm Futter.

Außerdem ist die Haltung von Insekten platzsparend und Methan produzieren sie auch nicht.

 

ABER: Insekten sind in der EU nicht als Nahrungsmittel zugelassen! Der Eigenkonsum ist aber erlaubt.

 

Wer Insekten kaufen will, muss aber in den meisten Fällen in die Zoohandlung gehen. Ab dem 1. Mai 2017 wird sich in der Lebensmittelverordnung aber wahrscheinlich auch hinsichtlich der Zulassung etwas ändern.  

UNSER FAZIT:

Jan sieht Insekten nicht als die Ernährungsrevolution und ist nicht gerade begeistert: Insekten sind kein Ersatzfleisch. Dann kann man sich genau so gut nur noch vegetarisch ernähren und ganz auf Insekten verzichten. 

Jonas sieht das ähnlich: Ich verstehe, dass man sich über alternative Ernährung Gedanken macht. Ob Insektenessen der richtige Weg ist, da bin ich mir nicht sicher.

Olli ist überzeugt: Ich könnte mir vorstellen, dass wir irgendwann keine andere Wahl mehr haben, als Insekten zu essen. Die Bevölkerung wächst, der Flächenbedarf in der Landwirtschaft wächst - dann ist es gut, sich schonmal darauf vorbereitet zu haben. Dann ist der Schock nicht so groß, wenn wir nachher wirklich Heuschrecken auf dem Tisch haben...

Das komplette Insekten-Kochexperiment mit Olli könnt ihr hier nachhören!


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