Weniger ist mehr - Maßnahmen für die Reduzierung der Plastikflut

  

822.000 Eiffeltürme oder 80 Millionen Blauwale. Diese Beispiele geben ca. die 8,3 Milliarden Tonnen an Plastik wieder, die seit Beginn der 50er Jahre die Menschheit produziert hat. Mittlerweile steht Deutschland auf dem 3. Platz der größten Umweltsünder im europäischen Durchschnitt. Aber warum ist Plastikmüll so schädlich? Das große Problem ist, dass es sich nicht von alleine abbauen und zersetzen kann. Eine einfache Plastikflasche braucht 450 Jahre bis sie sich komplett zersetzt hat. Der meiste Anteil befindet sich heute als Müll in der Umwelt oder bestenfalls auf Deponien. Frau Dorothee Wißen der städtischen Umweltberatung Münsters hat erzählt, woher die größte Menge an Plastik kommt. Sie sagt: "[...] 35% dieser ganzen Plastikproduktion betrifft den Markt 'Verpackungen'. Also Kunststofftüten und Verpackungen, die wir bei Supermärkten kaufen."

 

Plastik als "Umweltgift"

Da Plastik häufig mit Zusatzstoffen versetzt ist, wie zum Beispiel mit Weichmachern oder Flammschutzmitteln, stellt es eine große Gefahr für die Umwelt, Menschen und Tiere dar. Die großen Müllstrudel in den Weltmeeren führen dazu, dass Tiere sich darin verfangen oder Teilchen verschlucken. Die Plastikteilchen kommen somit in die Nahrungskette und sind gesundheitsschädlich für uns Menschen. Nicht nur über diesen Weg nehmen wir die giftigen Kunststoffe auf. Auch in Kosmetikprodukten wie Peelings, Zahnpasta oder Handwaschmittel befinden sich kleine Kunststoffstückchen. Gerade dabei besteht die Gefahr, dass diese auch durch das Abwasser in unsere Flüsse gelangen. 

Viele Tipps und Maßnahmen für den Alltag 

Viele unserere alltäglichen Gegenstände sind folglich umweltschädlich. Einerseits ist Plastik nicht wegzudenken, andererseits hat es den Ruf als "Wegwerfprodukt". Mit der Einführung von kostenpflichtigen Plastiktüten bis zu Aktionen gegen den hohen Plastikverbrauch versucht man dagegen anzukämpfen. Beispielsweise setzt sich in Münster die Inititative des Runden Tisches "Münster für Mehrweg" für ein nachhaltiges Handeln ein. Geschäfte, die zum Beispiel selbst mitgebrachte Becher befüllen, sollen künftig gekennzeichnet werden.  Jede/-r Einzelne kann mithelfen die Plastikflut einzudämmen. Unter dem Motto "Weniger ist Mehr" kann man versuchen PET-Flaschen zu vermeiden und Alternativen zu finden, um unnötiges Plastik zu reduzieren. Ebenfalls ist es wichtig Müll fachgerecht zu entsorgen. Oder man nimmt einfach seinen eigenen Rucksack oder Jutebeutel mit zum Einkauf. Statt der kleinen Tütchen in der Obstabteilung benutzt man dann einfach die mitgebrachte Sammelbox. Genauso ist es auch im Hinblick auf die Vermeidung von To-Go-Bechern. Auf dem Weihnachtsmarkt oder auf der nächsten WG-Feier kann man statt Partybesteck aus Plastik, Geschirr aus Pappe oder Holz verwenden. Besonders bei dem Kauf von Elektrogeräten und Spielzeug ist es umweltfreundlicher, wenn es reparabel ist, damit man es nicht sofort wegwirft und sich etwas Neues holt. Sogar im Hinblick auf die Kleidung kann auf ökologische und "Second-Hand"-Kleidung umgestiegen werden, weil sogar dort kleine Plastikteilchen enthalten sein können. 

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema oder Handlungsanleitungen kann sich jeder an die Umweltberatung der Stadt Münster wenden, die sich im Stadtwerke CityShop befindet. 


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