Der Coffeeshop

Heute mit einem Kommentar zur Berichterstattung über die AFD und den Moderatoren des Münsteraner Hörsaal-Slams, Marian Heuser und Jens Kotalla.

Die EM wirft ihre Schatten voraus. Und weil Deutschland ein fußballverrücktes Land ist, versuchen viele, das zu nutzen. Adidas, Coca Cola, Ferrero - Sie alle haben eine Werbekampagne mit der Nationalmannschaft. Und neuerdings auch die AFD. "Die Leute finden ihn als Fußballer gut, aber sie möchten einen Boateng nicht als Nachbarn haben", wird AFD-Funktionär Alexander Gauland von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zitiert.
Darauf gab es die üblichen Reaktionen: Eine Fülle an Presseartikeln, die die Aussage verurteilen. Ein Dementi der Parteiführung, man habe das nie so gesagt, und schon gar nicht gemeint. Ein Shitstorm gegen die AFD im Internet. Wer mit der AFD nichts anfangen kann, freut sich. Endlich zeigen sie ihr wahres Gesicht, endlich sind die Rassisten entlarvt.
Doch der Partei wird die Aussage nicht schaden. Im Gegenteil. Die AFD lebt von der Provokation und von Aufmerksamkeit. AFD-Kritiker haben den Rassismus in der AFD längst erkannt, lange vor dem Fall Boateng erkannt. AFD-Sympathisanten sehen die Partei als erneutes Opfer einer medialen Hetzkampagne, eine Rolle, die der AFD sehr gut gefällt.
Es gibt kaum einen Fehltritt der AFD, der nicht von den Medien dokumentiert wurde. Und trotzdem ist die Partei in den Umfragen die drittstärkste Partei in Deutschland.

Vielleicht sollte alle die AFD einfach eine Weile ignorieren.
Natürlich darf man Rassismus nicht ignorieren. Aber man sollte Rassisten keine Plattform bieten. Jerome Boateng ist neuerdings Werbeträger der AFD. Er selbst kann dafür am wenigsten.

Heute Abend ist im Hörsaal H1 der 2. Münsteraner Hörsaal-Slam. Die Moderatoren Jens Kotalla und Marian Heuser waren bei uns zu Gast.


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